Wien (OTS) – Der Verband österreichischer Leasing-Gesellschaften
(VÖL) sieht die
von der Bundesregierung im Zuge des Doppelbudgets 2027/2028
angekündigte Einführung eines Sachbezugs für privat genutzte Elektro-
Dienstautos kritisch. Die bisherige Steuerbefreiung hat maßgeblich
dazu beigetragen, dass Unternehmen ihre Fahrzeugflotten auf
Elektroautos umgestellt haben. Rund 70% aller neu zugelassenen
Elektroautos werden von Unternehmen beschafft.
Für Unternehmen waren dabei niedrigere Lohnnebenkosten
entscheidend, weil kein Sachbezug für Elektroautos anzusetzen war.
Mit der geplanten Änderung reduziert sich dieser Vorteil, wodurch zu
erwarten ist, dass die Attraktivität von Elektrofahrzeugen im
Firmenbereich sinkt. Elektroautos sind zudem in der Anschaffung
oftmals noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit
Verbrennungsmotor, was den geplanten prozentual niedrigeren Sachbezug
relativiert.
Für Arbeitnehmer bedeutet die vorgeschlagene Regelung, dass ein
Elektro-Dienstwagen künftig als geldwerter Vorteil versteuert wird,
wenn er etwa für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt wird. Dadurch
steigen die laufenden Kosten, während sich der finanzielle Vorteil
gegenüber einem Verbrenner verringert.
Betroffen sind insbesondere jene Betriebe und Beschäftigte, die
bereits frühzeitig in Elektromobilität investiert haben. Für sie
verändern sich die Rahmenbedingungen nachträglich, was die
Planungssicherheit beeinträchtigt und das Vertrauen in den Standort
schwächt. „Unternehmen brauchen klare und verlässliche
Rahmenbedingungen, damit sie ihre Fahrzeugflotten langfristig und
wirtschaftlich planen können“ , sagt Alexander Nekolar, Präsident des
VÖL.
Die aktuell geltende Sachbezugsbefreiung für rein elektrische
Dienstfahrzeuge ist zudem ein wichtiges Instrument der
österreichischen Klimapolitik, da Elektrofahrzeuge im betrieblichen
Einsatz einen messbaren Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen und
zur Erreichung der nationalen Klimaziele leisten. Hinzu kommt, dass
die Elektromobilität die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen
Energieträgern fördert.
„Aus unserer Sicht sollte die Sachbezugsbefreiung für
Elektrofahrzeuge daher als bewährtes Instrument der Mobilitätswende
erhalten bleiben. Eine langfristig stabile Ausgestaltung von Anreizen
ist entscheidend, um den Umstieg auf emissionsarme Technologien
weiterhin zu unterstützen“ , so Alexander Nekolar weiter.
Der Verband Österreichischer Leasing – Gesellschaften (VÖL) wurde
im Jahre 1983 gegründet und ist die Interessenvertretung der
österreichischen Leasing-Wirtschaft. In Österreich gibt es derzeit
über 886.000 laufende Leasingverträge über eine Gesamtsumme von 28,6
Mrd. Euro.