Wien (OTS) – Konzentrationsprobleme, Kreislaufbeschwerden, weniger
Leistungsfähigkeit: Hohe Temperaturen am Arbeitsplatz sind durch den
Klimawandel auch in Österreich längst keine Ausnahme mehr. Doch die
gesundheitlichen Risiken durch Hitze am Arbeitsplatz, auch bei
körperlich weniger anstrengenden Tätigkeiten, bleiben weiterhin
unterschätzt. Anlässlich des Hitzeaktionstags fordert die
Gewerkschaft GPA deshalb deutliche Verbesserungen beim Hitzeschutz am
Arbeitsplatz.
„Die Hitzeschutzverordnung für Arbeiten im Freien war ein
wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. Doch durch die
Klimakrise wird Hitze auch in Innenräumen zu einer zunehmenden
Belastung für Beschäftigte“, betont GPA-Expertin Isabel Koberwein.
„Bereits bei einer Temperatur von 25°C lässt die Konzentration nach
und die Produktivität sinkt. Doch bisher haben Beschäftigte selbst
bei Temperaturen über 30°C keinen Anspruch auf hitzefrei“, führt
Koberwein weiter aus.
Die Fürsorgepflicht seitens des Arbeitgebers sieht vor, dass
Belastungen durch Hitze vermieden oder reduziert werden müssen. Doch
die Praxis zeigt, dass dies nicht ausreicht: Bereits im Sommer 2025
berichteten fast zwei Drittel der Bevölkerung von gesundheitlichen
Folgen durch Hitze. „Dieser Trend wird sich auch in Zukunft
fortsetzen. Deshalb braucht es jetzt konkrete Verpflichtungen, um
gesundheitsgefährdende Hitze am Arbeitsplatz zu vermeiden, samt
entsprechender Kontrolle durch die Arbeitsinspektion“, appelliert
Koberwein weiter.
„Wir fordern, dass ab einer Temperatur von über 25°C verbindlich
Maßnahmen gesetzt werden müssen. Wenn es dadurch nicht gelingt, die
Raumtemperatur dauerhaft unter 30°C zu halten, braucht es in letzter
Konsequenz ein Recht auf bezahlt hitzefrei“, so die Gewerkschafterin
abschließend.