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Industrie zu Arbeitsmarkt: Angespannte Arbeitsmarktlage benötigt rasche Reformen

Wien (OTS) – Die schwierige wirtschaftliche Lage zeigt sich gerade
auch am
Arbeitsmarkt, die Industrie steht unter hohem Konkurrenzdruck durch
massive Lohn- und Bürokratiekosten. Die Zahl der Personen in
Arbeitslosigkeit oder Schulung stieg auch im April weiter an. Es
waren 398.342 Personen in Österreich arbeitslos oder in Schulung, das
sind 5.711 mehr als im Vorjahr (+1,5 Prozent). Das erfordert
dringendes Gegensteuern.

In diesem Zusammenhang ist positiv zu bewerten, dass einer
langjährigen Forderung der Wirtschaft im Rahmen der
Budgetverhandlungen teils nachgekommen wurde. Die Senkung des FLAF-
Beitrags um einen Prozentpunkt ist für die internationale
Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen essenziell. Aktuelle OECD-
Zahlen – Österreich ist in der OECD auf Platz 4 in der Belastung des
Faktors Arbeit mit 47,1 Prozent – unterstreichen einmal mehr die
hohen Belastungen in Österreich. Es ist jedoch kritisch anzumerken,
dass die Senkung zeitverzögert erfolgt und nicht durch das allgemeine
Bundesbudget finanziert wird, sondern stark einnahmenlastig durch die
Verlängerung der Bankenabgabe, neue FLAF-Beiträge für Ältere sowie
die Anhebung der Körperschaftssteuer. Damit erfolgt ein Teil der
Gegenfinanzierung durch Mehrbelastung der Wirtschaft. „Die weitere
Absenkung des FLAF-Beitrages und die Finanzierung durch
Effizienzsteigerungen bleibt eine Priorität für die internationale
Wettbewerbsfähigkeit des Landes“, hält Christoph Neumayer,
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), anlässlich der
heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fest.

„Aktuell ist fraglich, ob in den Budgetverhandlungen die fragile
Wettbewerbssituation Österreichs ausreichend berücksichtigt wurde.
Strukturelle Reformen müssen auf der Tagesordnung bleiben –
beispielsweise im Pensionssystem, in der Aufgabenteilung zwischen
Bund und Ländern sowie bei der Bürokratie allgemein. Wir haben
weniger ein konjunkturelles als ein strukturelles Problem – nur wenn
diese Herausforderungen rasch gelöst werden, gewinnen wir wieder an
Wettbewerbsfähigkeit und machen nachhaltiges Wachstum in Österreich
möglich“, so Neumayer.

„Noch zu wenig wurden in den Budgetverhandlungen die Probleme des
stagnierenden Arbeitsvolumens und Anreize mehr zu leisten adressiert.
Seit 2015 fielen die Arbeitsstunden je Beschäftigungsverhältnis von
1.517 auf 1.442 Stunden pro Jahr. Ebenso wird in Österreich
durchschnittlich nur 33,9 Stunden pro Woche gearbeitet – inklusive
Teilzeit – und damit liegen wir unter dem EU-Schnitt von 35,7 Stunden
pro Woche. Hier muss gegengesteuert werden“, so Neumayer
abschließend.