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Grüne fordern Aufklärung zu Missbrauchsvorwürfen im SOS-Kinderdorf Moosburg

Wien (OTS) – „Die jüngsten Enthüllungen über jahrelange Gewalt und
Missbrauch im
SOS-Kinderdorf Moosburg sind zutiefst erschütternd. Kinder, die
Schutz und Geborgenheit hätten erfahren müssen, sollen mutmaßlich
misshandelt, erniedrigt und allein gelassen worden sein. Besonders
schwer wiegt, dass trotz dokumentierter Hinweise scheinbar weder die
Justiz noch die zuständigen Behörden wirksam eingeschritten sind“,
betont Barbara Neßler, Kinder- und Jugendsprecherin der Grünen.

Aus diesem Grund bringen die Grünen eine parlamentarische Anfrage
an die Justizministerin ein. Sie soll klären, warum trotz zahlreicher
Hinweise und einer unabhängigen Studie keine Konsequenzen gezogen
wurden und wie es zu mehrfach eingestellten Verfahren kommen konnte.

Im Zentrum steht auch die Rolle der Kärntner Landesregierung, die
als fachliche Aufsicht über die Kinder- und Jugendhilfe eine
besondere Verantwortung trägt. „Es ist höchst fraglich, wie es zu
einem derartigen Kontrollversagen kommen konnte. Warum ist das Land
Kärnten seiner gesetzlichen Aufsichtspflicht nicht nachgekommen? Nach
dem Franz Wurst-Skandal hätte höchste Sensibilität herrschen müssen –
doch stattdessen zeigt sich, dass die Behörden nichts gelernt haben.
Die Kärntner Landesregierung trägt Mitverantwortung für dieses
eklatante Versagen im Kinderschutz. Deswegen wollen wir wissen,
welche Anzeigen tatsächlich erstattet wurden und warum diese offenbar
folgenlos blieben“, betont Olga Voglauer, Nationalratsabgeordnete und
Landessprecherin der Grünen Kärnten.

Die Anfrage fordert umfassende Aufklärung, eine mögliche
Wiederaufnahme der Verfahren sowie Maßnahmen, um künftig
sicherzustellen, dass institutionelle Gewalt an Kindern konsequent
verfolgt wird. Es stellt sich außerdem die Frage, ob auch in anderen
Institutionen, abseits von SOS Kinderdorf, derartige Fehlverhalten
bekannt sind.

„Kinder sind die verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft.
Ihr Schutz muss oberste Priorität haben. Ein derartiges Wegschauen
darf sich niemals wiederholen“, hält Neßler fest.