MAK zeigt „KATERYNA LYSOVENKO. Borderland“

Wien (OTS) – Die in der Ukraine geborene und in Wien lebende
Künstlerin Kateryna
Lysovenko verbindet in der MAK Ausstellung KATERYNA LYSOVENKO.
Borderland (16.9.2026–18.10.2026) die Sprache klassischer Malerei mit
aktuellen Fragen der Gegenwart. In teilweise eigens für das MAK
geschaffenen Gemälden und ausgewählten Aquarellen stellt Lysovenko
verletzliche Körper, hybride Wesen und mythologische Erzählungen
heroischen Kriegsnarrativen gegenüber. Sie untersucht die
Zusammenhänge zwischen Körper und Ideologie und nutzt das Medium
Malerei, um das Leben im Krieg und Exil erfahrbar zu machen. Mit
ihren thematischen Explorationen eröffnet sie Räume für
gesellschaftliche und politische Imagination.

Lysovenko versteht Malerei als soziale Handlung und politisches
Medium. Dabei geht es weniger um die Illustration von Ereignissen als
um Methoden, die Welt zu entdecken und zu befragen. Ihre
spannungsreiche Bildwelt basiert auf Beobachtungen, Verschiebungen
und Fragmenten des Alltags. Die Malerei wird hier zum Werkzeug, um
Sichtbarkeit und Wirklichkeit neu zu verhandeln. Bilderzyklen
entwickelt sie als überdimensionale Malereien in Öl bzw. Acryl auf
Leinwand oder Aquarell auf Papier.

Kateryna Lysovenko arbeitet in ihrer Malerei mit Reduktion und
Leerstellen. Farbigkeit wird dabei als eigener Resonanzraum
interpretiert. Ausgehend von schwarz-weißen Papierarbeiten fand die
Künstlerin im repressiv erlebten akademischen System schließlich zu
einer offensiven, polychromen Formensprache. In ihrem nuancierten
Farbenspiel verwendet Lysovenko milchige Grau-, Grün- und leuchtende
Blautöne sowie intensive Rot-, Orange- und Rosatöne. Sie kreisen um
Liebe, Energie und Gefahr, stehen symbolisch für Blut, Leben und Tod
oder signalisieren Feuer. Die Aquarelle hingegen zeichnen sich durch
eine subtile Farbscala aus. Die Künstlerin betont in ihren Arbeiten
eine Verschiebung der Wirklichkeit und führt den Betrachter*innen die
Lage der Betroffenen und imaginäre Schauplätze des Geschehens lebhaft
vor Augen.

In den eigens für das MAK entstandenen Gemälden thematisiert
Lysovenko die Flüsse Dnipro in Kyjiw und Donau in Wien, die beide
eine Stadt prägen und als Metaphern politischer Landschaften ins
Schwarze Meer fließen. Sie ziehen sich wie Adern, Grenzen und Narben
durch die Bilder und transportieren Erinnerungen. Vereinzelt dienen
Inseln als Zufluchtsorte und symbolisieren Relikte der Vergangenheit.
Das fließende Wasser und die Wogen des Meeres versinnbildlichen
Migration, den Wandel politischer Geschichte und stehen für
Gemeinschaft und Solidarität.

Im Zentrum von Lysovenkos Malereien und Aquarellen stehen die
Figuren. So zeigt die Arbeit Kassandra sieht Troja (2025) die
Akteurin inmitten der Landschaft, die sich vor ihr ausbreitet. Das
Gemälde Dein Zuhause ist zu dir gekommen (2024) porträtiert eine
überwältigte, an einem Tisch sitzende Frau, während sich das Zimmer
in ein Kriegsszenario auflöst. Gleichsam als Mahnmal fungieren
Schlafende in einem Wald im Gemälde Stille Stunde (2025). Gehüllt in
Schlafsäcke und kauernd wirken die Soldat*innen oder Zivilist*innen
wie Kokons und Mumien. In der Peripherie scheinen die Ausläufer des
Waldes bis in die Unendlichkeit zu reichen.

Die Figuren in Lysovenkos Bildern befinden sich fortwährend in
Verwandlung. Durchleuchtet erscheinen sie als Rundformen und
embryonale Körper, die sich durch ihre Bilderwelten ziehen. Die
Künstlerin fängt dabei insbesondere die Menschlichkeit ihrer Motive
ein und portraitiert – im Gegensatz zum Sozialistischen Realismus –
entheroisierte Körper, Chimären und Organismen, die keine Opfer,
sondern Handlungen des Widerstandes darstellen und die
Verletzlichkeit der Bürger*innen unterstreichen.

Kateryna Lysovenko (*1989, Kyjiw, Ukraine) ist 2022 nach Österreich
geflüchtet und zählt zu den bedeutendsten aufstrebenden Maler*innen
der jungen Generation. Sie studierte am Odesa Grekov Art Professional
College sowie an der National Academy of Fine Arts and Architecture (
NAFAA), Kyjiw. Ihre Ausstellungen fanden u. a. im CAC Contemporary
Art Centre, Vilnius (2026), im Salzburger Kunstverein (2026), im
Museum of Modern Art, Warschau (2025), und im Kunstverein Hannover (
2025) statt. Aktuell ist sie auf der Manifesta 16 Ruhr vertreten.

Anlass für die MAK Ausstellung ist der Münze Österreich Preis, mit
dem Kateryna Lysovenko im Rahmen der viennacontemporary 2025
ausgezeichnet wurde.

Pressefotos stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.

Pressekonferenz
Dienstag, 15.9.2026, 10 Uhr

Eröffnung
Dienstag, 15.9.2026, 19 Uhr
Eintritt frei zur Ausstellungseröffnung

Ausstellungsort
MAK Forum
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien

Ausstellungsdauer
16.9.2026–18.10.2026

Öffnungszeiten
Di 10–21 Uhr, Mi bis So 10–18 Uhr

Kuratorin
Bärbel Vischer, Kustodin MAK Sammlung Gegenwartskunst

Rahmenprogramm zur Ausstellung
laufend aktualisiert unter MAK.at/katerynalysovenko

MAK Eintritt
Ꞓ 19/18*
ermäßigt Ꞓ 15,50/14,50*
jeden Dienstag 18–21 Uhr: Eintritt Ꞓ 9,50/8,50*
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19
* Ticketpreis im Online-Vorverkauf

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at