Wien (OTS) – Die Arbeiterkammer sieht sich durch die Ergebnisse der
„Erwachsenen-
PISA“-Studie (PIAAC – Programm zur internationalen Bewertung der
Kompetenzen von Erwachsenen) in ihrem Befund bestätigt: Österreich
liegt bei wichtigen Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen
und digitaler Bildung weiterhin unter dem OECD-Durchschnitt.
Besonders besorgniserregend sind die Lesefähigkeiten: Schwaches
Lesen hängt stark von der sozialen Herkunft ab und ist in Österreich
längst kein Randproblem mehr. Fast ein Drittel der Erwachsenen zählt
inzwischen zur Risikogruppe – also zu jenen Menschen, die Texte nicht
sinnerfassend verstehen können. Diese Risikogruppe ist in nur elf
Jahren stark gewachsen: Die Zahl der Betroffenen stieg um 70 Prozent
– von rund einer Million auf mittlerweile 1,7 Millionen Erwachsene.
Ilkim Erdost, Bereichsleiterin Bildung der Arbeiterkammer Wien,
sieht dringenden Handlungsbedarf:
„ Grundkompetenzen zu stärken bedeutet, Menschen mehr Chancen,
mehr Mitbestimmung und mehr Selbstvertrauen zu ermöglichen. Das ist
wichtig als Basis für die berufliche Aus- und Weiterbildung, und auch
für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und demokratische
Teilhabe. “
Grundbildung stärken – Chancen für alle sichern
Die AK fordert für das etablierte Programm „Level up –
Erwachsenenbildung“ ein entschlossenes Vorangehen bei der
Basisbildung: Ein Ausbau der stark nachgefragten, gebührenfreien
Lehrgänge sowie ein eigenes, zusätzliches Angebot für „Deutsch als
Fremdsprache“ (DaZ). Nur so kann Teilhabe für alle gesichert werden.
„ Unser Befund ist eindeutig: Digitale und sprachliche
Kompetenzen müssen ausgebaut werden. Echte Mitbestimmung ist nur
möglich, wenn Menschen Informationen verstehen, einordnen und sich
selbst ein Bild machen können ,“ so Ilkim Erdost.