St. Pölten (OTS) – Am 29. März 2006 wurde im Nationalrat die
Umsetzung des heutigen
Institute of Science and Technology Austria (ISTA) beschlossen.
Diesem 20-Jahr-Jubiläum widmete sich der elfte Forschungsheurige
„Heurika! – Ein Achterl auf die Wissenschaft“ von
Wissenschaftslandesrat LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Rund 150
Gäste nutzten die Gelegenheit, den ISTA-Campus in Maria Gugging zu
erkunden und die neue Ausstellung im VISTA Science Experience Center
zu besuchen. Am Podium begrüßte Pernkopf zu diesem Anlass
Bundeskanzler a.D Wolfgang Schüssel, ISTA Präsident Martin Hetzer und
die ISTA Forscherin Julia Reisenbauer. Moderiert wurde der Abend von
Markus Hengstschläger. „Das ISTA ist eine absolute Erfolgsgeschichte.
Wir sind damit ein Magnet für Spitzenforscherinnen und
Spitzenforscher aus aller Welt, die die besten Lösungen für die
Zukunft hier erforschen“, sagte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Das ISTA zählt heute zu den dynamischsten Forschungsstandorten
Europas: Rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus etwa 80
Nationen forschen und arbeiten hier, das Institut weist eine der
höchsten ERC Grant Erfolgsquoten Europas auf. Mit der laufenden
Campus Erweiterung wächst der Standort kontinuierlich weiter. „Das
ISTA ist eine der erfolgreichsten Wissenschafts-Institutionen
europaweit und holt nicht nur die klügsten Köpfe, sondern auch viele
Forschungs-Millionen Euro nach Niederösterreich. Wir bauen die
Infrastruktur am Campus daher weiter aus, denn wir brauchen
Forschung, die unser Leben einfacher und das Zusammenleben besser
macht. Wer die Wissenschaft gestaltet, gestaltet die Zukunft,“ so
Pernkopf. Mit Formaten wie dem Forschungsheurigen Heurika möchte er
die Wissenschaft zu den Menschen bringen, um spannende
Forschungsergebnisse der Bevölkerung zugänglich zu machen.
Im Gespräch wurde die Entwicklung des ISTA beleuchtet – von den
politischen Entscheidungen, die den Grundstein legten, bis zur
heutigen internationalen Ausrichtung. Wolfgang Schüssel erinnerte an
die damalige Vision eines Forschungsinstituts, das sich konsequent an
globalen Spitzenstandards orientiert. Er zeigte sich beeindruckt von
der Entwicklung des ISTA seit dem Beschluss der damaligen
Bundesregierung vor 20 Jahren: „Das ISTA ist eine sensationelle
Erfolgsgeschichte und eine Brutstätte für Ideen und Innovationen. Es
zeigt sich aber anhand des Beispiels ISTA auch, dass Österreich ein
guter Platz zum Leben und Forschen ist, denn hier herrscht ein Klima
der Freiheit, der Offenheit und der Wissenschaftsfreundlichkeit.
Nicht umsonst wurden auch die Forschungsaufwendungen in den letzten
Jahren verdreifacht und das lohnt sich, denn Österreich war immer
schon ein guter Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Wenn
Wirtschaft und Wissenschaft einander befruchten, entsteht Fortschritt
– und genau diese Verbindung ist eine der großen Erfolgsgeschichten
unseres Landes.“
Der LH-Stellvertreter schilderte die Aufbruchsstimmung jener Zeit
und die Bedeutung, die das Projekt für die Region hatte. ISTA
Präsident Martin Hetzer beschrieb, wie das Institut schon früh
internationale Aufmerksamkeit erlangte. Julia Reisenbauer, die in der
Nähe des ISTA aufgewachsen ist und nach Jahren im Ausland
zurückgekehrt ist, hob hervor, wie bemerkenswert die Entwicklung des
Standorts aus regionaler Perspektive sei.
Ein Schwerpunkt des Abends lag auch auf der Bedeutung
internationaler Zusammenarbeit. Hetzer erläuterte, wie sehr das
Institut von der Vielfalt seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
profitiert und wie wichtig es ist, den Campus für die Bevölkerung zu
öffnen. „Heurika! ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie lebendig
und inspirierend der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
sein kann. Wir am ISTA freuen uns sehr, unseren Campus für diesen
Austausch zu öffnen und die Neugier auf Forschung zu fördern,“ sagte
ISTA-Präsident Martin Hetzer. „In den kommenden 10 Jahren wollen wir
weiter auf 150 Forschungsgruppen wachsen und damit unsere Rolle als
international führendes Zentrum für interdisziplinäre
Grundlagenforschung weiter festigen. Unsere internationale
Gemeinschaft aus rund 80 verschiedenen Ländern bereichert den
wissenschaftlichen Austausch, stärkt die Innovationskraft des ISTA
und trägt dazu bei, Österreich als Standort für Spitzenforschung
global sichtbar zu machen.“
Im weiteren Verlauf ging es um die wissenschaftlichen
Schwerpunkte des ISTA. Hetzer gab Einblicke in die Bandbreite der
Forschung – von Biologie über Physik und Mathematik bis zur
Informatik – und erklärte, wie Grundlagenforschung langfristig
gesellschaftliche Entwicklungen ermöglicht. Reisenbauer schilderte,
wie ihre Arbeit dazu beiträgt, neue Wirkstoffe schneller zu
identifizieren, und wie ein typischer Tag im Labor aussieht.
Vergangenen Oktober wurde am Campus das VISTA Science Experience
Center eröffnet. „Ich habe mich sehr gefreut, als
Niederösterreicherin bei Heurika! mit dabei zu sein und unsere
Forschung einem vielfältigen Publikum vorzustellen,“ sagte die
chemische Synthetikerin, die seit Februar als Assistenzprofessorin am
ISTA tätig ist, nachdem sie am California Institute of Technology (
Caltech) in den USA als Postdoktorandin geforscht hatte. „In meiner
Gruppe am ISTA entwickeln wir innovative und nachhaltige Ansätze, um
Moleküle zu konstruieren und Schadstoffe abzubauen oder zu
transformieren. Unser langfristiges Ziel ist es, von Neugier
getriebene Forschung zu betreiben, die durch disziplinübergreifende
fruchtbare Zusammenarbeit reale Vorteile für die Gesellschaft bringt,
zum Beispiel in Bereichen wie Arzneimittel, Landwirtschaft oder
Materialwissenschaft.“
Für Besucherinnen und Besucher, die mehr über die Forschung des
ISTA erfahren möchten, gibt es seit einigen Monaten die Möglichkeit
das VISTA Science Experience Center im Herzen des Campus zu besuchen.
Eine interaktive Ausstellung und ein breites Workshopangebot lädt
ein, in die Welt der Spitzenforschung einzutauchen.
Stephan Pernkopf betonte am Ende. „Trotz globaler
Herausforderungen dürfen wir uns von unserem Weg nicht abbringen
lassen. Wir müssen weiterhin in Wissenschaft und Forschung
investieren, denn dann können wir zuversichtlich in die Zukunft
blicken. Denn Wissenschaft ist ein zentraler Motor für Fortschritt,
und die Energie der Forschenden am ISTA gibt mir enormen Anlass zu
Optimismus.“
Rückfragen an DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr. Stephan
Pernkopf, T: +43 2742 9005 – 12704, M: +43 676 812 15283, E:
lhstv.pernkopf@noel.gv.at