Wien (OTS) – Seit 75 Jahren, seit ihrer Gründung 1951, stehen die
Wiener
Festwochen für Tradition und Innovation, Avantgarde und Experiment
gleichermaßen und zählen heute zu den bedeutendsten europäischen
Bühnen für visionäres und diskursives Kunst- und Kulturschaffen. Sein
Jubiläum feiert das Festival 2026 von 15. Mai bis 21. Juni mit einer
programmatischen Selbstbeschreibung: „75 Jahre Schönheit und Skandal,
75 Jahre Kunstreligion“. So erklären sich die Festwochen – nach der
Ausrufung der „Freien Republik Wien“ 2024 und der „Republik der
Liebe“ 2025 – nun im dritten Jahr der Intendanz von Milo Rau zur
„Republic of Gods“, die heuer mit insgesamt 35 internationalen
Produktionen und rund 170 Vorstellungen an Schauplätzen in ganz Wien
aufhorchen lässt. Offizieller Auftakt des Crossover-Festivals ist
auch 2026 die traditionell vom ORF übertragene Festwocheneröffnung,
die diesmal ESC-bedingt in der zweiten Woche und erstmals am
Heldenplatz (statt am Rathausplatz, wo noch das Eurovision Village
abgebaut wird) stattfindet. Dort wurde heute, am Mittwoch, dem 20.
Mai, im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm des spektakulären
Openings vorgestellt. Gemeinsam mit Festwochen-Intendant Milo Rau
begrüßten Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und ORF-TV-Kulturchef
Martin Traxl, u. a. in Anwesenheit teilnehmender Akteurinnen und
Akteure wie des musikalischen Leiters der Show, Herwig Zamernik, der
ukrainischen Künstlerin Marichka Shtyrbulova vom Kiewer Kollektiv
Opera Aperta, der deutschen Singer-Songwriterin Lara Hulo, die coram
publico ihren musikalischen Beitrag zur Eröffnung – den Song „Für
Änni“ – zum Besten gab, weiters Countertenor Steve Katona und Günter
Roiss vom WITAF – Verein im Dienste der Gehörlosen, der die
Veranstaltung auch heuer wieder für gehörlose und hörbehinderte
Menschen interpretieren wird.
Passend zum Thema des Jubiläumsjahres will die Eröffnung weniger
Festakt als künstlerische Zeremonie sein: Wien wird zum Ort, an dem
Hochkultur und Pop, Ritual und Gegenwart, Ernst und Überzeichnung
bewusst aufeinandertreffen. Dem Wiener Heldenplatz als große Bühne
für das Opening kommt als historischer Ort, der in besonderer Weise
mit der Idee von Erinnerung, Öffentlichkeit und Gegenwartskultur
verbunden ist, eine spezielle Bedeutung zu. Im Zentrum der Show steht
die „Godmother of Punk“ – die für ihre künstlerische Unabhängigkeit,
politischen Eigensinn und die Verbindung von Poesie, Rock und
Widerstand bekannte US-amerikanische Punk- und Rockmusikerin, Singer-
Songwriterin, Lyrikerin, Fotografin und Malerin Patti Smith, die
gemeinsam mit der Band „Gods Republic“ und dem Schmusechor auftritt.
Das Konzept des Abends ist ein gezielter Genre-Crash: Gospel trifft
auf Punk, Klassik auf Schlager. Die Festwochen sprechen von
„schamlosem Synkretismus“ – einem lustvollen Zusammenführen von
scheinbar Unvereinbarem – und spielen dabei auch mit dem Bild neuer
und alter Göttinnen und Götter, die als Idole, Projektionen oder
Stimmen nebeneinanderstehen. Der Heldenplatz wird so nicht nur
Konzertfläche, sondern ein öffentlicher Resonanzraum zwischen Andacht
und Aufruhr.
Neben Patti Smith stehen zahlreiche weitere Musiker:innen und
Gäste auf dem Programm, die diese Vielstimmigkeit und Vielseitigkeit
erweitern – darunter etwa das Duo Cari Cari mit seinem cineastischen
Indie-Rock, NENDA mit mehrsprachigem Rap, Lara Hulo mit rotzig-
intimem Chanson-Pop, Witch Club Satan als brachiale, performative
Metal-Intervention und viele mehr. So entsteht ein Abend, der Wien in
guter Tradition als Stadt der kulturellen Mischformen zeigt:
spektakulär, direkt, kollektiv – und bewusst unberechenbar.
Für ein internationales Fernsehpublikum überträgt der ORF die
Eröffnung der 75. Wiener Festwochen am Freitag, dem 22. Mai, live-
zeitversetzt um 22.35 Uhr in ORF 2 und 3sat sowie auf ORF ON. Die ORF
-TV-Regie übernimmt wieder Felix Breisach, der auch die ORF-
Dokumentation „Schönheit und Provokation – 75 Jahre Wiener
Festwochen“ gestaltet hat. Das Opening wird heuer wieder für
gehörlose und hörbehinderte Zuseher:innen mit Österreichischer
Gebärdensprache (ÖGS) angeboten und von ÖGS-Dolmetscherinnen und –
Dolmetschern live übersetzt – zu sehen auf ORF 2 Europe (via Satellit
und Kabel), ORF 2 W (in SD via Antenne) und auf ORF ON via Live-
Stream.
Veronica Kaup-Hasler: „Öffnet das Fenster zur Welt“
„Die Wiener Festwochen sind seit 75 Jahren unverzichtbarer Teil
des kulturellen Lebens unserer Stadt. Seit sieben Jahrzehnten beleben
sie Wien mit einem Feuerwerk an internationalen Spitzenproduktionen
verschiedenster künstlerischer Handschriften und Theatersprachen,
ermöglichen Auseinandersetzungen und fördern Diskurse der
Stadtgesellschaft. Getragen vom Anspruch der kulturellen Teilhabe ist
die Eröffnung eine Einladung an alle Wiener:innen und Gäste gemeinsam
zu feiern, diese besondere Gelegenheit der Begegnung zu nutzen und am
Dialog teilzunehmen. Dieser Moment strahlt weit über die Stadtgrenzen
hinaus – und öffnet das Fenster zur Welt“, betont Kulturstadträtin
Veronica Kaup-Hasler.
Milo Rau: „Große wilde Feier von 75 Jahren Schönheit und
Skandal!“
„Es ist uns eine große Freude und Ehre, die Jubiläumsausgabe der
Festwochen auf dem Held:innenplatz zu eröffnen. Von Patti Smith bis
zur festivaleigenen Band Gods Republic, von NENDA über Cari Cari bis
zur ukrainischen Sängerin Marichka Shtyrbulova, vom Schmusechor bis
zu Witch Club Satan: Heldinnen und Helden, Göttinnen und Götter der
Musik und des Widerstands versammeln sich zur großen, wilden Feier
von 75 Jahren Schönheit und Skandal!“, jubelt Intendant Milo Rau.
Martin Traxl: „Bunt schillernd, experimentell und vereint in
Vielfalt“
ORF-TV-Kulturchef Traxl: „Bei den Wiener Festwochen stand das Tor
zur Welt immer ein wenig weiter offen als üblich. Zum 75-jährigen
Jubiläum zeigt sich die Stadt erneut bunt schillernd, experimentell
und vereint in Vielfalt. Ein Zeichen des Zusammenhalts und der
Lebensfreude, aber auch des kreativen Widerstands, das wir gerne in
die Welt hinaustragen – als Partner und Multiplikatoren der Kunst.“
ORF-Schwerpunkt: Patti-Smith-Porträt, Jubiläumsdoku,
„kulturMONTAG“, „Kultur Heute“, aktuelle Berichterstattung in TV,
Radio und online
Der ORF als langjähriger Medienpartner begleitet die Wiener
Festwochen auch im Jubiläumsjahr und startete seinen Schwerpunkt
bereits am 11. Mai u. a. mit dem Filmporträt „Patti Smith: Poesie und
Punk“, gefolgt am 18. Mai von der bereits erwähnten Doku „Schönheit
und Provokation – 75 Jahre Wiener Festwochen“ sowie einer
„kulturMONTAG“-Ausgabe, die sich mit der vom Festival in Kooperation
mit dem Wiener Museum für angewandte Kunst gestalteten Ausstellung
für den 2010 verstorbenen Regisseur, Aktivisten und Autor Christoph
Schlingensief befasste. Alle bisher ausgestrahlten Programmpunkte
sind weiterhin auf ORF ON verfügbar. Neben aktueller TV-
Kulturberichterstattung in ORF 2 im Rahmen von „Zeit im Bild“, in
„Daytime“-Sendungen und „Wien heute“ wird sich auch das werktägliche
ORF-III-Magazin „Kultur Heute“ (19.40 Uhr) den Wiener Festwochen 2026
widmen. So steht am Montag, 1. Juni, eine Schwerpunktausgabe auf dem
Programm, in der Intendant Milo Rau zu Gast ist und über das
diesjährige Festivalprogramm, internationale Produktionen und
künstlerische Akzente spricht.
Ö1 berichtet ausführlich über die Wiener Festwochen 2026, u. a.
in den Ö1-„Journalen“ und im Ö1-„Kulturjournal“ (Montag bis Freitag,
17.09 Uhr). Unter dem Titel „Umbruch der Gesellschaft“ widmet sich
die Ö1-Reihe „Betrifft: Geschichte“ (Montag, 22., bis Freitag, 26.
Mai, 15.55 Uhr) der in den 1970er Jahren von den Festwochen
initiierten alternativen Programmschiene für junge Menschen namens
Arena, die später durch die als „Arena-Besetzung“ bekannt gewordene
Initiative in die Wiener Stadtgeschichte einging. Ö1 sendet außerdem
eine Aufzeichnung der von Suzanne Kennedy inszenierten Richard-Wagner
-Oper „Parsifal“ (Samstag, 27. Juni, 19.00 Uhr), die vom ORF Radio-
Symphonieorchester Wien unter der musikalischen Leitung von Yi-Chen
Lin im Wiener MuseumsQuartier aufgeführt wird. Auf ORF Sound ist ein
„Diagonal zur Person: Florentina Holzinger“ nachzuhören – die
Performancekünstlerin vertritt Österreich bei der Kunstbiennale und
inszeniert bei den Wiener Festwochen ein „Pfingstspiel“. Im Wiener
ORF RadioKulturhaus finden mehrere Veranstaltungen des Festivals
statt, u. a. das diesjährige „Gipfeltreffen“ der „Akademie Zweite
Moderne“ sowie zwei „Akademie“-Konzerte, die Ö1 in „Zeit-Ton
extended“ (freitags, 3. und 10. Juli, jeweils ab 23.03 Uhr) sendet.
FM4 bringt neben Vorberichten u. a. eine Reportage über die
Vorbereitungen zur Festwochen-Eröffnung am Wiener Heldenplatz und
verlost Tickets für ausgesuchte Festivalproduktionen im Rahmen einer
Vorschaugeschichte auf https://fm4.ORF.at .
Im Rahmen der aktuellen Kulturberichterstattung widmen sich
weiters zahlreiche Channels des ORF.at-Netzwerks – von news.ORF.at
und wien.ORF.at über oe1.ORF.at bis zu ORF Sound und ORF ON – dem
Kulturereignis. Der ORF TELETEXT informiert im Rahmen der Kultur-
Topstory (Seite 110) und des Magazins „Kultur und Show“ (ab Seite 190
) über Eröffnung, Höhepunkte und Programm (Seite 415).