Freizeit

Wirtschaft und Zivilgesellschaft ziehen an einem Strang: Klimagesetz muss nachgeschärft werden

Wien (OTS) – Mehr als 20 namhafte österreichische Unternehmen, die
sich in der
Business Allianz Klima der Zukunftsallianz zusammengeschlossen haben,
fordern ein verbindliches und wirksames Klimagesetz mit konkreten
Zielen, klaren Verantwortlichkeiten und der Verankerung der
Klimaneutralität 2040. Der von Umweltminister Totschnig den
Koalitionspartnern vorgelegte Entwurf bleibt Medienberichten zufolge
hinter diesen Anforderungen zurück: ohne klare Sektorpfade, ohne
Korrekturmechanismen und mit dem Zieljahr 2050 – statt dem im
Regierungsprogramm und der Industriestrategie vereinbarten 2040.

Österreichs Unternehmen haben die Chancen der Transformation
erkannt und investieren bereits erheblich in die Dekarbonisierung.
Doch ohne verbindliche Rahmenbedingungen fehlt die notwendige
Planungssicherheit für langfristige Klimaschutzinvestitionen.

Zwtl.: Investitionen der Wirtschaft brauchen Planungssicherheit

Die Business Allianz Klima und die Zukunftsallianz appellieren
daher an die Bundesregierung, den vorliegenden Gesetzesentwurf
substanziell nachzuschärfen. Zentral ist die gesetzliche Verankerung
des Ziels Klimaneutralität 2040 mit jährlichen Zwischenzielen. Ebenso
braucht es verbindliche Sektorpfade für Energie, Industrie, Verkehr,
Gebäude und Landwirtschaft. Nur so lässt sich vermeiden, dass
Einsparungen in einem Sektor durch Zuwächse in einem anderen – etwa
im Verkehr – zunichtegemacht werden.
Um die Zielerreichung sicherzustellen, braucht es zudem klare
Verantwortlichkeiten zwischen Bund und Ländern sowie wirksame
Korrekturmechanismen. Darüber hinaus fordern die beiden Allianzen die
Einrichtung eines unabhängigen, weisungsfreien wissenschaftlichen
Gremiums, das die Fortschritte überprüft und bei Abweichungen
Empfehlungen ausspricht.

Zwtl.: Industrie und Energiewirtschaft verlangen Verbindlichkeit

Dass Unternehmen dennoch längst vorangehen, zeigt etwa Holcim
Österreich und drängt auf Klarheit. „Österreichs Industrie lebt die
Transformation bereits. Holcim investiert konsequent und setzt sich
klare Ziele. Wir brauchen die Planungssicherheit, die mit einem
verbindlichen Klimagesetz erhöht wird. An klaren Sektorzielen führt
kein Weg vorbei“, erklärt Haimo Primas, CEO Holcim Österreich.

Unterstützung kommt ebenso aus der Energiewirtschaft. Alexander
Hochauer, Vorstand Finanz bei Windkraft Simonsfeld AG betont: „Gerade
in Krisenzeiten sehen wir die Abhängigkeit Österreichs von den
fossilen Energiemärkten. Klimaschutz ist ein Wettbewerbsvorteil für
Österreich, und Investitionen brauchen Planungssicherheit. Wir
sprechen uns klar für ein verbindliches Klimagesetz mit sektoralen
Zielen aus.“

Zwtl.: Verfehlung der Klimaziele kostet Milliarden

Verfehlt Österreich seine Klimaziele 2030, muss das Land
Emissionszertifikate von anderen Mitgliedstaaten zukaufen. Das
Finanzministerium beziffert die möglichen Kosten bis 2030 mit 2,9
Mrd. Euro, der Rechnungshof hielt bei ungünstigeren Preisannahmen
sogar 9,2 Mrd. Euro für möglich. Dieses Geld fließt an jene EU-
Mitgliedstaaten, die ihre Klimaziele erreicht haben, anstatt die
Dekarbonisierung der heimischen Wirtschaft zu stärken.

Zwtl.: Zivilgesellschaftlicher Rückhalt für mehr Klimaschutz

Die Klimatransformation bietet erhebliche Chancen für den
Wirtschaftsstandort und die Lebensqualität der Österreicher:innen.
„Neben der Wirtschaft drängt auch die Zivilgesellschaft auf ein
verbindliches Klimagesetz. In unseren Dialogen quer durchs Land wurde
deutlich: Die Menschen wollen klare Ziele, verlässliche Regeln und
konkrete Umsetzungsschritte. Genau diesen Rahmen muss das Gesetz
schaffen”, sagt Christian Kdolsky, Sprecher der Business Allianz
Klima und der Zukunftsallianz. Die Bundesregierung hat jetzt die
Chance, mit diesem Gesetz den verbindlichen Rahmen zu schaffen.
Fürsprache aus Wirtschaft und Bevölkerung hat sie bereits.

Zwtl.: Über die Business Allianz Klima

Die Business Allianz Klima ist ein Zusammenschluss führender
österreichischer Unternehmen, die sich für eine konsequente
Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft einsetzen.
Initiiert von der Zukunftsallianz, einer Initiative des
Klimavolksbegehrens, fordern die über 20 Unternehmen der Business
Allianz Klima klare gesetzliche Rahmenbedingungen, wirksame
Klimaschutzmaßnahmen und gezielte wirtschaftliche Anreize zur
Reduktion von Treibhausgasemissionen. Das Ziel ist es, nachhaltiges
Wirtschaften als Wettbewerbsvorteil zu etablieren und die Resilienz
von Unternehmen zu stärken. Die Business Allianz Klima engagiert sich
für einen intensiven Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und
Gesellschaft, um gemeinsam Lösungen für eine lebenswerte Zukunft zu
entwickeln.

Die 23 Mitgliedsunternehmen der Business Allianz Klima sind:
beyond carbon energy, Brantner Österreich, ConPlusUltra, EY
denkstatt, Glacier, Greiner, Heinzel Group, Holcim Österreich,
Holloid, inoqo, Lidl Österreich, MATR, missionPET, Öko-Plus, Reclay
Group, refurbed, REWE Group, Soly, Takeda, Trumer Privatbrauerei,
Unfold Consulting, VBV und Windkraft Simonsfeld.

Zwtl.: Über die Zukunftsallianz

Die Zukunftsallianz wurde vom Klimavolksbegehren gegründet, um
Klimaschutz zurück in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Im
Zentrum steht der Dialog mit der Bevölkerung, Vertreterinnen und
Vertretern aus Gemeinden, Organisationen, Religionsgemeinschaften und
Unternehmen. Dafür hat die Zukunftsallianz eine Positiv-Vision
entworfen, die in fünf Lebensbereichen zeigt, welche Vorteile eine
aktive Gestaltung der Klimathemen bringt. Die Ergebnisse der
Dialogformate wurden unter Einbeziehung eines wissenschaftlichen
Beirats zu einem Zukunftsplan der Bevölkerung Ende 2024
zusammengetragen und der Politik vorgelegt. 2025 wurde dieser Dialog
mittels Workshops und einer Wanderausstellung in den Gemeinden
fortgeführt. 2026 wir die Wanderausstellung “Zukunft erleben” an
weiteren Standorten gezeigt, ein besonderer Schwerpunkt wird in
diesem Jahr auf den Zusammenhang von Klimaschutz und Demokratie
gelegt. Insbesondere Schulklassen sind eingeladen, die Ausstellung zu
besuchen, um beispielsweise der Frage nachzugehen, weshalb der Zugang
zu öffentlichen Verkehrsmitteln ein Grundrecht ist.

Zwtl.: Über Holcim Österreich

Mit Innovation und unserer Verpflichtung zu Nachhaltigkeit ebnet
Holcim den Weg für besseres, naturnahes Bauen. Zukunftsweisende
Lösungen für Bauherren, Bauunternehmen, Architekt:innen und
Ingenieur:innen bieten wir mit CO2-reduziertem ECOPlanet Zement,
ECOPact Beton und ECOCycle Recyclingmaterial. Denn unsere Mission
ist: Mit weniger Material mehr bauen. Unsere rund 350
Mitarbeiter:innen bauen täglich an einem klimafreundlichen Wandel des
Bausektors. Ausgezeichnet mit den CSC Platin-Zertifikaten für
Nachhaltigkeit betreiben wir Österreichs größtes Zementwerk in
Mannersdorf am Leithagebirge und das Zementwerk in Retznei (
Südsteiermark) sowie die CSC Gold-Standard zertifizierten Werke der
Holcim Beton (Österreich) GmbH und unsere Verwaltung in Wien. Holcim
(Österreich) GmbH ist eine Tochtergesellschaft des weltweit führenden
Baustoffkonzerns Holcim Ltd. und hat sich dem Erreichen der Pariser
Klimaziele verpflichtet.

Zwtl.: Über die Windkraft Simonsfeld AG

Die Windkraft Simonsfeld AG mit Firmensitz in Ernstbrunn (NÖ)
betreibt und entwickelt Wind- und Sonnenkraftwerke in Österreich und
Europa. Mit 94 Windenergieanlagen in Österreich, zwei in Bulgarien
und einem Sonnenkraftwerk in der Slowakei produzierte das Unternehmen
den jährlichen Strombedarf von 189.000 Haushalten. Das internationale
Energiewende-Unternehmen beschäftigt rund 140 Mitarbeiter*innen. Mit
rund 2.600 Aktionär*innen ist die Windkraft Simonsfeld eines der
größten Bürger*innen-Beteiligungsunternehmen Österreichs.