Wien (OTS) – Der Schulbeginn ist für viele Familien mit erheblichen
zusätzlichen
Ausgaben verbunden: Schulsachen müssen gekauft, Beiträge bezahlt,
Ausflüge und Schulveranstaltungen finanziert werden. Gleichzeitig
bleiben die Kosten für Wohnen, Lebensmittel und Energie hoch. Gerade
Familien mit niedrigen Einkommen stehen dadurch weiterhin stark unter
Druck.
Die Caritas begrüßt grundsätzlich, dass die Bundesregierung die
Zukunft von Kindern stärker in den Blick nehmen will. Der von der ÖVP
vorgelegte Vorschlag für ein Zukunftsdepot sieht steuerfreies
Ansparen für Kinder und ein staatliches Startguthaben von bis zu 500
Euro vor. Aus Sicht der Caritas hat das Modell jedoch eine
entscheidende Schwäche: Wer selbst wenig oder gar nichts ansparen
kann, profitiert weniger.
„ Es ist richtig, in die Zukunft unserer Kinder zu investieren.
Aber staatliche Unterstützung muss alle Kinder erreichen – unabhängig
davon, wie viel Geld ihre Eltern selbst auf die Seite legen können.
Familien, die jeden Euro für Miete, Lebensmittel, Energie und
Schulsachen brauchen, haben diese Möglichkeit schlicht nicht “, sagt
Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler.
Die Bundesregierung hat eine Kindergrundsicherung angekündigt und
sich zum Ziel gesetzt, Kinderarmut zu halbieren. Gleichzeitig erhöhen
die weiterhin hohen Lebenshaltungskosten und Sparmaßnahmen – etwa die
Nicht-Valorisierung der Familienbeihilfe – den finanziellen Druck auf
armutsgefährdete Familien. Für die Caritas muss ein Zukunftspaket für
Kinder deshalb bereits heute ansetzen.
„ Wer Kindern gute Zukunftschancen ermöglichen will, muss dafür
sorgen, dass sie heute gut und abgesichert aufwachsen können. Ein
Startguthaben von 500 Euro ist eine Unterstützung, kann aber eine
armutsfeste Absicherung, gute Bildung und verlässliche Betreuung
nicht ersetzen “, betont Tödtling-Musenbichler.
Die Caritas warnt daher davor, nach dem Familienbonus eine
weitere Förderung zu schaffen, von der Familien mit größeren
finanziellen Spielräumen stärker profitieren. Stattdessen braucht es
eine Kindergrundsicherung, die wirksam vor Armut schützt, sowie gute
und leistbare Kindergarten- und Nachmittagsbetreuung inklusive
Verpflegung.
Gleichzeitig appelliert die Caritas an die Bundesregierung, die
laufenden Verhandlungen über eine bundesweit einheitliche Sozialhilfe
erfolgreich abzuschließen und dabei insbesondere die Situation von
Kindern in den Mittelpunkt zu stellen. „ Eine gute Zukunft beginnt
nicht erst mit einem finanziellen Polster für später. Sie beginnt
damit, dass Kinder heute ohne Armut aufwachsen und unabhängig vom
Einkommen ihrer Eltern echte Chancen bekommen. Genau daran muss sich
eine Politik für Kinder messen lassen “, so Tödtling-Musenbichler.