Wien (OTS) – Die Bundesregierung hat heute ihre Industriestrategie
für Österreich
bis 2035 vorgestellt. UNOS – Unternehmerisches Österreich begrüßen
die Stoßrichtung und teilen das Ziel, Österreich wieder unter die Top
10 der wettbewerbsfähigsten Länder zu bringen. Genau diese Vision war
bereits Kern des UNOS Leitantrags 2025.
„Es ist positiv, dass die Bundesregierung endlich eine
langfristige Perspektive für den Wirtschaftsstandort formuliert. Die
Zielsetzung deckt sich in wesentlichen Punkten mit unserer eigenen
Vision: ein wettbewerbsfähiges Österreich mit starken Unternehmen,
Innovation und sicheren Arbeitsplätzen“, betont UNOS Bundessprecher
Stellvertreter Markus Hofer.
Zwtl.: Klare Ziele und messbare Kennzahlen als wichtiger Schritt
UNOS begrüßen zudem, dass die Bundesregierung mit der
Industriestrategie erstmals klare Zielbilder mit messbaren Kennzahlen
vorlegt. Die Ausrichtung auf internationale Wettbewerbsfähigkeit,
Innovationskraft, wirtschaftliche Resilienz, nachhaltige Produktion
und den Ausbau des Fachkräftepotenzials setzt wichtige strategische
Leitplanken. Positiv hervorzuheben ist auch der Fokus auf neun
definierte Schlüsseltechnologien und Stärkefelder, von Künstlicher
Intelligenz und fortschrittlichen Produktionstechnologien über Life
Sciences bis hin zu Energie-, Mobilitäts- und Luftfahrttechnologien.
„Dass diese Zukunftsbereiche gezielt priorisiert und mit konkreten
Zielwerten hinterlegt werden, ist ein wichtiger Schritt, um
Österreich langfristig als Innovations- und Industriestandort zu
positionieren“, so Hofer.
Zwtl.: Lohnnebenkosten: Bekenntnis reicht nicht aus
Allerdings hat die Industrieindustrie auch Lücken. So wird darin
zwar das Ziel bekräftigt, die Lohnnebenkosten zu senken. Konkrete,
beschlossene und finanzierte Schritte bleiben jedoch aus. „Wer
Wettbewerbsfähigkeit ernst meint, muss auch sagen, wie und wann die
Lohnnebenkosten tatsächlich sinken sollen. Ohne verbindliche
Umsetzung bleibt dieses Bekenntnis wirkungslos“, meint UNOS
Bundessprecher Michael Bernhard. UNOS fordern daher klare Maßnahmen
und einen verbindlichen Fahrplan zur Entlastung der arbeitenden
Unternehmen.
Zwtl.: Energie: Faire Preise und echter Wettbewerb fehlen
Kritisch sehen UNOS, dass die Strategie zwar über Energie
spricht, aber keine konkreten Schritte für mehr Wettbewerb am
Strommarkt setzt. „Wir fordern klar: Politik raus aus den
Energieversorgern. Gegenseitige Beteiligungen müssen aufgelöst,
politische Einflussnahmen beendet werden. Nur echter Wettbewerb sorgt
für faire Preise, Innovation und ein besseres Angebot“, betont
Bernhard.
Zudem warnen UNOS davor, Entlastungen ausschließlich auf
klassische Industrieunternehmen zu beschränken. „Viele
energieintensive Betriebe außerhalb der Industrie stehen unter
massivem Kostendruck. Wer den Standort ganzheitlich stärken will,
muss sie mitdenken.“
Zwtl.: Freihandel und Fachkräfte bleiben blinde Flecken
Nicht enthalten sind in der Industriestrategie auch klare
Bekenntnisse zu Freihandelsabkommen. „Exportorientierte Betriebe
brauchen offene Märkte. Eine moderne Standortstrategie kommt ohne
klare Freihandelsperspektive nicht aus“, so Bernhard.
Ebenso vermissen UNOS eine umfassende Reform der Rot-Weiß-Rot-
Karte. „Der Fachkräftemangel ist eines der größten
Wachstumshemmnisse. Wir brauchen eine deutliche Vereinfachung und
Beschleunigung der Rot-Weiß-Rot-Karte, damit qualifizierte Fachkräfte
schneller und unbürokratischer nach Österreich kommen“, fordert
Bernhard.
Zwtl.: UNOS: Gute Basis – jetzt braucht es Mut zur Umsetzung
Abschließend halten UNOS fest: „Die Industriestrategie ist ein
wichtiger Schritt und zeigt, dass das Thema Wettbewerbsfähigkeit
angekommen ist und ernst genommen wird. Jetzt braucht es den Mut, die
offenen Punkte anzugehen: konkrete Entlastung bei den
Lohnnebenkosten, echten Wettbewerb am Energiemarkt, faire Strompreise
für alle energieintensiven Unternehmen, klare Freihandelssignale und
eine moderne Fachkräftepolitik. Nur dann wird aus der gemeinsamen
Vision bis 2035 auch Realität.“
UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die
Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und
sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.