Freizeit

Transparenz und Mitgestaltung beim Einsatz von KI essenziell

Linz (OTS) – Die 179. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer tagte
heute in
Linz, Schwerpunktthemen waren Digitalisierung und KI in Verbindung
mit der Arbeitswelt. Auf der Agenda standen weiters eine Rede von
Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer und die Beschlüsse
zahlreicher Anträge.

In einem Gespräch mit der Journalistin Claudia Em sprach Univ.-
Prof. Dr. Uli Meyer, Institutsvorstand am Institut für Soziologie an
der Johannes Keppler Universität Linz zum Thema „Digitale
Arbeitswelt: Maschine mit Mensch oder Maschine statt Mensch?“ Die
Fragestellung, ob künstliche Intelligenz Jobs vernichte, gebe es
schon seit Jahrzehnten, führte Meyer aus. „Nicht Roboter nehmen uns
Arbeitsplätze weg, es geht um Entscheidungen von Unternehmen, wie man
Technologie einsetzt.“ Beim Einsatz von KI in Unternehmen ändere sich
extrem viel, so Meyer, an den Berufen, an der Bedeutung von
Tätigkeiten und an der Organisation generell. Das betreffe nicht nur
die Mitarbeiter:innen, die ganz konkret mit der KI arbeiten, sondern
alle. Daher sei es wichtig, mitzugestalten, Betriebsrät:innen zu
schulen, auch in rechtlicher Hinsicht.

AK Präsidentin Renate Anderl ging in ihrer Rede ebenfalls auf das
Thema KI ein. Fraglos könne KI Arbeitsprozesse optimieren und damit
die Produktivität steigern, aber blinde Euphorie sei nicht
angebracht. Anderl: „ Das Problem ist nicht die Künstliche
Intelligenz, sondern wer welche Ziele damit verfolgt. Es ist unser
Arbeitsleben und Zusammenleben, das hier geformt wird, daher haben
wir ein Recht auf Transparenz und Mitbestimmung .“ Es sei die Aufgabe
der politischen Entscheidungsträger:innen darauf zu achten, dass die
politischen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen den
technologischen Entwicklungen nicht hinterherhinken.

Anträge legen interessenpolitischen Kurs der Arbeiterkammer fest

Die Hauptversammlung ist das höchste Gremium der
Bundesarbeitskammer und tagt zwei Mal jährlich. Sie besteht aus den
neun AK Präsident:innen und weiteren 58 gewählten Vertreter:innen (
Kammerrät:innen) aus allen Bundesländern und bestimmt den
interessenpolitischen Kurs der Arbeiterkammer. Die Anträge spiegeln
die Bandbreite der Arbeit der Bundesarbeitskammer wider: Auf Antrag
der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) spricht
sich die 179. Hauptversammlung u.a. für eine Reform der
Wiedereingliederungsteilzeit aus, um chronisch Kranke noch besser
abzusichern und fordert den Ausbau von Maßnahmen zur Ausbildung
jugendlicher Migrant:innen. Die Fraktion Christlicher
Gewerkschafter/AAB (FCG/AAB) brachte einen Antrag für mehr
Preistransparenz und ein Ende des Österreich-Aufschlages ein, der
angenommen wurde, ebenso ein Antrag der FCG/AAB zur Stärkung der
polytechnischen Schule. Auf Antrag der Fraktion Grüne Arbeitnehmer (
GA) spricht sich die Hauptversammlung für die Intensivierung der
Energiespeicherforschung aus.