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IEA-Länderprüfung bestätigt Österreichs starke Ausgangslage bei erneuerbarer Energie

Wien (OTS) – Die Internationale Energieagentur IEA hat heute in Wien
ihre aktuelle
Länderprüfung zur österreichischen Energiepolitik vorgestellt. Der
Bericht „Austria 2026 Energy Policy Review“ stellt Österreich ein
gutes Zeugnis aus und bestätigt eine starke Ausgangslage beim Ausbau
erneuerbarer Energien, bei der Versorgungssicherheit, bei
Speichertechnologien und bei der Innovationskraft im Energiesystem.
Gleichzeitig gibt die IEA-Handlungsempfehlungen, wo noch Potenzial
besteht: bei Netzen, Speichern, Flexibilität, Energieeffizienz und
der industriellen Transformation. „Der IEA-Bericht zeigt klar:
Österreich ist bei erneuerbarer Energie stark unterwegs. Wir stehen
nicht am Anfang, sondern haben bereits ordentlich Strecke gemacht.
Das ist ein gutes Zeugnis für unser Land und zugleich ein klarer
Arbeitsauftrag. Jetzt geht es um konsequente Umsetzung: für mehr
Versorgungssicherheit, leistbare Energie und einen starken
Wirtschafts- und Industriestandort“, so Staatssekretärin Elisabeth
Zehetner anlässlich der Präsentation mit IEA-Exekutivdirektor Fatih
Birol.

Zwtl.: Österreich bei erneuerbarem Strom in europäischer
Spitzengruppe

Österreich zählt laut IEA im europäischen Vergleich zu den
führenden Ländern bei erneuerbarem Strom. Bereits 2024 wurden rund 90
Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Rund 60
Prozent der heimischen Stromerzeugung stammen aus Wasserkraft.
Besonders hervorgehoben werden zudem die österreichischen
Pumpspeicherkapazitäten von 5,6 Gigawatt, die starken
grenzüberschreitenden Leitungen und der integrierte
Netzinfrastrukturplan, mit dem Österreich Strom, Gas, Wasserstoff,
Netze und Speicher gesamthaft plant. „Wasserkraft, Speicher und Netze
sind für Österreich ein echter Standortvorteil. Österreich kann damit
nicht nur die eigene Versorgung absichern, sondern auch ein
Stabilitätsfaktor in der Region sein. Gerade in einer geopolitisch
angespannten Lage ist das von enormer strategischer Bedeutung“,
betont Zehetner.

Zwtl.: ElWG als Modernisierungsschub für den Strommarkt

Auch beim Ausbau der Photovoltaik sieht die IEA deutliche
Fortschritte. Der Bericht spricht von einem österreichischen
„Solarboom“. Photovoltaik erreichte 2024 bereits 11,3 Prozent der
Stromversorgung. Entscheidend sei nun, diesen Ausbau besser in das
Gesamtsystem zu integrieren: durch leistungsfähige Netze, Speicher,
Digitalisierung und ein flexibleres Strommarktdesign. „Um
erneuerbaren Strom 24/7 verfügbar zu machen brauchen wir intelligente
Netze, mehr Speicher, bessere Daten und mehr Flexibilität im System.
Genau hier setzt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz an, aber
auch die EAG-Novelle, die in Vorbereitung ist“, so Zehetner.

Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz wird im IEA-Bericht als
wichtiger Reformschritt hervorgehoben. Es modernisiert den
Strommarkt, stärkt Speicher, ermöglicht flexible
Netzanschlussvereinbarungen, variable Netztarife und dynamische
Stromverträge. Gleichzeitig werden Smart-Meter-Daten besser nutzbar
gemacht und Stromrechnungen verständlicher. Künftig verweisen
Rechnungen auf den Tarifkalkulator der E-Control, damit Kundinnen und
Kunden leichter vergleichen und wechseln können. „Das ElWG ist unser
Modernisierungsschub für den Strommarkt. Es bringt mehr Flexibilität
ins System, stärkt die Rolle der Verbraucherinnen und Verbraucher und
hilft dabei, die Kostenvorteile erneuerbarer Energie besser nutzbar
zu machen“, sagt Zehetner.

Zwtl.: Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz gemeinsam denken

Ein weiterer Schwerpunkt der IEA-Länderprüfung liegt auf
industrieller Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit. Für
Österreich als Industrieland ist das eine zentrale Frage. Ziel ist
es, Emissionen zu senken und gleichzeitig Wertschöpfung,
Arbeitsplätze und industrielle Stärke in Österreich und Europa zu
halten. Mit dem Standortabsicherungsgesetz 2025 unterstützt die
Bundesregierung energieintensive Unternehmen und reduziert das
Risiko, dass Produktion und Emissionen ins Ausland verlagert werden.
Zusätzlich ist im Rahmen der Industriestrategie ein
Industriestrombonus analog zur kommenden Regelung in Deutschland
vorgesehen. „Klimaschutz ist nur dann erfolgreich, wenn Industrie in
Europa gehalten und hier transformiert wird. Wer Produktion
vertreibt, schützt das Klima nicht, sondern verlagert Emissionen und
Arbeitsplätze. Energiepolitik muss daher Klimaschutz und
Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringen“, so Zehetner.

Zwtl.: Forschung und Innovation als Standortvorteil

Positiv verweist der Bericht auch auf Österreichs Forschungs- und
Innovationsökosystem. Die öffentlichen F&E-Ausgaben lagen 2024 bei
3,3 Prozent des BIP. Im Energiebereich wurden 401 Millionen Euro
öffentliche Mittel für Innovation bereitgestellt, unter anderem für
Wasserstoff, CCUS, Energieeffizienz und Elektrifizierung. Auch im
Gebäudebereich wurden Fortschritte erzielt: Der Anteil von Erdöl am
Energieverbrauch von Gebäuden sank zwischen 2005 und 2024 von 23 auf
8 Prozent. „Österreich hat die richtigen Voraussetzungen: starke
Forschung, innovative Unternehmen, viel erneuerbare Energie und hohe
technische Kompetenz. Daraus müssen wir jetzt noch mehr
Umsetzungskraft machen. Denn die Energiewende entscheidet sich nicht
auf dem Papier, sondern bei Genehmigungen, Netzen, Investitionen und
konkreten Projekten“, betont Zehetner.

Zwtl.: Versorgungssicherheit nach 2022 robuster aufgestellt

Die IEA hebt zudem hervor, dass Österreich seine
Energieversorgung nach 2022 deutlich robuster aufgestellt hat. Die
frühere starke Abhängigkeit von russischem Gas wurde als strategische
Schwachstelle erkannt. Positiv genannt werden unter anderem die
strategische Gasreserve von 20 TWh, das Diversifizierungsgesetz und
Infrastrukturmaßnahmen wie WAG Loop 1. Auch beim Aufbau einer
Wasserstoffinfrastruktur sieht die IEA gute Voraussetzungen, um
Österreich als künftige Wasserstoff-Drehscheibe zu positionieren.
„Die aktuelle Lage zeigt sehr deutlich: Wir müssen unabhängiger,
effizienter und widerstandsfähiger werden. Das bedeutet mehr
heimische Energieproduktion, konsequente Elektrifizierung, mehr
Energieeffizienz und eine kluge Diversifizierung dort, wo wir
weiterhin Importe brauchen. Wer Versorgungssicherheit und leistbare
Energie will, muss den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen.
Als Bundesregierung haben wir bereits eine Regierungsvorlage des
Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz ins Parlament gebracht,
jetzt braucht es die Zustimmung der Opposition“, so Zehetner.

Zwtl.: IEA-Bericht als Bestätigung und Arbeitsauftrag

Die IEA führt regelmäßig Länderprüfungen durch, um
Mitgliedstaaten auf Basis internationaler Erfahrungen und bewährter
Beispiele bei der Weiterentwicklung ihrer Energiepolitik zu
unterstützen. Die aktuelle Prüfung Österreichs legt einen besonderen
Fokus auf die Flexibilität des Energiesystems sowie auf die
Verbindung von industrieller Dekarbonisierung und
Wettbewerbsfähigkeit. „Der Bericht der IEA ist Bestätigung und
Arbeitsauftrag zugleich. Österreich hat eine starke Ausgangslage und
bekommt ein gutes Zeugnis. Jetzt geht es darum, die nächsten Schritte
verlässlich, praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig umzusetzen“,
so Zehetner abschließend.

Zum IEA-Bericht: www.iea.org/events/austria-2026-energy-policy-
review