Wien (OTS) – „Der vom Bund finanzierte Chancenbonus soll
sozioökonomisch
benachteiligten Schulen zusätzliche Ressourcen bringen und nicht von
den Bundesländern finanzierte Ressourcen ersetzen. Deshalb heißt er
auch ChancenBONUS und nicht ChancenERSATZ“, kritisiert Klubobmann und
Bildungssprecher Harald Zierfuß das von SPÖ-Stadtrat Hacker
angekündigte Auslaufen der multiprofessionellen Teams an Wiens
Schulen im Ausmaß von 34 Vollzeit-Unterstützungskräften. „SPÖ-
Stadtrat Hacker missbraucht den vom Bund finanzierten Chancenbonus,
um vom Land Wien finanzierte psychosoziale Unterstützungskräfte für
Wiens Schulen einzusparen. Das ist fahrlässig, verantwortungslos und
führt den Chancenbonus ad absurdum“, so Zierfuß.
Auch die Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei
Gemeinderätin Ingrid Korosec kritisiert das Auslaufenlassen der
multiprofessionellen Teams an Schulen: „Die psychischen Belastungen
von Kindern und Jugendlichen haben in den vergangenen Jahren deutlich
zugenommen. Umso wichtiger ist es, dass Hilfe dort verfügbar ist, wo
junge Menschen einen großen Teil ihres Alltags verbringen, nämlich
direkt in der Schule. Gerade deshalb ist es völlig unverständlich,
dass SPÖ-Stadtrat Hacker bereits bestehende und mit hohem Einsatz
errichtete psychosoziale Unterstützungsstrukturen an unseren Schulen
auslaufen lassen möchte.“
SPÖ-Bürgermeister Ludwig und SPÖ-Stadtrat Hacker haben erst vor
zwei Jahren medienwirksam die Einführung von sogenannten
„multiprofessionellen Teams“ an Wiens Pflichtschulen angekündigt.
Angesichts der zahlreichen psychosozialen Belastungen in den
vergangenen Jahren an Wiens Schulen durch Pandemie, Krieg, Klima und
Teuerung sollten 2026 im Endausbau 17 Teams bestehend aus
Psychologen, Sozialarbeitern und Sozialpädagogen 52
Pflichtschulstandorte mit rund 15.000 Schüler betreuen. Mit Stand
27.06.2025 gab es laut Anfragebeantwortung von SPÖ-Stadtrat Hacker
34,5 Vollzeitäquivalente, die sich in den Teams in Abstimmung mit der
Bildungsdirektion Wien um die psychische Gesundheit der Schülerinnen
und Schüler gekümmert haben.
„Während in Wien die Schulpflichtverletzungen explodieren, es
nach wie vor einen Höchststand an Suspendierungen in der Stadt gibt
und sich die Zahl der Sitzenbleiber in Mittelschulen seit 2020 mehr
als verdoppelt hat, gibt es in der Bundeshauptstadt für rund 500
Pflichtschulen gerade einmal 58 Vollzeit-Sozialarbeiter. Wir sind
Lichtjahre davon entfernt, dass jede Pflichtschule auch die
Unterstützung eines Schulsozialarbeiters hat. SPÖ-Stadtrat Hacker
spart hier wieder einmal am falschen Ort und sabotiert damit den
Chancenbonus für sozioökonomisch benachteiligte Wiener Schulen“, so
Zierfuß.
„Wenn nun alle Bundesländer damit beginnen, die von ihnen
finanzierten Schulsozialarbeiter, Sozialpädagogen und Psychagogen an
ihren Schulen zu streichen, wird der Chancenbonus ein
Nullsummenspiel. Das darf nicht passieren. Die Stadt muss die
multiprofessionellen Teams an Wiens Schulen erhalten“, fordert
Zierfuß.
„Der Chancenbonus des Bundes darf nicht als Vorwand dienen, damit
sich die Stadt Wien aus ihrer eigenen Verantwortung zurückzieht.
Unsere Kinder und Jugendliche brauchen mehr Psychologen,
Sozialarbeiter und Sozialpädagogen und können auf keinen einzigen von
ihnen verzichten“, so Gesundheitssprecherin Korosec abschließend.