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DÖJ/FICE: „Die Kinder- und Jugendhilfe ist keine Ersatz-Justiz, sondern ein Hilfesystem für Kinder und Jugendliche!“

Österreich (OTS) – Der Dachverband Österreichischer Kinder- und
Jugendhilfeeinrichtungen
(DÖJ) und FICE-Austria sprechen sich im Vorfeld einer Arbeitsgruppe
der Bundesregierung zu „geschlossenen Einrichtungen“ gegen die
Einführung „geschlossener Unterbringung“ in der Kinder- und
Jugendhilfe ohne erforderliche Reform und Stärkung der bestehenden
Strukturen aus. Freiheitsbeschränkende Maßnahmen greifen massiv in
die Grund- und Kinderrechte ein und dürfen nicht als Ersatz für ein
überfordertes Hilfesystem missbraucht werden. Dazu haben die beiden
Verbände ein Positionspapier erarbeitet, das sie den politisch
Verantwortlichen und den Verwaltungen in Bund und Ländern übermittelt
haben. (( DÖJ / FICE-Positionspapier Freiheitsbeschränkung )

„ Ein modernes Kinder- und Jugendhilfesystem darf keine Lücken
mit verschlossenen Türen schließen “, erklären DÖJ und FICE-Austria.
„ Sollten neue geschlossene Einrichtungen notwendig werden, braucht
es zuvor dringend eine ehrliche Analyse der Versorgungsdefizite und
der Auswirkungen der „Verländerung“ sowie einen konsequenten Ausbau
wirksamer Alternativen. Die Herausforderungen in der Kinder- und
Jugendhilfe werden komplexer, deswegen braucht es noch intensivere
Beziehungsarbeit, individuell zugeschnittene Betreuungssettings,
engmaschige Begleitung, therapeutische Konzepte sowie mehr präventive
Angebote. Und dafür brauchen wir mehr Ressourcen und keine
Kürzungsbudgets, wie sie derzeit in vielen Regionen Österreichs
drohen“, betonen Michael Lindner , neuer Geschäftsführer des DÖJ und
Christian Posch , Präsident von FiCE-Austria.

Zwtl.: Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe: „Runder Tisch
im Familienministerium ist lange überfällig!“

Ungeduldig reagieren die beiden Dachverbände, weil der im
Regierungsprogramm vereinbarte Prozess zur Weiterentwicklung und
Harmonisierung der Kinder- und Jugendhilfe noch immer nicht gestartet
ist: „ Es ist das falsche Zeichen für Kinderrechte, wenn es zwar
Arbeitsgruppen zu geschlossener Unterbringung gibt, die
Weiterentwicklung von Standards in der Kinder- und Jugendhilfe aber
noch nicht einmal begonnen hat. Deswegen pochen wir auf den
versprochenen `Runden Tisch` mit den Stakeholdern aus der Kinder- und
Jugendhilfe. Wir sind startklar! “ so Lindner und Posch weiter.

„Freiheitsbeschränkungen dürfen niemals strukturelle Mängel
kaschieren“, betonen DÖJ und FICE-Austria. „Nur ein System, das
Alternativen stärkt, Fachlichkeit absichert und die Rechte von
Kindern ins Zentrum stellt, kann junge Menschen wirksam schützen.“