Wien (PK) – Gemeinden und Regionen sollten die digitale Entwicklung
nicht bloß
begleiten, sondern selbstbewusst und verantwortungsvoll mitgestalten,
betonte heute Bundesratspräsident Markus Stotter im Rahmen des von
ihm initiierten Expertinnen- und Expertenforums mit dem Titel
„Digitale Gemeinde 2035“ im Parlament. Dabei erörtern Fachleute aus
Theorie und Praxis, wie Gemeinden den digitalen Wandel aktiv, sicher
und gemeinwohlorientiert gestalten können, wobei es unter anderem um
digitale Infrastruktur, Datenkompetenz und Vernetzung geht. Zudem
werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt.
Der deutsche Futurologe Max Thinius sprach sich in seiner Keynote
zum Thema „Digital, kommunal, zukunftssicher“ für ein positives
Zukunftsbild aus, dass durch neue Technologien wie der künstlichen
Intelligenz (KI) gestalten werden könne.
Das Forum kann via Livestream in der Mediathek des Parlaments
mitverfolgt werden und ist dort als Video-on-Demand verfügbar.
Stotter: Der Nutzen für die Menschen soll im Mittelpunkt stehen
Wie Gemeinden den digitalen Wandel aktiv, sicher und
gemeinwohlorientiert gestalten, sei keine abstrakte Zukunftsfrage,
sondern betreffe ganz unmittelbar das tägliche Leben der Menschen,
zeigte sich Bundesratspräsident Markus Stotter überzeugt. Gemeinden
und Regionen sollten die digitale Entwicklung nicht bloß begleiten,
sondern selbstbewusst und verantwortungsvoll mitgestalten. Moderne
Technologien müssen dabei laut Stotter dazu beitragen, das Leben der
Menschen zu erleichtern, die Verwaltung zu stärken sowie neue
Möglichkeiten der Teilhabe zu eröffnen. So könnten digitale
Instrumente, etwa in Bereichen wie Verwaltung, Bildung, Gesundheit,
Energie, Mobilität und Sicherheit, Abläufe vereinfachen,
Entscheidungsgrundlagen verbessern und Bürgerinnen und Bürger stärker
einbinden. Entscheidend dabei sei, dass nicht die Technik, sondern
der Nutzen für die Menschen im Mittelpunkt stehe. Dazu braucht es für
den Bundesratspräsidenten einfache Zugänge für alle Generationen und
die Fähigkeit, digitale Entwicklungen – ausgehend von den lokalen
Bedürfnissen und Herausforderungen – auf regionaler Ebene
selbstbestimmt zu gestalten.
Gut vernetzte, krisenfeste und digital handlungsfähige Regionen
würden zudem Lebens- und Arbeitsräume mit Perspektive für junge
Menschen schaffen. Es gehe darum, dass durch die digitale
Transformation auch kleinere Gemeinden, ländliche Räume und regionale
Zentren leistungsfähig, lebenswert und zukunftssicher blieben. So
könne der digitale Wandel zu einem „echten Standortvorteil“ für
Österreichs Gemeinden und Regionen beitragen, unterstrich der
Bundesratspräsident.
Futurologe Thinius über die positiven Gestaltungsmöglichkeiten
durch neue Technologien
„Die Zukunft kommt nicht, sondern wir gestalten sie“, hielt der
Futurologe Max Thinius in seiner Keynote fest. Thinius sprach sich
grundsätzlich für ein positives Zukunftsbild aus, dass durch neue
Technologien wie der künstlichen Intelligenz gestaltet werden könne.
Anstatt der Anpassung und dem Sprechen von Chancen und
Herausforderungen, werde es künftig vielmehr um das Gestalten der
daraus entstehenden vielfältigen positiven Möglichkeiten gehen. So
wird es laut Thinius künftig KI-Tools geben, bei denen die Menschen
nicht merken, dass sie in allen ihren Lebensbereichen angewendet
werden. Dies könne beim Vernetzen von Regionen und Nachbarschaften
helfen und zu einer anderen Qualität des Zusammenlebens beitragen.
Wichtig dabei sei jedoch, nicht auf digitale Selbstbestimmung und
Datenautonomie zu vergessen, damit jeder und jede seine oder ihre
Daten selbst besitzen könne. Thinius hob in diesem Zusammenhang die
heimische elektronische Gesundheitsakte ELGA positiv hervor. Hier sei
Österreich weltweit führend. Grundsätzlich werde durch den digitalen
Wandel und KI nicht mehr das Motto „Made in Austria“ sondern „Made
from Austria“ ausschlaggebend sein. Es gehe darum, Ideen zu
generieren, die weit über Österreich hinausgehen, so Thinius.
Panels zu digitaler Infrastruktur und Datenkompetenz von
Gemeinden und Regionen
Nach der Keynote folgt das Panel „Digitale Daseinsvorsorge als
Faktor für Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Gemeinden und
Regionen“, das Ernst-Olav Ruhle, Geschäftsführer SBR-net Consulting,
und Oskar Januschke, Geschäftsführer Raumprozess+ Public Consulting
und Experte für Stadt-, Regional- und Standortentwicklung, mit
Referaten einleiten werden.
Im Panel „Digitalität und Datenräume im Public Sector sichern
Gemeinwohl und Chancengleichheit“ werden Maria Rost, Bereichsleiterin
Digitales im Verband kommunaler Unternehmen, und die Amtsleiterin der
Gemeinde Neuhaus Regina Wiedl über konkrete Projekte und Erfahrungen
berichten.
Moderiert wird die Veranstaltung von Franz Zeller, Ressortleiter
Wissenschaft und Innovation im ORF. (Schluss) med
HINWEIS: Fotos dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf
vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments .
Die Veranstaltung wurde live in der Mediathek des Parlaments
übertragen und ist dort als Video-on-Demand abrufbar.