Freizeit

Kollektivvertrag Handelsarbeiter:innen: Noch immer kein Abschluss in Sicht

Wien (OTS) – Die letzte Kollektivvertragsverhandlung für die
Arbeiter:innen im
Handel liegt bereits Wochen zurück. Am 3. Dezember fand der bereits
dritte Verhandlungstermin statt, der ohne Ergebnis blieb. Die
Beschäftigten waren seither nicht untätig: Mit Kundgebungen und
Konvois in der Nähe großer Einkaufszentren haben die
Handelsarbeiter:innen mehrfach auf ihre Situation aufmerksam gemacht
– etwa bei der Shopping City Süd am Rande Wiens, sowie in der
Innenstadt von St. Pölten und an weiteren Orten in Wien,
Oberösterreich, Salzburg und Tirol.

Zusätzlich haben rund 3.000 Beschäftigte eine Petition
unterzeichnet, mit der sie die gewerkschaftliche Forderung nach
Lohnerhöhungen über der Inflation unterstützen. Das entspricht etwa
der Hälfte der Belegschaften der Lebensmittelkonzerne Spar, Rewe und
Lidl.

Ohne Handelsarbeiter:innen keine Umsätze

Der Dezember ist im Handel traditionell die Zeit der großen
Umsätze. Insgesamt freute sich die Branche über einen Jahresumsatz
von knapp 80 Milliarden Euro. Für die Handelsarbeiter:innen war der
Advent hingegen keine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit: Sie sorgten
dafür, dass die Ware für die Weihnachtseinkäufe in den Geschäften
verfügbar war – und wickeln nun in den Lagern die Umtauschware ab,
egal ob aus dem Onlinehandel oder aus Rückgaben im Geschäft. „Ohne
die Beschäftigten in den Lagern und im Transport würde kein Regal
gefüllt und kein Umsatz geschrieben“, betont vida-Verhandlerin
Christine Heitzinger.

„Es gibt für die Handelsunternehmen allen Grund, sich auf die
Schultern zu klopfen. Doch jetzt sollten die Arbeitgeber Loyalität
gegenüber ihren Mitarbeiter:innen beweisen und diese an ihren
positiven Bilanzen teilhaben lassen“, so Heitzinger.

vida bereit zu weiteren Verhandlungen

Die Berufsgruppe hat bereits im vergangenen Jahr einen Beitrag
zur Krisenbewältigung geleistet. Nun wäre es an der Zeit, sich dafür
erkenntlich zu zeigen. „Die Kolleg:innen im Lager und im Transport
haben sich eine faire Lohnerhöhung verdient. Ich bin optimistisch,
dass wir am Verhandlungstisch eine Lösung finden. Unsere Hand ist
ausgestreckt – wir sind jederzeit verhandlungsbereit“, appelliert
Heitzinger an die Wirtschaftskammer.