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Gaal: Lainzer Architekturjuwel Werkbundsiedlung geht „Raus aus Gas“

Wien (OTS) – Die Werkbundsiedlung in Hietzing ist in ihrer
Einzigartigkeit
international berühmt und beliebter Anziehungspunkt für
Architekturliebhaber weltweit. Sie wurde als Musterhaussiedlung im
Zuge der größten Bauausstellung Europas am 4. Juni 1932 u.a. von
Bürgermeister Karl Seitz eröffnet. Die Wohneinheiten stehen weiterhin
als avantgardistischer Wohnraum mit Gärten in unmittelbarer Nähe zum
Naherholungsgebiet Roten Berg zur Verfügung.

„Die Werkbundsiedlung ist in sich einzigartig und ein wahres
architektonisches Juwel. Die Individualität jedes Gebäudes, bei
gleichzeitiger Homogenität des Gesamten waren ihrer Zeit auf
avantgardistische Weise voraus. Aber wir reden bei der
Werkbundsiedlung nicht nur von der Ästhetik, sondern auch von
Funktionalität. Die Werkbundsiedlung ist belebte
Architekturgeschichte. Denn hier wohnen Familien und das ist für uns
in Wien auch entscheidend. Nach der großen Sanierung des
Gebäudebestandes wird jetzt begonnen, die Werkbundsiedlung
originalgetreu innen zu sanieren und auf erneuerbare Energien
umzustellen, damit hier auch noch folgende Generationen die
Wohnqualität erleben können.“ so Vizebürgermeisterin und
Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal.

Dekarbonisierung und Innensanierung nach Kriterien des
Denkmalschutzes

Die Häuser wurden in den 1930er Jahren mit Flachdach in
Stahlbeton- und Ziegelbauweise mit charakteristischen Putzfassaden,
offenen Grundrissen und großen Fensterflächen errichtet. Ziel der
bevorstehenden Maßnahmen ist die thermische Sanierung und
Dekarbonisierung des Ensembles unter Wahrung des historischen
Erscheinungsbildes und besonderer Sorgfalt in Hinblick auf den
Denkmalschutz. Bereits in den Jahren 2014 – 2016 erfolgte die
Hüllensanierung der Gebäude der Werkbundsiedlung. Nun startet das
Stadt Wien-Unternehmen WISEG mit der Sanierung und Dekarbonisierung
von 4 Gebäuden und der Fassadensanierung eines weiteren Gebäudes.

Geschäftsführer Wiseg Josef Wiesinger: „Die Werkbundsiedlung ist
seit 1932 eine Ikone der Moderne in Österreich. Damals als
mustergültiges Beispiel für „neues Wohnen“ konzipiert ist die
Werkbundsiedlung heute architektonisches Erbe.

Mit der Sanierung leisten wir einen Beitrag zur Dekarbonisierung
des Wiener Baubestandes – behutsam und zukunftsorientiert und
vereinen dabei architektonisches Denkmal mit zeitgemäßer
Energieeffizienz“

Architektonische Individualität für Generationen erhalten

Die Gebäude befinden sich in Lainz, in der Veitingergasse 71, 77,
83, 91 und am Engelbrechtweg 11. Die einzigartigen Gebäude wurden von
den welt-renommierten Architekten Hugo Häring, Richard Bauer, Josef
Hoffmann, André Lurcat und Anton Brenner entworfen.

„Als Bezirksvorsteherin freue ich mich darüber, dass mit der
Werkbundsiedlung eine Sehenswürdigkeit des Bezirks weiter saniert und
zunehmend mit nachhaltiger Energie versorgt wird. Die
Werkbundsiedlung ist mehr als nur ein architektonisches Juwel im
Herzen von Hietzing, sie ist ein belebter Wohnraum, der in Hietzing
auch für die Zukunft nachhaltig zur Verfügung steht.“ so die
Bezirksvorsteherin Hietzing Johanna Zinkl.

„Am Weg zur Klimaneutralität ist die Umstellung der
Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien ein wichtiger Schritt. Dabei
ist die dauerhafte Reduktion der CO2-Emmissionen im Bereich „Wohnen“
ein zentraler Bestandteil. Daher freue ich mich, dass es gelingt auch
in Architekturhistorisch wichtigen Bauten wie der Werkbundsiedlung
die Dekarbonisierung voranzutreiben.“ ergänzt der Bezirksvorsteher-
Stellvertreter von Hietzing Marcel Höckner.

Neben den üblichen Sanierungsmaßnahmen, wie der Erneuerung der
Böden, Malerarbeiten sowie der Verbesserung der Sanitär- und
Elektroanlagen, liegt nun ein starker Fokus auf der Nachhaltigkeit.
Diesbezüglich erfolgt bei den Objekten das neue Heizsystem über
Erdwärme (Wärmepumpe mit Tiefensonden). Hierzu wird in den Häuser
eine Deckenheizung inkl. Temperierung mittels Lehmbauplatten, welche
gleichzeitig die Feuchtigkeit regulieren, in Kombination mit
gebläseunterstützten Heizkörpern installiert. Ebenso wird in jedes
Haus eine kontrollierte Wohnraumlüftung eingebaut. Eine
Photovoltaikanlage auf den Dächern mit Batteriespeicher rundet die
Maßnahmen ab. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Sanierung der
Wohngebäude gemäß den denkmalschutzrechtlichen Auflagen. Auch die
Freilegung historischer Oberflächen und der Rückbau nicht originaler
Zubauten stehen im Fokus.

Die Bauarbeiten sind von Oktober 2025 bis Juli 2026 geplant.

Zur Wiseg:

Die WISEG (Wiener Substanzerhaltungsg.m.b.H. & Co KG), ein
Immobilienunternehmen im wirtschaftlichen Eigentum der Stadt Wien,
ist heute Eigentümerin eines Großteils der Häuser (48 von 70).

Seit 2011 sind wir für deren Verwaltung, Pflege und die
etappenweise denkmalgerechte Sanierung verantwortlich und setzt mit
diesem Sanierungspaket ein sichtbares Zeichen für nachhaltige
Stadterneuerung im historischen Bestand.

Über die Werkbundsiedlung: https://www.werkbundsiedlung-wien.at/