Wien (OTS) – Sie ist Taylor Swifts Vorbild, Beyoncé hat sie gecovert,
Miley Cyrus
ist ihre Patentochter. Country-Star Dolly Parton hat rund 100
Millionen Tonträger verkauft und 1.000 Songs geschrieben wie
gesungen. Die berühmtesten davon kann wohl jeder und jede
mitträllern: „Jolene“, „9 to 5“ und „I Will Always Love You“ –
letzterer wurde allerdings in der Version von Whitney Houston zum
Welthit. Am 19. Jänner 2026 wird die ewig junge Musikikone 80 Jahre
alt. Regisseur Nicolas Maupied zeichnet in seiner Doku „Dolly Parton
– Everybody’s Darling“ – anlässlich des Geburtstages zu sehen im
„dokFilm“ am Sonntag, dem 18. Jänner, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf
ORF ON – das Porträt einer Frau, die sich in einer Männerdomäne
behauptet, zur erfolgreichen Unternehmerin wurde und mit ihrem
Sendungsbewusstsein in einem zutiefst gespaltenen Land wie den USA
zwischen allen Klassen, Ethnien und politischen Lagern versöhnend
wirkt.
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2020 stand Dolly Parton im Mittelpunkt einer Internet-Petition. Im
Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung hatte sie ebenso deutliche wie
deftige Worte gegen die Macht- und Überlegenheitsansprüche Weißer
gefunden. Unzählige Menschen forderten darauf, alle Statuen von
Südstaatenoffizieren durch solche von Parton zu ersetzen.
Unterstützung fand die Petition sowohl von einem demokratischen
Abgeordneten als auch von einem republikanischen Gouverneur. Kaum
sonst jemand in den USA besitzt eine derartig integrative Kraft. Die
US-Amerikanerin ist nicht nur Country-Ikone, sondern auch eine
begnadete Komödiantin im Film. Ihr Talent zur Selbstironie kommt ihr
da entgegen. Gegensätze machen anziehend: So schrill und quietschrosa
ihre Outfits einerseits sind, so bodenständig ist Parton
andererseits. Sich selbst bezeichnet sie also leibhaftige Comic-
Figur. Auf die Frage, wie lang es dauere, ihre Haare in Form zu
bringen, meinte sie augenzwinkernd: „Ich habe keine Ahnung, ich bin
ja nie dabei“. Nicht nur ihre Perücken sind voluminös – „Mehr ist
mehr“ ist ihr Motto. Dabei hatte alles sehr klein begonnen. Dolly
Rebecca Parton wuchs als viertes von zwölf Kindern im tiefsten
Tennessee in einem schäbigen Haus ohne Strom und fließendes Wasser
auf. Da es nicht viel zu tun gab, flüchtete sie sich in
Phantasiewelten – und erwarb so das Rüstzeug zur großen
Geschichtenerzählerin. Im Alter von sieben Jahren begann sie zu
schreiben. Ihr Talent blieb nicht lange unentdeckt. Einer ihrer
ersten Charterfolge hieß „Dumb Blond“ – ein sarkastischer Kommentar
in Richtung der Macho-dominierten Countryszene. Dass die Künstlerin
alles andere als ein dummes Blondchen ist, sondern über große
Herzensbildung verfügt, beweist Dolly Parton schon ihr ganzes Leben
lang.