Freizeit

Grüne Wien fordern Neuaufbau der Kinder- und Jugendhilfe

Wien (OTS) – Bei einem Mediengespräch haben die Wiener Grünen heute,
Montag, eine
Neuaufstellung der Kinder- und Jugendhilfe gefordert. Die nicht
amtsführende Stadträtin Judith Pühringer sprach von einer „Krise der
Kinder- und Jugendhilfe“, die MA 11 sei „zu einem akuten Notfall
geworden“.

Knapp vor Weihnachten habe es sogar einen Aufnahmestopp in den
Krisenzentren der Stadt Wien gegeben, seit Jahren stehe die Wiener
Kinder- und Jugendhilfe unter Druck. Allein in den Jahren 2022 bis
2024 sei die Zahl der Gefährdungsabklärungen um rund zehn Prozent
gestiegen, „von rund 12.000 im Jahr 2022 auf mehr als 13.000 im Jahr
2024“, zeitgleich sei die Anzahl der Mitarbeiter*innen gesunken, so
Pühringer, die eine dringliche Anfrage im Landtag zum Thema
ankündigte.

In der Kinder- und Jugendhilfe müsse man zu „immer drastischeren
Maßnahmen greifen, weil es zu wenig ambulante Angebote gibt“,
kritisierte Pühringer. Ruhezeiten würden nicht eingehalten,
Wartezeiten seien „untragbar“.

Besonders alarmierend sei die Situation in den Krisenzentren, so
Pühringer. Im ersten Halbjahr 2024 sei die Auslastung im Durchschnitt
auf rund 120 Prozent gestiegen, es würden statt der vorgesehenen acht
Kinder bis zu 13 Kinder aufgenommen. „Das ist kein geschützter Raum
mehr und führt zu einer Überforderung aller Beteiligten – der Kinder
und der Mitarbeiter*innen“, befürchtete Pühringer. Ein beträchtlicher
Anteil an Kindern und Jugendlichen, „die akut gefährdet sind“, treffe
auf „ein System, bei dem eingespart und gekürzt wird“, kritisierte
die nicht amtsführende Stadträtin.

Gemeinderätin Ursula Berner kritisierte „Personalmangel, lange
Dienste und zu wenig Ruhezeiten“ und forderte „endlich strukturelle
Maßnahmen und Mut für die Neuaufstellung der MA 11“. Es brauche
„ausreichend Ressourcen, Entbürokratisierung und ein ambulantes
Unterstützungsangebot“, so Berner. Die Grünen fordern einen
„Neuaufbau und eine systematische Änderung“ der Kinder- und
Jugendhilfe in Wien – mit besseren Arbeitsbedingungen und einer
Neuaufsetzung der Krisenzentren.
Es brauche einen Schwerpunkt bei der Prävention von (sexualisierter)
Gewalt, mehr Ausbildungsplätze für Sozialarbeiter*innen und die
Wiedereinführung des Jugendgerichtshofs.

Weitere Informationen: Grüner Klub im Rathaus, Kommunikation,
Tel.: 01/4000-81814 (Schluss) mag