Freizeit

Grüne Wien/Berner: Rechnungsabschluss offenbart falsche kulturpolitische Prioritätensetzung

Wien (OTS) – „Was hier vorliegt, ist kein Konzept für eine starke
Kulturstadt,
sondern ein Dokument der kulturpolitischen Fehlsteuerung: zu wenig
Transparenz, zu wenig Planungssicherheit und falsche Prioritäten auf
Kosten der freien Szene, des Nachwuchses und fairer
Arbeitsbedingungen“, so die Kultursprecherin der Grünen Wien, Ursula
Berner, anlässlich des Rechnungsabschlusses 2025.

Der Abschluss offenbart gravierende Probleme im Kunst- und
Kulturbereich, darunter anhaltende Genderungleichheiten in der
Musikförderung, intransparente Besetzungsverfahren bei stadtnahen
Häusern und massive Unsicherheit bei Förderentscheidungen.

Berner kritisiert insbesondere die Einschränkungen bei den
Kulturförderungen, wodurch es fast nur noch Einjahresverträge geben
wird und mehrjährige Förderzusagen nur noch in Ausnahmefällen möglich
sein werden. „Kulturvereine und Initiativen brauchen
Planungssicherheit statt Förderzusagen auf den letzten Drücker. Schon
jetzt sind prekäre Beschäftigung, schlechte Bezahlung und unsichere
Arbeitsverhältnisse in weiten Teilen des Kulturbetriebs Realität“, so
Berner.

Besonders deutlich werde die falsche Schwerpunktsetzung bei der
Eventim-Halle in St. Marx. Während im Kulturbereich auch im kommenden
Jahr Kürzungen angekündigt sind, beteiligt sich die Stadt laut
Berichten mit rund 200 Millionen Euro an der neuen Eventarena. „Statt
die kulturelle Infrastruktur in der Stadt abzusichern, fließen viele
Mittel in einen internationalen Konzern“, kritisiert Berner.

Die Wiener Grünen fordern transparente Ausschreibungsverfahren, den
Erhalt von Mehrjahresförderungen, ein verbindliches Bekenntnis zu
Fair Pay, die Absicherung von Kammeroper und von Büchereien sowie
eine klare Priorisierung der Mittel zugunsten der Wiener Kulturszene.