Wien/New York (OTS) – Anlässlich der heutigen UN-Klimagespräche in
New York kritisiert
Greenpeace den fehlenden Ehrgeiz der EU bei ihren Klimazielen. Statt
einer klaren Entscheidung legte der EU-Umweltrat vergangene Woche nur
eine schwache Absichtserklärung für die Reduktion der Treibhausgase
bis 2035 vor. Die vorliegenden Pläne bleiben deutlich hinter den
Empfehlungen des eigenen wissenschaftlichen EU-Beirats zurück und
gefährden die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Die eigentliche
Entscheidung zum Klimaziel wurde, auch aufgrund des kontraproduktiven
Drucks Österreichs, auf den Gipfel der EU-Regierungschef:innen im
Oktober vertagt. Greenpeace fordert, dass die EU bis zur
Klimakonferenz im November in Brasilien ein ambitioniertes und
wissenschaftsbasiertes Ziel beschließt.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace
Österreich: „Mit leeren Händen lässt sich die Klimakrise nicht
stoppen. Eine schwache Absichtserklärung überzeugt niemanden und
zeigt, wie ambitionslos die Europäische Union handelt. Wenn die EU
ihre eigenen Wissenschaftler:innen ignoriert, verliert sie ihre
Glaubwürdigkeit. Aber es ist noch Zeit, das Ruder herumzureißen: Die
EU muss Klimaneutralität bis 2040 verankern und ein wissenschaftlich
fundiertes Ziel beschließen. Andernfalls blamiert sich Europa bei der
Klimakonferenz in Brasilien auf offener Bühne.“
Die jetzige von den EU-Umweltminister:innen verabschiedete
Erklärung sieht ein Reduktionsziel der Treibhausgase in der
Bandbreite zwischen 66,3 bis 72,5 Prozent bis 2035 vor. Damit liegt
sie deutlich unter den Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirats
der EU. Dieser fordert mindestens 77 Prozent Reduktion bis 2035, um
auf Linie mit dem Pariser Klimaabkommen zu sein.