Wien (OTS) – Im Jahr 2025 wurden 6.780.678 Zollabfertigungen im
grenzüberschreitenden Güterverkehr durchgeführt. Die Zöllnerinnen und
Zöllner des Zollamts Österreich führten in Summe 633.466 Kontrollen
durch. Das Abgabenaufkommen in Höhe von 8,364 Milliarden Euro
unterstreicht einmal mehr die zentrale Rolle des Zolls bei der
Sicherung staatlicher Einnahmen. Gleichzeitig schützt das Zollamt
Österreich (ZAÖ) mit seinen Kontrollen die Bevölkerung vor illegalen,
gefährlichen oder nicht konformen Waren und sorgt für faire
Wettbewerbsbedingungen.
Finanzminister Markus Marterbauer: „Durch seine vielfältige
Arbeit leistet der Zoll entscheidende Arbeit für das Budget, aber
auch für die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung und einen
gerechten Wettbewerb für die Unternehmen im Land. Ob die Abführung
von diversen Abgaben, die Sicherstellung von illegal eingeführten
Tieren und Pflanzen oder Aufgriffe von gefälschten Arzneipräparaten:
in all diesen Fällen zeigt sich die bedeutende Arbeit des Zolls. Mit
dem Fall der Zollfreigrenze auf EU-Ebene für Pakete mit einem Wert
unter 150 Euro und den Vorbereitungen auf verstärkte
Zollzusammenarbeit werden die Aufgaben in Zukunft noch bedeutender
werden.“
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl: „Der
österreichische Zoll ist eine zentrale Säule für Sicherheit, fairen
Wettbewerb und einen funktionierenden internationalen Warenverkehr.
Klare Regeln und verlässliche Kontrollen sorgen dafür, dass gleiche
Spielregeln für alle Marktteilnehmer gelten und der Verbraucherschutz
gewährleistet wird. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
des Zollamts Österreich für ihren täglichen Einsatz, ihre hohe
Fachkompetenz und ihr Engagement.“
„Der Zoll vollzieht seine Aufgaben in international
herausfordernden Zeiten und trägt so zur Sicherung des
Wirtschaftsstandortes und zum Schutz von Unternehmen, von Bürgerinnen
und Bürgern, der Umwelt sowie der finanziellen Interessen der Union
und von Österreich bei“, so ZAÖ-Vorständin Andrea Reuter.
Wichtiger Beitrag zu den Staatseinnahmen – Vielzahl von
Kontrollen
Durch den Einsatz der insgesamt 1.713 Zöllnerinnen und Zöllner
des Zollamts Österreich wurden im Jahr 2025 Abgaben in Höhe von 8,364
Milliarden Euro aus diversen Steuern eingenommen.
Um die Korrektheit der Abfuhr der Abgaben zu sichern, kam es zu
3.100 Einsätzen, bei denen 366.484 mobile Kontrollen durchgeführt
wurden. Dabei kam es zu 13.867 Feststellungen. Dazu kamen 81.083
Kontrollen im Reiseverkehr mit 5.871 Feststellungen sowie 7.743
Kontrollen im Bereich der Verbrauchsteuern bei 54.198 Anmeldungen.
Bei der Zollabfertigung wurden rund 6,8 Millionen Anmeldungen
abgewickelt, wobei 177.525 Kontrollen durchgeführt und 7.556
Feststellungen dokumentiert wurden. Diese Kontrollen erfolgen
risikoorientiert und dienen sowohl der korrekten Abgabenerhebung als
auch der Einhaltung von Verboten, Beschränkungen und
Sicherheitsvorgaben.
Im Rahmen der Betriebsprüfung wurden 631 Prüfungen durchgeführt,
die zu einem Mehrergebnis von 24,7 Millionen Euro führten, ein Plus
von 74,5 % im Vergleich zum Vorjahr.
Artenschutz, Pflanzen und tierische Produkte
Im Bereich des Artenschutzes kam es durch Kontrollen des Zollamts
Österreich zu 188 Meldungen. Dabei wurde versucht 55 lebende Tiere
illegal einzuführen, außerdem wurden 22.078 Stück und 85,66 Kilogramm
sonstige Waren aus artengeschützten Tieren und Pflanzen aufgegriffen.
Solche Kontrollen sind wesentlich, um geschützte Arten zu bewahren
und die Einschleppung von Tierseuchen oder Pflanzenschädlingen zu
verhindern. Ein bemerkenswerter Aufgriff gelang Ende März am
Flughafen Wien, als bei einem Flug aus Doha sieben lebende Warane
abgenommen wurden.
Arzneiwaren, Suchtgift und Tabakwaren
Im Bereich der Arzneiwaren wurden 2025 insgesamt 4.012 Meldungen
erfasst. Dabei konnten 392.118 Stück illegal eingeführte Arzneimittel
beziehungsweise gefälschte oder verfälschte Arzneiwaren sowie
Anabolika sichergestellt werden. Ein größerer Aufgriff gelang Ende
Juli, als am Flughafen Wien 24.936 Stück Potenzpillen in zwei
Reisetaschen aus Delhi entdeckt wurden. Gerade bei Arzneimitteln
dienen Zollkontrollen dem Schutz der Gesundheit, da Zusammensetzung,
Herkunft und Dosierung dieser Produkte oft nicht nachvollziehbar
sind.
Ein bedeutender Fall ereignete sich im Mai 2025 im
Postverteilzentrum Wien. In zwei Paketen aus Großbritannien wurden
Dopingmittel in Pulverform sowie drei Rollen mit vorbeschrifteten
Etiketten für diese Doping-Substanzen festgestellt und beschlagnahmt.
Der Aufgriff des Zolls bildete die Grundlage für weiterführende
Ermittlungen des Bundeskriminalamtes, die schließlich zur Aufdeckung
eines Untergrundlabors in Wien führten. Dort wurden unter nicht
sterilen Bedingungen Dopingsubstanzen abgefüllt, etikettiert und für
den Weiterversand in andere EU-Staaten vorbereitet.
Die Anzahl der Suchtgiftaufgriffe belief sich auf 1.329.
Insgesamt wurden rund 447,93 Kilogramm Suchtgift sichergestellt.
Cannabis machte dabei mit 382,53 Kilogramm den größten Anteil aus,
gefolgt von 31,93 Kilogramm psychotropen Substanzen, 23,66 Kilogramm
neuen psychoaktiven Substanzen, 4,92 Kilogramm Kokain und 1,60
Kilogramm Opiaten.
Auch im Bereich Tabakwaren wurden 2025 erhebliche Aufgriffe
verzeichnet. In 2.625 Meldungen wurden 8.814.953 Zigaretten
beschlagnahmt.
Ein besonders bedeutender Aufgriff an Schmuggelware aus Dubai
gelang am Flughafen Wien. In einer Tarnladung aus Elektromaterial und
Autoteilen wurden zunächst 768.000 Stück Zigaretten entdeckt. Im Zuge
weiterer Ermittlungen und Kontrollen konnten in Suben 2.304.000
Zigaretten und am Rastplatz Hochleithen 960.000 Zigaretten
sichergestellt werden. Ende Oktober 2025 wurden zudem weitere
Sendungen mit derselben Tarnladung aus Seoul am Flughafen Wien
aufgegriffen. Bei dieser Kontrolle wurden 1.209.000 weitere
Zigaretten beschlagnahmt. Insgesamt wurden allein bei diesem Einsatz
eine Gesamtmenge von rund 22.400 Stangen Zigaretten in Österreich
aufgegriffen.
Bargeldkontrollen, Marktüberwachung und Produktpiraterie
Die sogenannte Cash-Control, also die Kontrolle von Bargeldein
und -ausfuhr, verzeichnete 2025 insgesamt 2.461 Anmeldungen. In 101
Verfahren wurden nicht korrekt angemeldete Geldbeträge im Gesamtwert
von 2,99 Millionen Euro festgestellt.
Außerdem wurden 11 Falschgeldsendungen identifiziert, deren
Gesamtwert sich auf 9.116.277 Euro belief. Diese Kontrollen sind ein
wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Aufdeckung
verdächtiger Geldbewegungen über die Grenze.
Warenkontrollen im Zuge der Zollabfertigung dienen neben
fiskalischen Aspekten auch dazu, sicherzustellen, dass Produkte den
bestehenden Regelungen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit sowie
Verbraucher- und Umweltschutz entsprechen. Diese Kontrollen des
Zollamts Österreich im Bereich der Marktüberwachung führten 2025 zu
1.530 Meldungen an die zuständigen Marktüberwachungsbehörden. In
1.311 Fällen wurde keine Überführung der Produkte in den freien
Verkehr genehmigt.
Ein prägnantes Beispiel dafür war ein Aufgriff im Jänner 2025 am
Hafen Wien: In zwei aus China kommenden Containern wurden insgesamt
120.000 Stück Badeenten aus Kunststoff kontrolliert. Neben dem
Verdacht auf Produktpiraterie wurde auch die Konformität dieser Waren
hinsichtlich der Produktsicherheit angezweifelt. Nach einer Meldung
an die zuständige Marktüberwachungsbehörde und einer
Laboruntersuchung wurde festgestellt, dass die Produkte stark
gesundheitsgefährdende Substanzen enthielten und daher nicht als
Badespielzeug geeignet waren.
Im Bereich der Produktpiraterie wurden aufgrund von
Kontrollfeststellungen in 4.635 Verfahren insgesamt 115.850
gefälschte Waren beschlagnahmt und eingezogen. Der Zoll schützt damit
nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten vor potenziell unsicheren
Produkten, sondern auch Unternehmen vor Wettbewerbsverzerrung durch
Fälschungen.
Strafsachen, Anzeigen und Rechtshilfe
Im Bereich der Strafsachen wurden 2025 insgesamt 2.971 Verfahren
erledigt. Die verhängten Strafen einschließlich Wertersatz, Werterlag
und Verfall beliefen sich auf 1.869.716 Euro. Darüber hinaus wurden
5.189 Anzeigen und Meldungen an andere Behörden erstattet. Im Bereich
der Amts- und Rechtshilfe wurden 865 eingehende und ausgehende Fälle
bearbeitet. Die enge Zusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Behörden ist dabei wesentlich, um
grenzüberschreitende Schmuggel- und Betrugsstrukturen wirksam zu
bekämpfen.
Ein besonders umfangreicher Fall betraf Goldschmuggel aus der
Türkei. Ausgangspunkt war ein Aufgriff im Reiseverkehr mit 1,1
Kilogramm Goldschmuck. Durch Ermittlungen der Zollfahndung konnten
insgesamt 56 Transporte mit rund 187 Kilogramm Goldschmuck im Wert
von rund 8,5 Millionen Euro ausgeforscht werden, die im Flugverkehr
von der Türkei nach Österreich verbracht worden waren, ohne
ordnungsgemäß beim Zoll angemeldet zu werden. Die Vorgehensweise war
gezielt darauf ausgerichtet, die Zollkontrollen zu umgehen. Nach der
Ankunft am Flughafen Wien wurde jeweils unrechtmäßig der Grünkanal
benutzt. Danach wurde der Goldschmuck an weitere Bandenmitglieder
übergeben, welche damit Juweliere in Wien belieferten. Dort wiederum
wurde der Schmuck gewinnbringend an Privatpersonen weiterverkauft.
Im Zuge der Ermittlungen wurden sechs Personen ausgeforscht und
bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Gegen vier der sechs
Angeklagten ergingen Ende 2025 bereits Schuldsprüche.
Fotos: https://flic.kr/s/aHBqjCNaGG