St. Pölten (OTS) – Im Vorfeld des Zero Project Unternehmensdialoges,
der am 1. Dezember
in der Straßenmeisterei Krems stattfinden wird, haben heute Martin
Essl, Gründer der Essl Foundation und Initiator der Zero Project
Unternehmensdialoge, Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz
sowie Landesrat Mag. Susanne Rosenkranz gemeinsam zur Pressekonferenz
geladen. Die Zero Project Unternehmensdialoge verfolgen das Ziel,
Betriebe und Menschen mit Behinderungen zusammenzubringen, Vorurteile
abzubauen, praktische Lösungen zu vermitteln und Unternehmen zu
zeigen, wie Inklusion im Arbeitsalltag gelingen kann. Das Format
schafft einen Raum, in dem Austausch möglich wird, Fragen gestellt
werden können und sichtbare Brücken zwischen Wirtschaft und Menschen
mit Behinderungen entstehen.
„Für uns steht im Mittelpunkt, Berührungsängste abzubauen und zu
zeigen, welch positive Wirkung die Integration von Menschen mit
Behinderungen in den Arbeitsmarkt hat – für alle Beteiligten. Viele
Beispiele beweisen, dass ein selbstbestimmtes Leben möglich ist und
gleichzeitig Potenziale sichtbar werden, die Unternehmen dringend
brauchen. Menschen mit Behinderungen bringen Fähigkeiten, Motivation
und neue Blickwinkel mit, die Teams stärken, die Zusammenarbeit
verbessern und Innovation fördern. Unser Ziel ist es, Unternehmen die
Scheu zu nehmen und deutlich zu machen: Arbeitsmarktintegration
funktioniert – wenn man Menschen, Wirtschaft und gezielte
Unterstützung zusammenbringt. Ich danke der Essl Foundation, die den
Zero Project Unternehmensdialog ermöglicht“, so Landesrat Mag.
Susanne Rosenkranz.
„Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen hat eine tolle
Auswirkung: Es ist kein Sozialprojekt, sondern hat eine
wirtschaftliche Kraft, denn es ergibt eine Win-Win-Win Situation: Es
macht volkswirtschaftlich Sinn, denn es ist 14 mal günstiger. Es
macht betriebswirtschaftlich Sinn, weil 15 Prozent der Bevölkerung
eine Behinderung haben und auf dieses Potential sollte ein
Unternehmen nicht verzichten. Und es macht auch
personalwirtschaftlich Sinn, denn es verändert die Unternehmenskultur
vielfach zum Besseren“, so KR Martin Essl.
Niederösterreich setzt jetzt schon mit der MAG Menschen und
Arbeit GmbH bereits erfolgreiche Projekte um, die genau darauf
abzielen: Insbesondere 0>Handicap, 0>Handicap Qualifizierung und das
neue Pilotprojekt Neuro.Match. Sie unterstützen Menschen mit
Behinderungen auf ihrem Weg ins Berufsleben, erleichtern Unternehmen
den Einstieg durch gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung und bieten
praxisnahe Qualifizierung. Unternehmen profitieren dabei von einer
unbürokratischen Abwicklung, einem unverbindlichen Arbeitstraining
sowie der fachlichen Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Dass der Ansatz funktioniert, zeigen die Zahlen: Hohe
Beschäftigungsquoten, erfolgreiche Übernahmen und zahlreiche
Beispiele aus der Praxis, bei denen Menschen langfristig Fuß im
Arbeitsleben fassen konnten.
„Im Jahr 2025 haben wir das Projekt 0>Handicap optimiert und
damit noch mehr Menschen mit Behinderungen die Chance eröffnet, am
Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und ihre Fähigkeiten einzubringen. 2024
standen 20 Plätze für Neueintritte zur Verfügung, 2025 waren es
bereits 58. Und mit dem Pilotprojekt Neuro.Match schaffen wir
zusätzlich eine Perspektive für neurodivergente Menschen wie Personen
aus dem Autismus-Spektrum, mit AD(H)S, Legasthenie oder Dyskalkulie.
Ihre besonderen Stärken – wie analytisches Denken, Kreativität oder
Detailgenauigkeit – werden am Arbeitsmarkt dringend benötigt.
Gleichzeitig helfen wir Unternehmen dabei, diese Potenziale zu
erkennen und Fachkräftelücken zu schließen“, ergänzt Landesrat Mag.
Susanne Rosenkranz.
„Als Nationalratspräsident ist es mir ein großes Anliegen zu
unterstreichen, dass Inklusion weit über soziale Verantwortung
hinausgeht. Sie ist ein zentraler Motor für wirtschaftliche Stärke
und einen zukunftssicheren Arbeitsmarkt. Zero Project zeigt
eindrucksvoll, welches Potenzial in Menschen mit Behinderungen steckt
und wie sehr Unternehmen von ihrer Kompetenz und ihrem Engagement
profitieren. Im Parlament geben wir diesen Ideen durch die Zero-
Project-Preisverleihungen, Fachkonferenzen und weitere Formate
bewusst Raum. Zudem setzen wir 2026 einen historischen Meilenstein.
Nachdem es bereits erfolgreiche Beteiligungsmöglichkeiten für
unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen, wie etwa Lehrlinge,
Schüler, Jugendliche und Senioren gibt, schaffen wir erstmals ein
eigenes Format für Menschen mit Behinderungen. Damit senden wir ein
deutliches Signal für mehr politische Teilhabe. Nur mit echter
Barrierefreiheit schaffen wir Chancen für alle und stärken
gleichzeitig unseren Wirtschaftsstandort“, so Nationalratspräsident
Dr. Walter Rosenkranz.