St. Pölten (OTS) – Der Verband der Bahnindustrie, die
Wirtschaftsagentur ecoplus und die
Wirtschaftskammer Niederösterreich luden am heutigen Donnerstag ins
Haus der Digitalisierung nach Tulln zum Fachdialog „Innovation auf
Schiene“. Im Mittelpunkt stand die Zukunft der Bahntechnologie in
Niederösterreich. Unter den Sprecherinnen und Sprechern waren
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftskammer NÖ-
Vizepräsident Christian Moser, Christian Diewald, Präsident des
Verbandes der Bahnindustrie, sowie ecoplus-Geschäftsführer Helmut
Miernicki.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte in ihrer Ansprache:
„Es ist wichtig, auf das Zukunftsthema Bahntechnologie zu setzen –
gerade in dieser herausfordernden Zeit. Wir alle wissen, dass wir den
internationalen Konkurrenzkampf nicht über Rohstoffe oder über
Billigprodukte gewinnen, aber wir können mit der Innovationskraft,
Qualität und vor allem der Exzellenz unserer Betriebe überzeugen.
Diese Exzellenz gibt es in der Bahnindustrie: Wir liegen weltweit
vorne, was Patente und Innovationen betrifft. Niemand hat so viele
gute Ideen wie unsere Bahnindustrie und damit schafft sie nicht nur
Wertschöpfung, sondern auch gut bezahlte Jobs in Niederösterreich.“
Jeder Euro, der in der heimischen Bahnindustrie erwirtschaftet
werde, bringe zusätzliche 90 Cent an Wertschöpfung. „Das wollen wir
nutzen, um den Wirtschaftsstandort Niederösterreich weiter zu
stärken“, so Mikl-Leitner. Zwei große Zukunftsfragen würden durch die
Bahnindustrie maßgeblich beantwortet: „Zum einen die Mobilität, zum
anderen den Klima- und Umweltschutz. Die klare Antwort ist der Ausbau
der Bahninfrastruktur.“ Dieser Ausbau erfolge weltweit und eröffne
einen großen globalen Markt. Gleichzeitig stehe man starker
internationaler Konkurrenz gegenüber: „Diese arbeitet oft unter
völlig anderen Umweltstandards und staatlich subventioniert. Das ist
ein unfairer Wettbewerb. Hier ist die Europäische Union gefordert:
Bürokratie abbauen und das Vergaberecht reformieren. Wir brauchen ein
klares Bekenntnis von der EU im Vergaberecht und das muss lauten:
Europe first.“
Wirtschaftskammer NÖ-Vizepräsident Christian Moser unterstrich
die Rolle der Branche: „Die Bahnindustrie ist ein wesentlicher
Beitrag für unseren Wirtschaftsstandort und für die
Mobilitätslösungen in Niederösterreich.“ Die Exportquote liege
zwischen 60 und 80 Prozent und darüber hinaus, so Moser. Die
Bahnindustrie schaffe Arbeitsplätze in der Region, sichere diese und
sorge für Stabilität.
Christian Diewald, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie, hob
hervor: „Bahntechnologie ist ein Zukunftsfeld – technologisch,
wirtschaftlich und strategisch. Niederösterreich setzt heute ein
wichtiges Signal: Innovationsprojekte und regionale Wertschöpfung
gehen Hand in Hand. Als Verband unterstützen wir diese Initiative
ausdrücklich und sehen große Chancen für international relevante
Technologien.“
ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki ergänzte: „Die
Bahnindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für
Niederösterreich: 33 Unternehmen sind hier angesiedelt. Wir sehen
enormes Potenzial für Wertschöpfung und Innovation. Unser Ziel ist
es, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Bahnbetreiber stärker zu
vernetzen, Innovationsprojekte zu fördern und Investitionen in
Infrastruktur und Technologie zu unterstützen.“