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Zucker zum Schleuderpreis: Preiskampf setzt heimische Rübenbauern unter Druck

Wien (OTS) – Zucker wird im Handel zunehmend zur Aktionsware. Wenn
Eigenmarken
bereits ab 0,99 Euro pro Kilo angeboten werden, setzt das die
österreichischen Rübenbauern massiv unter Druck. Was im Einkaufskorb
nach einem Schnäppchen aussieht, entscheidet auf den Höfen darüber,
ob sich der Rübenanbau für bäuerliche Familienbetriebe überhaupt noch
lohnt.

„Wenn Zucker zur Lockware wird, trifft das zuerst unsere
Rübenbauern. Dann wird weniger angebaut, Standorte geraten ins Wanken
und Österreich verliert Wertschöpfung. Wer heimische Qualität will,
muss akzeptieren, dass Lebensmittel einen Wert haben und fair bezahlt
werden“, betont Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser .

Zwtl.: Vom Regalpreis kommt zu wenig am Hof an

Die Zahlen zeigen, wie unausgewogen die Wertschöpfung verteilt
ist: 1 Kilo Wiener Zucker liegt im Regal meist zwischen 1,60 und 1,80
Euro, bei den Bauern kommen davon nur rund 25 Cent an. Gleichzeitig
sind die Produktionskosten in der Zuckerrübenproduktion stark
gestiegen, während die Preise zuletzt deutlich nachgegeben haben.
Aktuell liegt der Zuckerpreis bei rund 550 Euro pro Tonne, ein fairer
Preis läge bei rund 750 Euro.

„Die Betriebe können diese Lücke nicht dauerhaft schließen, wenn
der Preis im Regal nach unten gedrückt wird“, so Strasser .

Zwtl.: Rahmenbedingungen seit 2017 deutlich verschärft

Der Rüben- und Zuckersektor steht seit Jahren unter massivem
Veränderungsdruck. Mit dem Wegfall der EU-Quotenregelung im September
2017, sinkenden Marktpreisen und zunehmend schwierigen klimatischen
Bedingungen hat sich die Lage zugespitzt. Nach den massiven
Herausforderungen durch Schädlingsprobleme 2018 wurde auf Bundesebene
ein Rübengipfel einberufen und in weiterer Folge ein Strategieprozess
gestartet, um Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu
erarbeiten. Die aktuelle Preisspirale zeigt, wie wichtig planbare
Rahmenbedingungen für die Betriebe bleiben.

Zwtl.: Importdruck verschärft den Preiskampf

Zucker spielt bei Freihandelsabkommen regelmäßig eine zentrale
Rolle. Handelserleichterungen und zusätzliche Importmengen, etwa aus
der Ukraine, erhöhen den Druck auf den europäischen Markt. Im
Zusammenhang mit Mercosur wird mit zusätzlichen Importmengen von
190.000 Tonnen Zucker gerechnet. Gleichzeitig fällt ein bisheriger
Zoll von 98 Euro pro Tonne weg, wodurch Zucker aus Mercosur-Staaten
leichter am EU-Markt mitkonkurrieren kann.

Die Folgen sind längst sichtbar: Seit 2017 wurden in der
Europäischen Union bereits 20 Zuckerfabriken geschlossen. In den
Jahren 2024 und 2025 betrifft die angespannte Lage auch einen
Standort der Agrana in Österreich. Das hat direkte Auswirkungen auf
Anbauflächen und Planungssicherheit.

Zwtl.: Wiener Zucker steht für österreichische Herkunft

„Nur Wiener Zucker ist garantiert österreichischer Zucker. Wer
beim Zucker nur auf den billigsten Preis schaut, bekommt oft Ware aus
dem Ausland und verzichtet auf transparente Herkunft. Wir erwarten
uns ein klares Bekenntnis zu österreichischer Qualität im Regal und
ein Ende des Dauer-Aktionsmodus bei Grundprodukten“, betont Strasser
.

„Genau hier setzt unsere Kampagne an: Es muss deutlich mehr von
der Wertschöpfung dort ankommen, wo produziert wird, nämlich am Hof.
Schleuderpreise müssen der Vergangenheit angehören“, so Strasser
abschließend.

Zwtl.: Info zur Kampagne „Schleuderpreise stoppen“

Der Österreichische Bauernbund setzt sich mit der Kampagne
„Schleuderpreise stoppen“ für einen fairen Anteil an der
Wertschöpfung für bäuerliche Familienbetriebe ein. Unterstützen kann
man die Kampagne durch die Unterzeichnung der Petition unter
schleuderpreise-stoppen.at .