Wien (OTS) – „Die heute vorliegenden Zahlen bestätigen einmal mehr,
was Betroffene
seit Jahren berichten: massive Versorgungslücken, fehlende
spezialisierte Angebote und enorme finanzielle Belastungen für die
Menschen. Wenn über 80 Prozent der Menschen, die an Post-Covid
leiden, ihre Lebensqualität als schlecht bewerten und zwei Drittel
mit der Unterstützung durch die Krankenkassen unzufrieden sind, dann
ist das ein klarer gesundheitspolitischer Handlungsauftrag und ganz
sicher kein Anlass für weitere Verzögerungen. Die Menschen verdienen
endlich eine fairere Versorgung, statt dass man es ihnen noch
schwerer macht, als sie es ohnehin schon haben“, reagiert der
Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, auf die aktuelle
Berichterstattung über die vorhandenen massiven Mängel in der Post-
Covid-Versorgung.
Schallmeiner fordert erneut die vollständige Umsetzung des breit
erarbeiteten Aktionsplans PAIS: „Dieser Aktionsplan liegt seit langem
am Tisch und wurde unter Einbindung aller relevanten Akteur:innen
erarbeitet, von Sozialversicherungen über Länder bis hin zu
Betroffenen und Expert:innen. Umso unverständlicher ist es, dass
einzelne Akteur:innen versuchen sich aus ihrer Verantwortung zu
stehlen oder zentrale Inhalte zu relativieren.“
Besonders kritisch sieht Schallmeiner die aktuellen Entwicklungen
rund um die Überarbeitung des Plans: „Ich habe mit zwei
parlamentarischen Anfragen erneut versucht Licht ins Dunkel zu
bringen. Die Beantwortungen zeigen schwarz auf weiß: Es gibt weder
neue belastbare Daten noch eine umfassende Einbindung der notwendigen
Expert:innen oder der Betroffenen. Die Einbindung des Nationalen
Referenzzentrums erfolgt bestenfalls punktuell, und bei der konkreten
Umsetzung in den Bundesländern liegen dem Ministerium laut eigener
Aussage nicht einmal Informationen über die Einbindung geeigneter
Expert:innen vor. Auch eine strukturierte Beteiligung von
Patient:innenorganisationen fehlt weiterhin. Die Verzögerungen lassen
befürchten, dass der Aktionsplan abgeschwächt wird. Das ist nicht
gerecht gegenüber den Betroffenen, die weiter um eine gerechte
Versorgung kämpfen.“
Abschließend fordert Schallmeiner ein Ende der
Verzögerungstaktik: „Wir brauchen jetzt keine weitere Verwässerung
oder Verschleppung, sondern die konsequente und verbindliche
Umsetzung des Aktionsplans PAIS – mit klaren Strukturen,
ausreichender Finanzierung und echter Einbindung von Expertise und
Betroffenen. Alles andere ist ungerecht.“