Wien (OTS) – Mit Mut, Zivilcourage und Engagement sorgen die
Heldinnen und Helden
der Straße für mehr Sicherheit und retten Leben. Heute (Dienstag)
wurden sie für ihren außergewöhnlichen Einsatz mit den Ö3-
Verkehrsawards geehrt: Hitradio Ö3, das Bundesministerium für Inneres
und das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
haben Christian Engel aus Lessach („Ö3ver des Jahres“), RevInsp
Alexander Mayr und GrInsp Markus Edlbauer („Einsatzhelfer des Jahres
– Polizei“), das Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land (
„Einsatzhelfer:innen des Jahres – Feuerwehr“), die Straßenmeisterei
Zams („Einsatzhelfer:innen des Jahres – Straßenmeistereien“) sowie
EYYES GmbH, ASFINAG und ÖAMTC („Innovation des Jahres“) mit den 24.
Ö3-Verkehrsawards prämiert.
Verliehen wurden die Ö3-Verkehrsawards heute im Ö3-Haus am
Küniglberg vom designierten ORF-Generaldirektor Clemens Pig, Ö3-
Senderchef Michael Pauser, Bundesminister für Inneres Gerhard Karner
und Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Peter
Hanke.
Kategorie „Ö3ver:in des Jahres“:
Preisträger: Christian Engel aus Lessach
Christian Engel fährt am 26. Juni mit dem LKW heim Richtung
Tamsweg. Im Gleinalmtunnel nimmt er plötzlich einen unangenehmen
Geruch wahr – es riecht nach Plastik. Kurz darauf kommt der Verkehr
zum Stillstand. Im Tunnel brennt ein Auto. Der Lenker schaffte es
gerade noch rechtzeitig in die nächste Rettungsnische. Der Stau
hinter dem Fahrzeug baut sich auf. Auto an Auto, LKW an LKW. Alle
bleiben sitzen – außer Christian Engel. Er ist seit 30 Jahren bei der
Feuerwehr. Und da denkt man nicht lange nach, sondern handelt. Engel
stellt seinen LKW so ab, dass Einsatzkräfte weiter zufahren können.
Dann läuft er zur nächsten Löschnische. Aber weil der Rauch so dicht
ist, kommt er nicht durch. Er rennt auf der gegenüberliegenden Seite
des Tunnels zur Löschnische. Dort schnappt er sich einen C-Schlauch,
kuppelt ihn zusammen und schleppt ihn quer über die Fahrbahn zum
brennenden Auto. So ein Schlauch wiegt, wenn er voll mit Wasser ist,
bis zu 180 Kilo.
Als die Feuerwehr eintrifft, ist das Feuer unter Kontrolle. Übrig
bleibt nur ein schwarzer Fleck am Asphalt. Niemand wird verletzt und
die ASFINAG ist sicher: Ohne Christian Engel und seinen mutigen
Einsatz hätte der Gleinalmtunnel tagelang gesperrt werden müssen. Für
sein mutiges und entschlossenes Handeln wird er mit dem Ö3-
Verkehrsaward in der Kategorie „Ö3ver:in des Jahres“ ausgezeichnet.
Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres – Polizei“:
Preisträger: RevInsp Alexander Mayr und GrInsp Markus Edlbauer,
Polizei Oberösterreich
24. Februar, kurz vor 23 Uhr: Bei der Landesleitzentrale geht ein
Alarm ein. Kein Notruf, keine Zeug:innen – der Alarm einer
Smartwatch. Die Polizisten Alexander Mayr und Markus Edlbauer fahren
los und suchen die Strecke ab. Auf der B134 Wallerner Straße bei
Fraham (Bezirk Eferding) ist eine Frau in einer Kurve von der
Fahrbahn abgekommen. Ihr Auto prallte gegen den Betonsockel einer
Brücke, überschlug sich und blieb im Lengauer Bach auf dem Dach
liegen. Als Mayr und Edlbauer das Fahrzeug finden, liegt es fast
vollständig im Wasser. Die Frau hängt kopfüber im Sicherheitsgurt –
der Gurt klemmt, das Wasser steigt. Alexander Mayr steigt in den
Bach, bekommt die Autotür einen Spalt weit auf, zwängt sich hinein,
schneidet den Gurt durch – und rettet die Frau damit vor dem
Ertrinken. Markus Edlbauer alarmiert währenddessen Rettung und
Feuerwehr und steigt dann selbst in den Bach, um zu helfen. Gemeinsam
bringen sie die Frau zur Böschung. Sie wird ins Unfallkrankenhaus
Linz gebracht und überlebt. Der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie
„Einsatzhelfer:innen des Jahres“ geht für ihren beherzten,
lebensrettenden Einsatz an RevInsp Alexander Mayr und GrInsp Markus
Edlbauer.
Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres – Feuerwehr“:
Preisträger:innen: Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land
Am 29. November 2025 geht um 15.40 Uhr einem Motorsegler der
Motor aus. Der Pilot probiert noch bis zum Flugplatz Nötsch zu
fliegen — aber die Höhe reicht nicht. Also setzt er zur Landung an –
auf der Autobahn. Er landet auf der A2 Südautobahn kurz nach der
Abfahrt Arnoldstein in Fahrtrichtung Italien. An Bord sind der 62-
jährige Pilot und eine 59-jährige Mitfliegerin, beide aus Kärnten,
beide bleiben unverletzt. Beim Stichwort „Flugnot“ rücken gleich
sieben Feuerwehren aus – um sich vor Ort mit der Frage zu
beschäftigen: Was macht man mit einem Flugzeug auf der Autobahn?
Lösung: Seil ans schwere Rüstfahrzeug. Und dann fährt über die A2
eine Kolonne, wie sie wohl noch nicht zu sehen war. Vorne das
Rüstfahrzeug, hinten dran der Motorsegler, links und rechts neben den
Tragflächen begleiten Feuerwehrmänner das Kleinflugzeug zu Fuß. Das
Flugzeug mit 10,78 Metern Spannweite wird mit dem Rüstfahrzeug der FF
Arnoldstein in Schrittgeschwindigkeit über die Autobahn zum
ehemaligen Zollamtsplatz Arnoldstein geschleppt, ein paar
Verkehrszeichen müssen für kurze Zeit weichen. Nach einer
Dreiviertelstunde ist die Autobahn wieder frei. Für diesen
außergewöhnlichen Einsatz geht der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie
„Einsatzhelfer:innen des Jahres“ an das Bezirksfeuerwehrkommando
Villach-Land.
Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres – Straßenmeistereien“:
Preisträger:innen: Straßenmeisterei Zams (Land Tirol)
Bei Unwettern Ende Juni 2026 gingen im Gemeindegebiet von St.
Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst) Muren im Bereich des Bichlbachs und
des Hairlachbachs ab, zusätzlich trat die Pitze stellenweise über die
Ufer. Die L16 Pitztalstraße wurde auf rund 500 Metern unterspült,
Teile der Straße brachen weg. Und die Pitztalstraße ist nicht
irgendeine Straße. Sie ist die einzige. Dahinter liegt ein ganzes Tal
– Dörfer, ein Sommer voller Gäste, und die Arztpraxis, die plötzlich
auf der anderen Seite lag. Die Straßenmeisterei Zams errichtete
innerhalb einer Woche eine Ersatztrasse im Bereich der Weiler
Eggenstall und Hairlach. Diese wurde am Montag, den 6. Juli, in
beiden Fahrtrichtungen einspurig mit Ampelregelung freigegeben. Sie
war breiter als die zuvor bestehende Behelfsumfahrung, verkürzte den
Umfahrungsweg und Ampelphasen deutlich und war auch für Reisebusse,
LKW mit Anhänger und Sattelkraftfahrzeuge befahrbar. Wochen später
kam die nächste Mure runter – die Notstraße hielt. Für das rasche,
tatkräftige und engagierte Anpacken ehrt der Ö3-Verkehrsaward in der
Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres“ die Straßenmeisterei Zams.
Kategorie „Innovation des Jahres“:
Preisträger:innen: EYYES GmbH, ASFINAG und ÖAMTC
Manchmal ist ein Arbeitsplatz auf der Autobahn nur sehr schmal:
links die Leitschiene, rechts rauscht der Verkehr vorbei. Um Menschen
zu schützen, die dort arbeiten, wurde „CollisionEye“ entwickelt – ein
kamerabasiertes, KI-gestütztes Kollisionswarnsystem. Eine Kamera am
Einsatzfahrzeug oder am Warnleitanhänger erkennt Fahrstreifen und
Fahrzeuge, ermittelt Richtung und Geschwindigkeit und berechnet
daraus das Kollisionsrisiko. Bei erkannter Gefahr werden die
herannahenden Lenker:innen über ein akustisches Warnsignal gewarnt;
die Mitarbeitenden erhalten zeitgleich über einen am Körper
getragenen Funkempfänger einen Vibrationsalarm. Entwickelt wurde das
System von der EYYES GmbH mit Sitz in Gedersdorf bei Krems, ASFINAG
und ÖAMTC testen es seit Herbst 2025 auf österreichischen Autobahnen,
erproben es im täglichen Einsatz und entwickeln es durch laufende
Rückmeldungen gemeinsam weiter. Der Testbetrieb wird nun ausgeweitet.
Für diese Innovation ehrt der Ö3-Verkehrsaward die EYYES GmbH, die
ASFINAG und den ÖAMTC.