St. Pölten (OTS) – Einsamkeit ist längst kein Randthema mehr – auch
Jugendliche sind
zunehmend davon betroffen. Soziale Isolation oder mangelnde
Zugehörigkeit zählen zu den Hauptfaktoren. Das kann schwerwiegende
gesundheitliche Folgen haben. Das innovative Projekt „Jugend(T)Räume“
greift diese Problematik für niederösterreichische Gemeinden auf und
verfolgt ein klares Ziel: Jugendlichen echte Gestaltungsfreiräume
bieten, in denen sie Gemeinschaft erleben, Beziehungen aufbauen und
aktiv mitwirken können. „Mit dem neuen Projekt ‚Jugend(T)Räume‘ setzt
die ‚Tut gut!‘ Gesundheitsvorsorge gezielt dort an, wo Gemeinschaft
entsteht: direkt in den Gemeinden, wo die Jugendlichen in ihren
Freundeskreisen und Interessengruppen aufwachsen“, so Landesrat Anton
Kasser.
„Gesunde Gemeinden“ sind eingeladen, ihre Projektideen im
Zeitraum vom 20. Jänner bis 31. März 2026 unter
www.noetutgut.at/jugendtraeume einzureichen. Um möglichst viele
Jugendliche – auch außerhalb des schulischen Umfelds – zu erreichen,
ist die Umsetzung gemeinsam mit mindestens einem Kooperationspartner
vorgesehen. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Kommunale
Gesundheitsförderungsimpulse“ des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ)
gefördert.
Im Mittelpunkt der Initiative stehen insbesondere jene jungen
Menschen, die bislang wenig Anschluss in ihrem Umfeld gefunden haben.
In den teilnehmenden Gemeinden sollen offene Treffpunkte und
Beteiligungsformate entstehen, die Jugendlichen unterschiedlicher
Altersgruppen, Herkunft und Religion Raum für Begegnung bieten.
„Die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist das Fundament
und gleichzeitig die Basis für eine starke und zukunftsfähige
Gesellschaft. Wissenschaftliche Studien belegen, dass soziale
Unterstützung und aktive soziale Teilhabe sowohl die Gesundheit als
auch die Lebenserwartung nachhaltig verbessern. Dabei leisten
Kommunen einen wesentlichen Beitrag, indem sie im Rahmen der
Gesundheitsförderung soziale Netzwerke stärken und damit psychisches
Wohlbefinden fördern“, erklärt die Vorsitzende des FGÖ-Kuratoriums,
Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
Langfristig trägt das Projekt dazu bei, Isolation und
Vereinsamung in jungen Jahren vorzubeugen. Denn: wer sich als Teil
einer Gruppe erlebt und Selbstwirksamkeit erfährt, ist weniger
gefährdet, in soziale Isolation zu geraten oder psychische
Beeinträchtigungen zu entwickeln.
Ein zentrales Element von „Jugend(T)Räume“ ist die aktive
Beteiligung der Zielgruppe: Von der Ideenentwicklung bis zur
Umsetzung wird die junge Generation konsequent eingebunden. Dadurch
entstehen Angebote, die den tatsächlichen Bedürfnissen junger
Menschen entsprechen und auch langfristig genutzt werden. „Wenn
Jugendliche ihre eigenen Ideen verwirklichen können, erfahren sie
Selbstwirksamkeit, stärken ihre sozialen Kompetenzen und entwickeln
Verantwortung für ihr Umfeld. Mit dem neuen Projekt fördern wir
bewusst den persönlichen Austausch“, betont „Tut gut!“-
Geschäftsführer Erwin Zeiler.
Wie so etwas funktionieren kann, zeigt das Beispiel der
Marktgemeinde Mauerbach. 2025 wurde mit der Etablierung eines
Jugendtreffs ein lang gehegter Wunsch der Jugendlichen erfüllt. Neben
„Klassikern“ wie Billard, Tischfußball oder einem Dartautomaten
stehen auch eine Leinwand für Filmabende, Spiele und Bücher zur
Verfügung.
Helena Röhrbacher, die sich als Jugendgemeinderätin in Mauerbach
auch bei der Neukonzeptionierung und den Renovierungsarbeiten
einbrachte, betont nicht nur den notwendigen langen Atem bis zur
Projektumsetzung, sondern auch die gute Akzeptanz des betreuten
Angebots für die junge Community von zehn bis 25 Jahren: „Neben dem
Standardangebot organisieren wir auch Clubbings oder
Bastelnachmittage und wirken damit nicht nur aktiv gegen Einsamkeit
und Isolation, sondern halten die Mädels und Burschen auch im Ort. Es
gibt laufend neue Gesichter und der Raum wird immer mehr zum
Treffpunkt.“
Mehr Infos: www.noetutgut.at/jugendtraeume