Wien (OTS) – Morgen wird im Ministerrat über die Aufhebung des
Abscheidungs- und
Speicherverbots für CO₂ diskutiert (CCS). Die
Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert diesen Schritt scharf
und bewertet das mögliche Ende des CCS-Verbots als gefährlichen
Irrweg für die Energiewende. Greenpeace fordert die Bundesregierung
auf, statt Milliarden von Steuergeld in CCS zu versenken, lieber in
Maßnahmen zu investieren, die klimaschädliche Emissionen dauerhaft an
der Wurzel reduzieren. Dazu zählen etwa der Ausbau erneuerbarer
Energien, thermische Sanierungen und die Kreislaufwirtschaft.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in
Österreich: „Die Aufhebung des CO₂-Speicherverbots ist kein
Klimaschutz, sondern eine extrem teure Scheinlösung mit
Verfallsdatum. Es ist völlig absurd, wertvolle Ressourcen und
erneuerbare Energie darauf zu verschwenden, CO₂ aufwändig einzufangen
und zu vergraben, statt die Emissionen von vornherein zu vermeiden.“
Die Kosten für die für CCS benötigte Infrastruktur werden auf
über zehn Milliarden Euro geschätzt. Die Industrie hat bereits
signalisiert, die Kosten dafür nicht alleine tragen zu wollen.
Duregger: „ Mit den veranschlagten Infrastrukturkosten von gut zehn
Milliarden Euro könnten rund 750.000 Einfamilienhäuser mit
Photovoltaik ausgestattet werden könnten, was jedes dritte Gebäude in
Österreich direkt mit erneuerbarer Energie versorgen und die
Haushalte nachhaltig entlasten würde.”
Begrenzte Speicherkapazitäten
Laut Umweltbundesamt könnten bis 2040 rund 9,2 Millionen Tonnen CO₂
pro Jahr aus der Industrie anfallen, während die realistischen
heimischen Speicherressourcen auf etwa 118 Millionen Tonnen geschätzt
werden. Bei den hohen CO₂-Abscheidemengen wären die heimischen
Lagerstätten damit nach wenigen Jahren voll. Danach müsste der CO₂-
Müll mit unklaren Langzeitfolgen und Risiken ins Ausland
transportiert oder im Meer verpresst werden. Greenpeace warnt zudem
vor ungeklärten Haftungsfragen bei Leckagen sowie unkalkulierbaren
Folgekosten für zukünftige Generationen, sollte das verpresste CO₂
unbemerkt entweichen.
Inhalte auf einen Blick
Thema / Anlass: Anlässlich der morgigen Debatte im Ministerrat
kritisiert Greenpeace die geplante Aufhebung des CO₂-Speicherverbots
(CCS) scharf.
Hauptkritik: Die benötigte Infrastruktur kostet über zehn Milliarden
Euro und die heimischen Speicherressourcen sind bei 9,2 Millionen
Tonnen CO₂ pro Jahr nach wenigen Jahren erschöpft.
Hauptforderung: Beibehaltung des CCS-Verbots sowie gezielte
Investitionen in erneuerbare Energien, thermische Sanierungen und
Kreislaufwirtschaft.
Adressat: Bundesregierung und Ministerrat.
Quelle: Greenpeace Österreich