Wien (OTS) – Der Sommer 2025 hat erneut gezeigt, dass
Extremwetterereignisse
generell zunehmen – sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität der
außergewöhnlichen Wetterphänomene sind im Anstieg begriffen.
Im Rahmen eines Innovationsprojekts hat Austrian Power Grid (APG)
vor diesem Hintergrund gemeinsam mit der BOKU wichtige
Waldbrandgefährdungskarten entwickelt, um die Versorgungssicherheit
auch angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr in Österreich auf
höchstem Niveau zu gewährleisten.
In einer Forschungskooperation mit der Universität für
Bodenkultur (BOKU) Wien wurde das Waldbrandrisiko entlang von
Hochspannungsleitungen abgeschätzt. Ausgelöst wurde dieses im Jahr
2023 gestartete Projekt durch eine zunehmende Häufung von
Waldbrandereignissen im europäischen Raum und einer gleichzeitig noch
nicht ausreichenden Datenlage über Waldbrandphänomene im alpinen
Raum.
In Zusammenarbeit mit den BOKU-Instituten für Waldbau, Alpine
Naturgefahren, sowie Meteorologie und Klimatologie wurden die
zukünftigen Herausforderungen für die Strominfrastruktur der Austrian
Power Grid erhoben.
Dazu zählen die Untersuchung der derzeitigen Gefährdungssituation
aktueller Leitungsverläufe und die Identifikation von Brandursachen
im Bereich der Leitungstrassen. Diese wurden unter Berücksichtigung
der Spannungsebene, des Trassenmanagements, des Bewuchses sowie der
Topografie untersucht. Zukünftige Gefahren wurden unter den
Gesichtspunkten des Klimawandels, sowie veränderter Landnutzung
abgeschätzt. Darüber hinaus wurde untersucht, mit welchen Maßnahmen
die Gefahr von Waldbränden und das Auftreten unkontrollierter Feuer
im Bereich von Hochspannungsleitungen minimiert werden können.
Die Ergebnisse im Überblick
Das Projekt lieferte erstmals eine umfassende Analyse der
Ursachen und Auswirkungen von Waldbränden im Umfeld von
Hochspannungsleitungen. Auf Basis meteorologischer,
vegetationsbezogener und sozioökonomischer Daten entstand ein Modell
zur Bewertung der Waldbrandgefahr und zur Identifikation gefährdeter
Trassenabschnitte.
Die Waldbrandwahrscheinlichkeit wurde in fünf Klassen unterteilt,
um die Vulnerabilität der Infrastruktur besser einschätzen zu können.
Zudem wurde eine umfassende Datengrundlage zu Brandintensitäten
geschaffen, die zur Bewertung von Exposition und Risiko beitrug.
Weiters neu ist die erstmalige Erforschung der
Waldbrandentstehungsgefahr. Hier wurden Erkenntnisse gewonnen, welche
Faktoren entscheidend sind und wie diese berechnet werden können. Mit
den Forschungsergebnissen konnten erstmals verschiedene
Waldbrandgefährdungskarten, abhängig des GWL (Global Warming Level),
erstellt werden.
Über Austrian Power Grid (APG) Als unabhängiger
Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die
sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und
digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-
art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und
reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den
Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die
Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts
– und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer
Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem
Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und
laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von
Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die
Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2024 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 630 Millionen Euro 2025
(2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und
wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele
Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in
den Netzaus- und Umbau investieren.