Wien (OTS) – Die Cyber-Bedrohungslage hat sich in den vergangenen
Monaten
zugespitzt. Wie eine aktuelle Deloitte Studie zeigt, ist nicht nur
die Zahl der Attacken stark angestiegen, die Angreifenden agieren
auch immer professioneller. Dennoch schätzt ein Großteil der Betriebe
seine Daten und IT-Systeme als sicher ein – auch weil in der
Vergangenheit viel in Cyber Security investiert wurde. Doch
Unternehmen müssen aufpassen, sich angesichts der steigenden
Anforderungen nicht in falscher Sicherheit zu wiegen. Das könnte
nämlich fatale Folgen haben.
Das Beratungsunternehmen Deloitte erhebt jährlich mit dem
Forschungsinstitut Foresight den Status quo österreichischer Betriebe
zum Thema Cyber Security. Für den aktuellen Report wurden kürzlich
rund 350 Mittel- und Großunternehmen im ganzen Land befragt. Die
Umfrage zeigt, dass Österreichs Wirtschaft in den vergangenen Jahren
viel in Cyber Security investiert hat. Doch die Gefahren sind – auch
aufgrund aktueller globaler und technischer Entwicklungen – alles
andere als gebannt.
„Wir führen mittels persönlicher telefonischer Interviews mit
Führungskräften die größte repräsentative Umfrage zu Cyber-Sicherheit
in Österreich durch. Dadurch bekommen wir ein aussagekräftiges Bild
über die Lage im Land. Das beunruhigende Ergebnis macht deutlich,
dass sich die Bedrohungslage in jüngster Zeit spürbar verschärft
hat“, hält Christoph Hofinger, Geschäftsführer von Foresight, fest.
In konkreten Zahlen bedeutet das: Nahezu ein Drittel (28 %) der
österreichischen Unternehmen berichtet aktuell von beinahe täglichen
Ransomware-Angriffen. Das sind doppelt so viele wie noch 2024. „Zwei
Drittel (66 %) können zudem nicht ausschließen, dass es aufgrund
eines Cyber-Angriffes zu einem totalen Stillstand ihres Betriebes
kommt. Das gefährdet nicht nur die finanzielle Stabilität des
Unternehmens, sondern auch Arbeitsplätze. Und die Sicherheit von
Kundinnen und Kunden steht dabei ebenfalls auf dem Spiel“, betont
Karin Mair, Managing Partnerin für die Bereiche Technology &
Transformation sowie Strategy, Risk & Transactions bei Deloitte
Österreich. „Um die Gefahren zu minimieren, ist ein funktionierendes
Business Continuity Management (BCM) mit durchdachten Notfallplänen,
klar definierten Verantwortlichkeiten sowie regelmäßigen Übungen
unabdingbar.“
Zwtl.: Trotz erhöhter Gefahr stagnieren Sicherheitsbudgets
Ein funktionierendes BCM gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil
die Angreifenden immer professioneller agieren. Zwar können
mittlerweile 80 % der Unternehmen Attacken mittels technischer
Infrastrukturmaßnahmen eindämmen, doch das Wiederherstellen mittels
Backups (40 %) sowie die Entschlüsselung der Daten (23 %) bei
erfolgreichem Angriff gelingen immer seltener. Obwohl diese
Entwicklung Unternehmen zunehmend in Alarmbereitschaft versetzen
sollte, hält die Mehrheit an ihren bereits gesetzten
Sicherheitsbudgets fest.
„60 % der Befragten wollen ihre Ausgaben für Technik und Prozesse
in der Cyber Security auf dem Niveau des letzten Jahres halten. Über
zwei Drittel (69 %) planen die Personalaufwendungen am Stand von 2025
zu belassen“, weiß Karin Mair. „Denn eines ist klar: Wer auch morgen
gut aufgestellt bleiben will, muss Budgets entsprechend anpassen.
Investitionen in Cyber Security sind ein Muss.“
Die Zurückhaltung bei der Ressourcenaufstockung liegt auch daran,
dass die Unternehmen der Sicherheit ihrer Daten und IT-Systeme zu
stark vertrauen. 86 % schätzen diese als sehr oder ziemlich sicher
ein, 13 % bewerten sie sogar als absolut sicher. „Ein hohes
Sicherheitsgefühl ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig zeigt sich
hier aber eine Diskrepanz, da die Mehrheit einen mehrwöchigen
Betriebsstillstand nicht ausschließen kann. Unternehmen müssen
aufpassen, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen, denn das
führt oft zu falschen Prioritäten und aufgeschobenen Investitionen“,
erklärt Georg Schwondra, Partner / Cyber Leader bei Deloitte
Österreich.
Zwtl.: Umsetzung zentraler Richtlinien gilt nicht als oberste
Priorität
Investitionen sind auch notwendig, um die anstehenden Fristen bei
zentralen Vorgaben wie der NIS II oder dem EU AI Act einzuhalten.
Derzeit herrscht allerdings unter den Unternehmen noch große
Unsicherheit, ob und in welchem Umfang die neuen europäischen
Regulierungen die eigene Organisation überhaupt betreffen.
Hinsichtlich NIS II, die am 1. Oktober 2026 in Kraft tritt, haben
erst 23 % der Betroffenen ihre Vorbereitungen abgeschlossen. 16 %
planen die Umsetzung in naher Zukunft und 9 % haben noch keine
konkreten Pläne dazu.
„Unsere Erfahrung aus der Beratung zeigt: Die Umsetzung solcher
Richtlinien dauert nicht Monate, sondern Jahre. Mit Blick auf die
nahenden Verpflichtungen bleibt Unternehmen also kaum noch Zeit zu
handeln“, warnt Georg Schwondra. „Doch nicht nur die Wirtschaft steht
in der Verantwortung – auch der Gesetzgeber muss Tempo machen. Es
braucht klare Rahmenbedingungen und gezielte Aufklärung, damit
Unternehmen endlich die Planungssicherheit erhalten, die sie
benötigen.“
Zum Download:
Deloitte Cyber Security Report 2026
Foto Karin Mair Credits Deloitte/feelimage
Foto Georg Schwondra Credits Deloitte/feelimage
Foto Christoph Hofinger Credits MAT Photo
Deloitte Österreich ist der führende Anbieter von Professional
Services. Mit rund 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 15
Standorten werden Unternehmen und Institutionen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting, Financial Advisory
und Risk Advisory betreut. Kundinnen und Kunden profitieren von der
umfassenden Expertise sowie tiefgehenden Branchen-Insights. Deloitte
Legal und Deloitte Digital vervollständigen das umfangreiche
Serviceangebot. Deloitte versteht sich als smarter Impulsgeber für
den Wirtschaftsstandort Österreich. Der Deloitte Future Fund setzt
Initiativen im gesellschaftlichen und sozialen Bereich. Als
Arbeitgeber verfolgt Deloitte den Anspruch, „Best place to work“ zu
sein. Mehr unter www.deloitte.at .
Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“),
dessen globales Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und deren
verbundene Unternehmen innerhalb der „Deloitte Organisation“. DTTL (
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nur für ihre eigenen Handlungen und Unterlassungen. DTTL erbringt
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