St. Pölten (OTS) – Das Jahr 2025 war herausfordernd für die
heimischen
Arbeitnehmer:innen und für die Arbeits- und Sozialrechtsberatung der
AK Niederösterreich: 132.000 Beschäftigte suchten die Hilfe der AK
Niederösterreich. „Die Expert:innen der AK Niederösterreich konnten
beinahe 143 Mio. Euro für die Betroffenen sichern“, zieht AK
Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser
Bilanz.
Unbezahlte Überstunden, nicht ausbezahlte Ansprüche beim Ende des
Arbeitsverhältnisses, fristwidrige Kündigungen, Beratungsbedarf bei
Home Office bzw. Teleworking – die Liste der Probleme, mit denen
heimische Arbeitnehmer:innen im Vorjahr die Hilfe der AK
Niederösterreich suchten, ist lang. Eine besondere Herausforderung
waren Verfallsfristen in Kollektivverträgen: „Für viele Betroffene
konnten wir zustehende Ansprüche wie unbezahlte Überstunden erst in
letzter Minute sichern, weil der jeweilige Kollektivvertrag nur
relativ kurze Verfallsfristen von drei oder sechs Monaten für offene
Ansprüche vorsieht“, schildert Thomas Kaindl. Er ist Leiter des
Bereichs Regionale Aufgaben der AK Niederösterreich, der die Arbeit
der AK Niederösterreich-Bezirksstellen koordiniert. „In manchen
Fällen kamen Arbeitnehmer:innen auch zu spät zu uns und fielen um
einen Teil der Ansprüche um“.
„Überproportional häufig mussten die Arbeitsrechtsexpert:innen
der AK Niederösterreich für Beschäftigte aus der Gastronomie
einschreiten“, sagt AK Niederösterreich-Arbeitsrechtsexpertin Vera
Kmenta-Spalofsky. Gängige Arbeitsrechtsverstöße in der Branche sind
unbezahlte Überstunden, Arbeitszeitverstöße, Bezahlung unter dem
Kollektivvertrag und fehlende Lohnzettel.
Dauerbrenner Insolvenzen
Nach wie vor viel Beratungsbedarf entstand aus Insolvenzen
heimischer Betriebe. „Insgesamt haben wir für etwas mehr als 4.500
Beschäftigte offene Entgeltforderungen beim Insolvenzentgeltfonds
eingebracht“, schildert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-
Vorsitzender Markus Wieser. „Durch unsere schnelle Arbeit wurden die
offenen Forderungen so rasch wie möglich ausbezahlt. Häufig geht es
da um mehrere Monatsgehälter“.
AK Niederösterreich erreicht 143 Mio. Euro an Nachzahlungen für
Arbeitnehmer:innen
Insgesamt wandten sich 2025 132.000 Arbeitnehmer:innen wegen
Problemen am Arbeitsplatz an die AK Niederösterreich. In den
allermeisten Fällen konnte bereits die Beratung das Problem lösen,
etwa bei unklaren Lohnabrechnungen oder einer Überprüfung des
Arbeitsvertrags. In tausenden Fällen musste die AK zugunsten der
Betroffenen intervenieren oder vor Gericht ziehen.
Für diese Menschen erreichte die AK Niederösterreich
Nachzahlungen in der Höhe von insgesamt 142,7 Millionen Euro. Der
Großteil waren ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs
– oder Kündigungsentschädigungen und Abfertigungen, die den
Betroffenen zu Unrecht vorenthalten worden waren. „Ohne unsere
Beratung und Rechtsvertretung wären die meisten Betroffenen nicht zu
ihrem Geld gekommen“, fasst Wieser zusammen.