Freizeit

Elf Polizeidiensthunde können neben Geld und Dokumenten auch digitale Datenträger aufspüren

Wien (OTS) – Im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit der
Diensthundeschule der Bayerischen Polizei bildete das
Innenministerium 2024 zwei Datenträgerspürhunde aus. Nach einer
Evaluierung wurde entschieden, den Spezialbereich Banknoten- und
Dokumentenspürhund mit der Datenträgerausbildung zu kombinieren.
Dadurch können Polizeidiensthunde künftig beide Aufgabenfelder – das
Aufspüren von Datenträgern sowie von Banknoten und Dokumenten –
abdecken.

„Vor 30 Jahren wurden Diensthunde ausgebildet, um nach
Bankräubern und Einbrechern zu fahnden. Heute gibt es zusätzliche
Anforderungen, wie zum Beispiel das Aufspüren von Datenträgern – ein
ganz wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen Internetkriminalität und
Extremismus“, sagte Innenminister Gerhard Karner.

„Die Datenträgerspürhunde leisten schon jetzt einen wichtigen
Beitrag zur inneren Sicherheit. Sie finden versteckte digitale
Beweise, beschleunigen Ermittlungen und helfen, Extremismus und
Terrorismus aufzudecken“, betonte Staatssekretär Jörg Leichtfried.

Österreichweit derzeit elf Datenträger-, Banknoten- und
Dokumentenspürhunde

Der erste Grundausbildungslehrgang für Datenträger-, Banknoten-
und Dokumentenspürhundeführerinnen und -führer mit fünf Hunden fand
von April bis Juni statt. Der zweite Lehrgang läuft derzeit und endet
im November – danach werden insgesamt elf Polizeihunde mit dieser
Spezialausbildung im Einsatz sein.

Unverzichtbare Unterstützung für Ermittlungen

Alle Diensthunde der österreichischen Bundespolizei werden zwei
Jahre lang als Schutz- und Stöberhunde ausgebildet. Jene bislang elf
Hunde mit der achtwöchigen Spezialausbildung zum Datenträgerspürhund
sind darüber hinaus in der Lage, versteckte elektronische Datenträger
wie USB-Sticks, Mobiltelefone, Festplatten, SIM-Karten oder e-Wallets
aufzuspüren. Diese Fähigkeit ist bei Ermittlungen zu Cyber-,
Wirtschafts- aber auch Gewaltdelikten, Extremismus, Terrorismus,
Stalking, Hate Crime oder bei der Bekämpfung organisierter
Kriminalität von großem Wert.

Ihre Arbeit ermöglicht die Sicherung entscheidender Beweismittel
und trägt maßgeblich zur Aufklärung von Straftaten und zur
Strafverfolgung bei.

Anspruchsvolle und praxisnahe Ausbildung

Die achtwöchige modulare Ausbildung von Datenträgerspürhunden
erfordert eine hohe Fachkompetenz: Die Hunde müssen nicht nur die
technischen Fähigkeiten erlernen, Datenträger aufzuspüren, sondern
auch in der Lage sein, in realen Einsatzszenarien präzise und
zuverlässig zu arbeiten.

„Mittelfristig sollen insgesamt 30 Datenträgerspürhunde zur
Verfügung stehen – wir haben in diesem Bereich eine
Ausbildungskapazität von bis zu zehn Hunden pro Jahr“, sagte der
Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, der auch
auf bisherige Erfolge verweist: „Beispielsweise bei der Ausforschung
der Bankomatsprengerbande leisteten die Datenträgerspürhunde einen
ganz wesentlichen Beitrag.“