Wien (OTS) – Die Universität für angewandte Kunst Wien präsentiert
mit der
Ausstellung Shaken Grounds. Seismography of Precarious Presences im
Angewandte Interdisciplinary Lab (AIL) ab 4. Mai 2026 Ergebnisse,
Methoden und Prozesse des gleichnamigen künstlerischen
Forschungsprojekts (2023–2026), gefördert durch den Österreichischen
Wissenschaftsfonds (FWF). Die Ausstellungseröffnung markiert zugleich
den Beginn des Creative-Europe-Kooperationsprojekts Shaken Grounds:
Art as Seismography , das Partnerinstitutionen in Österreich,
Kroatien, Island und Italien zusammenbringt und 2027 in einer
Gruppenausstellung mit Symposium im Museum of Contemporary Art Zagreb
münden wird.
Shaken Grounds widmet sich transdisziplinär dem Zusammenhang von
geologischen, gesellschaftlichen und psychischen Erschütterungen.
Dabei entsteht ein von Édouard Glissant beschriebenes „zitterndes
Denken“, das die Stabilität des Grundes, auf dem wir stehen, befragt
und sich Brüchen, Beben und Verwerfungen zuwendet. Seismografie wird
zu einer Methode des Wahrnehmens, Aufzeichnens und In-Beziehung-
Setzens.
Die Exposition – als Öffnung und Artikulation künstlerischer
Forschung – geht von der Beobachtung aus, dass nicht nur natürliche
Prozesse, sondern auch globale Erwärmung und menschliche Eingriffe in
die Erdkruste deren Stabilität beeinflussen. Während sich derartige
Dynamiken über unterschiedliche Maßstäbe und Zonen entfalten, oft
jenseits unmittelbarer Wahrnehmung, stellt sich die Frage, auf welche
Weise künstlerische Forschung als eine Form von Seismografie
operiert, und wie künstlerische Praktiken subtile Schwingungen und
deutlichere Verschiebungen zwischen der belebten Welt und einer
zunehmend instabilen Geosphäre erfassen und übersetzen können.
Durch die Arbeit mit Film, Klang, Performance, Text, Objekten,
Zeichnung und Malerei bringt das Projekt Künstler*innen,
Wissenschaftler*innen und Kurator*innen zusammen. In einem offenen
Kollektiv treffen unterschiedliche Perspektiven auf menschengemachte
Seismizität aufeinander: Filmemachen, Geologie, künstlerische und
somatische Praktiken ebenso wie Philosophie und Geschichte verstehen
das Phänomen jeweils anders. Im transdisziplinären Dialog wird das
Phänomen differenziert, sodass neue Aspekte hervortreten können.
Shaken Grounds bewegt sich durch vulkanische Landschaften
Süditaliens, durch Erdbebenüberwachungsräume, geothermische
Infrastrukturen und CO₂-Injektionsanlagen, entlang der Lavafelder
Islands sowie zu den schmelzenden Gletschern der Alpen, und fragt,
wie wir dem, was sich um uns und in uns verändert, Aufmerksamkeit
schenken und dabei beweglich-zitternd in Beziehung bleiben können.
Mit Beiträgen von Bjarki Bragason, Nikolaus Gansterer, Mariella
Greil, Victor Jaschke, Peter Kozek, Anna Líndal, Werner Moebius und
Lucie Strecker.
Das Creative-Europe-Projekt Shaken Grounds: Art as Seismography wird
in Zusammenarbeit mit dem Museum of Contemporary Art Zagreb, Kroatien
(Projektleitung), der Universität für angewandte Kunst Wien,
Österreich, der Iceland University of the Arts, Reykjavík, Island
sowie Centro ITARD Lombardia / Volcanic Attitude Festival, Italien (
kofinanziert von der Europäischen Union) durchgeführt.
Shaken Grounds. Seismography of Precarious Presences
AIL – Angewandte Interdisciplinary Lab
Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien
Presseführung: 4. Mai 2026, 10.30 Uhr (Anmeldung unter presse@uni
-ak.ac.at erbeten)
Eröffnung : 4. Mai 2026, 18.00 Uhr
Ausstellung: 5.–26. Mai 2026
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag, 11.00–18.00 Uhr
Eintritt frei.
Begleitprogramm:
12. Mai, 17.00
Publikumsdialog und Führung
26. Mai, 17.00
Finissage und Führung
Foto-Download:
https://www.dieangewandte.at/presse
Die Angewandte
Die Universität für angewandte Kunst Wien zählt zu den führenden
internationalen Kunsthochschulen. Mit 2000 Studierenden aus 90
Ländern und rund 30 Studienrichtungen an 8 Instituten verbindet die
Angewandte die Künste und Wissenschaften mit den
Gestaltungsdisziplinen Architektur und Design.
Als Kunstuniversität entwickelt sie neue inter- und transdisziplinäre
Angebote, die auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse gerichtet
sind und Zukunftshorizonte öffnen.