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„dokFilm“ zum 100. Geburtstag: „Jerry Lewis – Ein rebellischer Clown“ am 22. März

Wien (OTS) – Jerry Lewis war der Großmeister der Grimasse, der
Präzisionsarbeiter
der Pointe, der Superstar des Slapstick. Doch der Komödiant war weit
mehr als ein Possenreißer. In seiner Zeit der Bühnen- und
Filmpartnerschaft mit Dean Martin vermochte er Massenhysterien zu
entfachen wie später nur Elvis oder die Beatles. Später erhob er sich
über sein eigenes Image, wurde stilprägend als Regisseur seiner
eigenen Filme und entwickelte ein spezielles Kamerasystem. In den
1980er-Jahren entdeckte ihn Martin Scorsese als ernsthaften
Schauspieler. Am 16. März wäre Lewis 100 Jahre alt geworden. Der ORF
erinnert mit dem Porträt „Jerry Lewis – Ein rebellischer Clown“ im
„dokFilm“ am Sonntag, dem 22. März 2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und
auf ORF ON an den Ausnahmekünstler. Darin erzählt Regisseur Gregory
Monroe die Geschichte des einsamen Buben, der mit seinem Drang,
unterhalten zu wollen, zum Weltstar wurde.

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Im Alter von fünf Jahren stolperte Jerry Lewis buchstäblich ins
Showbusiness: Sein Vater, ebenfalls Entertainer, bat ihn zu sich auf
die Bühne, Jerry stürzte über einen Scheinwerfer – und kassierte
seinen ersten Lacher. Da hatte er bereits zu seiner Berufung
gefunden: „Ich war der Klassenclown, der Unruhestifter, ich tat
alles, um die Leute zum Lachen zu bringen“, erinnerte er sich später.
Mit 15 Jahren hatte der am 16. März 1926 in Newark / New Jersey als
Joseph Levitch geborene Sohn osteuropäischer Juden, die vor
Verfolgung in die USA flohen, seine erste Nummer geschrieben. Mit 20
war er berühmt.

Jerry war ein Einzelkind, die Eltern waren beruflich meist
abwesend. Später fand er in Dean Martin den großen Bruder, den er nie
hatte. „Es war ein guter Tag, als wir einander kennenlernten“, sagte
Lewis später. Erstmals getroffen hatten die beiden einander in einer
Bar, in der Jerry einen Auftritt hatte. Ein betrunkener Gast störte
die Vorstellung, Dean Martin brachte ihn mit Nachdruck zum Schweigen.
So erfolgreich beider Zusammenarbeit war, so unzertrennlich sie
miteinander verbunden schienen, so jäh gingen sie auseinander. 1956,
während der Dreharbeiten zu ihrem letzten gemeinsamen Film „Hollywood
or Bust“ wechselten sie kein Wort mehr. „Er fehlt mir jeden Tag, seit
er gestorben ist“, sagte Lewis später über seinen Comedy-Partner. Der
Schmerz blieb.

Dass jede Komik aus Schmerz geboren wird, war die tiefe Einsicht
des Ausnahmekünstlers und ein Geheimnis seines Erfolgs. In Frankreich
stand er denn auch im Zentrum intellektueller Debatten. Die
Meisterregisseure Louis Malle und Jean-Luc Godard erkannten, dass
hinter seinen perfekt getimten Kapriolen ein subversiver Geist stand.
Jerry Lewis seinerseits hegte sein Leben lang eine tiefe Bewunderung
für die Größten seines Fachs: Stan Laurel und Charlie Chaplin, den er
an seinem Wohnsitz in der Schweiz besuchte, um sich wochenlang über
das Wesen von Komik auszutauschen. Regisseur Martin Scorsese erkannte
schließlich, dass sich hinter der Clown-Maske ein Tragöde verbarg,
und besetzte den Publikumsliebling als abgründigen Möchtegern-Komiker
in seinem Film „The King of Comedy“.