Wien (OTS) – Es war ein schicksalhafter Tag im Jahr 1876, als die
junge Bertha von
Suttner in Paris Alfred Nobel kennenlernte. Er ein wohlhabender
schwedischer Waffenhändler – der Erfinder des Dynamits, sie eine
junge, verarmte österreichische Aristokratin. Aus der Begegnung
entsteht eine 20-jährige Freundschaft, an deren Ende Bertha von
Suttner, die inzwischen international bekannte Friedensaktivistin,
Nobel zum Pazifisten bekehrt. So eindrücklich, dass Alfred Nobel den
gleichnamigen Friedensnobelpreis ins Leben ruft. Es ist eine
romantische und tragische Beziehung zugleich, in der sich die großen
politischen Umwälzungen im Europa der Jahrhundertwende widerspiegeln.
Mehrere Dutzend Briefe, die sie einander geschrieben haben, bilden
die Grundlage für dieses aufwendige zweiteilige Epos von Daniel
Skogström und David Walter Bruckner, das in einer großangelegten
internationalen Koproduktion zwei herausragende europäische
Persönlichkeiten, ihren Lebensweg und ihre anfangs konträre
Entwicklung nachzeichnet.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises 2025 findet am 10. Dezember
in Oslo statt, „Universum History“ zeigt den Zweiteiler „Aus Liebe
zum Frieden“ bzw. „Der Preis des Friedens“ über Bertha von Suttner,
die den Preis 1905 – vor 120 Jahren – als erste Frau entgegennahm,
und Alfred Nobel am Freitag, dem 5. und 12. Dezember 2025, jeweils um
22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON.
Teil 1 wurde gestern, Mittwoch, 3. Dezember, im Schloss Eckartsau der
Österreichischen Bundesforste – einem der Drehorte der
internationalen Koproduktion von RANFILM (Österreich), ZED (
Frankreich) und Nordic Eye Productions (Schweden) im Auftrag von ORF,
ARTE G.E.I.E. und SVT, gefördert von Creative Europe Media,
Fernsehfonds Austria, Land Niederösterreich, Region Île-de-France und
CNC – präsentiert. Unter den Premierengästen: Seitens der
Bundesforste Elisabeth Sandfort und Johannes Wimmer, ORF-„Universum
History“-Chefin Caroline Haidacher, das RANFILM-Produzenten-Duo
Stephanie Ninaus und Matthias Ninaus, Regisseur David Walter
Bruckner, Kamerafrau Anna Hawliczek sowie die Bertha-von-Suttner-
Darstellerinnen Abigél Bruckner und Lili Winderlich.
Caroline Haidacher, ORF-Sendungsverantwortliche „Universum History“:
„Wieder zeigt ‚Universum History‘ das Leben einer starken,
unabhängigen und mutigen Österreicherin, die auf ein Leben an der
Seite eines reichen Mannes verzichtet, um für die Vision einer
kriegsfreien Gesellschaft zu kämpfen. Dass sie dafür den
Friedensnobelpreis erhielt, unterstreicht ihre Bedeutung und die
Wichtigkeit dieses filmischen Porträts, das wir als großangelegte
internationale Koproduktion realisieren konnten.“
Stephanie Ninaus, Produzentin RANFILM:
„In der Hauptfigur Bertha von Suttner findet das Publikum eine
emanzipierte und außergewöhnliche Frau; eine Frau, die sich wider
alle gesellschaftlichen Konventionen immer ihre eigene Meinung
gebildet hat, unabhängig davon, ob ihre Ansichten populär waren oder
nicht. Für mich als Produzentin war es eine Freude, dass es nicht nur
‚vor der Kamera‘ inhaltlich um eine starke Frau ging, sondern auch
‚hinter der Kamera‘ viele ‚starke‘ Frauen das Projekt umgesetzt
haben. So lagen Produktion und Kamera federführend in weiblicher
Hand.“
Matthias Ninaus, Produzent RANFILM:
„Als RANFILM macht es uns stolz, dass wir unsere internationalen
Produktionspartner aus Frankreich und Schweden von Österreich als
Haupt-Drehlocation überzeugen konnten und somit alle großen Fiction-
Szenen hier gedreht wurden.“
David Walter Bruckner, Regisseur:
„Es ist mir eine besondere Ehre, bei der Verfilmung einer so
bedeutenden Geschichte wie der von Bertha von Suttner und ihrer
einzigartigen Beziehung zu Alfred Nobel mitzuwirken. Was nur wenige
in Österreich wissen, ist, dass Bertha von Suttner zu Beginn des 20.
Jahrhunderts zur berühmtesten Frau der Welt gewählt wurde – noch vor
den großen Schauspielerinnen und Politikerinnen ihrer Zeit. Mit ihrem
Buch ‚Die Waffen nieder!‘ wurde sie zu einem wahren Superstar, doch
diese beeindruckende Tatsache wird bis heute weitgehend unter den
Teppich gekehrt. Ihr bedeutender Einfluss auf ihren platonischen
Freund Alfred Nobel führte schließlich zur Schaffung des
Nobelpreises, der heute weltweit ein Symbol für herausragende
Leistungen für die Menschheit ist. Besonders stolz bin ich darauf,
dass ein Großteil der Dreharbeiten in Niederösterreich stattfindet,
da dieser Ort eine bedeutende historische und emotionale Verbindung
zu Bertha von Suttner hat. Gemeinsam mit dem schwedischen Co-
Regisseur und Drehbuchautor Daniel Skogström ist es mir eine Freude,
die Geschichte dieser außergewöhnlichen Beziehung zu Alfred Nobel,
dem Erfinder der Sprengstoffe, filmisch umsetzen und erzählen zu
dürfen.“
Daniel Skogström, Co-Regisseur und Drehbuchautor:
„Wenn man als Schwede beschließt, einen Film über Alfred Nobel zu
machen – dann weiß man, dass man sich etwas Großes vorgenommen hat.
Der Mann hinter dem Nobelpreis ist vielleicht die verehrteste
Persönlichkeit Schwedens. Zu versuchen, sich dieser Ikone auf einer
menschlichen Ebene zu nähern – mit all seinen hellen und dunklen
Seiten – war sowohl herausfordernd als auch riskant. Aber ich habe
das Gefühl, Alfred nahegekommen zu sein und berechtigterweise eine
neue Perspektive auf ihn anbieten zu können – und darauf, wie die
Idee des Friedensnobelpreises tatsächlich entstanden ist. Als ich das
Projekt begann, galt mein Hauptinteresse Alfred Nobels Leben. Als
Gründer des Nobelpreises war er mir natürlich vertrauter. Doch je
mehr ich über Bertha von Suttner erfuhr, desto faszinierter war ich
von ihrem Leben und ihrem Kampf. Ihre Bedeutung wuchs im Laufe des
Prozesses – und für mich ist der Film auch ein Versuch geworden, ihr
die Anerkennung zu geben, die sie verdient, sowohl für ihre eigenen
Leistungen als auch für ihre Rolle bei der Entstehung des
Friedensnobelpreises. David Walter Bruckners Gespür für Storytelling
und visuelle Details wurde für den Film essenziell. Dass wir
unterschiedlichen Background haben, bereicherte den Prozess
zusätzlich – David brachte als Österreicher wertvolle Einblicke in
Berthas Welt mit. Zu einer Zeit, in der Europa am Rande eines Krieges
stand, entschieden sich Alfred und Bertha dafür, an die Fähigkeit der
Menschheit zu glauben, eine bessere Welt zu schaffen. Eine Welt in
Frieden ist tatsächlich möglich – aber es liegt an uns, sie
Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist ihre Botschaft an uns im
Europa von heute.“
Lili Winderlich (Bertha von Suttner):
„Erst einmal schlüpft man in das Kostüm, welches deine komplette
Haltung prompt verändert – diese Kleider zwingen dich regelrecht in
eine Aufrichtung, aber auch in eine Eleganz. Mir hat es geholfen,
mich in die damalige Zeit besser reindenken zu können, in eine Zeit,
in der Frauen kaum Freiheiten zugestanden, geschweige denn, dass sie
ernst genommen wurden. Umso mehr ist es beeindruckend, wie gefühlvoll
und klar Bertha von Suttner in ihrem Buch ‚Die Waffen nieder!‘ den
Frauen eine Stimme gibt. Dass sie aus Sicht einer Frau den Schmerz
und das Grauen des Krieges beschreibt. Damit hebelt sie jegliche
Heroisierung und Glorifizierung des Krieges aus. Hinterfragt und
kritisiert somit all die Männer ihrer Zeit, die Kriegspropaganda
betrieben haben. Sie muss eine wunderbare Rednerin gewesen sein und
hatte die Kraft, Menschen von der Friedensbewegung zu überzeugen –
und das über die Ländergrenzen hinaus.“
Per Lasson (Alfred Nobel):
„Ich beneide Alfred nicht. Trotz seines großen Erfolgs als Erfinder
und Geschäftsmann konnte er sich nie von seinem niedrigen
Selbstwertgefühl und seinen Depressionen befreien. Ich versuche
immer, so viele Widersprüche und Inkonsistenzen wie möglich in allen
Charakteren zu finden, die ich spiele. Denn das ist das Leben.
Menschen sind nicht konsistent. Man kann nicht ‚den Erfinder des
Dynamits‘ und ‚den Schöpfer des Friedenspreises‘ spielen. Aber man
kann einen Mann spielen, der im Labor arbeitet, eine Zeitung liest,
eine einsame Person, die nach einem Seelenverwandten sucht. Alfred zu
spielen war von Szene zu Szene unterschiedlich: voller Energie im
Labor, unsicher im Umgang mit Frauen usw. Aber das Interessante war
der Moment, in dem der Übergang eines Geisteszustands zum anderen
innerhalb einer Szene stattfand. Genau das habe ich versucht,
besonders herauszuarbeiten. Im Endeffekt war er ein gewöhnlicher Mann
– aber mit außergewöhnlichen Leistungen.“
Details zum „Universum History“-Zweiteiler sind unter presse.ORF.at
abrufbar.