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Neuer Bericht belegt erstmals das Ausmaß von „Littering“ in Österreich

Wien (OTS) – Das Problem des „Littering“ – also des achtlosen
Wegwerfens von
Abfällen – ist in Österreich größer als bisher belegt. Der heute
vorgestellte 1. Österreichische Littering-Report kombiniert erstmals
repräsentative Umfrageergebnisse mit einer landesweiten Datenerhebung
und zeigt: Jährlich landen rund 15.000 Tonnen Abfälle auf Straßen,
öffentlichen Plätzen und in der Natur und müssen von Gemeinden und
Freiwilligen eingesammelt werden. „Der neue Bericht enthält solide
Handlungsempfehlungen und soll es Entscheidungsträger:innen
ermöglichen, evidenzbasierte Maßnahmen gegen Littering zu setzen“ ,
sagte ÖSTERREICH SAMMELT-Sprecher Andreas Pertl bei der Präsentation
in Wien.

Der 1. Österreichische Littering-Report ist die erste
Publikation, die das Ausmaß des achtlosen Wegwerfens von Abfällen in
Österreich systematisch dokumentiert. Er verbindet die Ergebnisse
einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage mit einer umfassenden
Datenerhebung bei den Gemeinden zu Art und Menge der gelitterten
Abfälle im öffentlichen Raum. Damit liegt eine fundierte Basis vor,
auf die Gemeinden, Politik und Wirtschaft bei der Planung von
Maßnahmen zurückgreifen können.

Konkret wurde dokumentiert, dass jährlich rund 15.000 Tonnen
Abfälle per Hand eingesammelt werden – überwiegend durch kommunale
Reinigungen, ergänzt durch ehrenamtliche Flurreinigungsaktionen.
Diese Menge entspricht dem jährlichen Abfallaufkommen einer 30.000-
Personen-Gemeinde. Am häufigsten betroffen sind Städte, wo viele
Menschen auf engem Raum zusammenkommen, Veranstaltungen stattfinden
und öffentliche Flächen intensiv genutzt werden.

„Die Entleerung öffentlicher Restmüllbehälter und die manuelle
Straßenreinigung – also das Aufsammeln von gelittertem Abfall –
kostet den Städten und Gemeinden jedes Jahr rund 200 Millionen Euro“,
berichtet Ferdinand Koch, Geschäftsführer der VÖA – Vereinigung
öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe. „Das sind Mittel, die wir
eigentlich sehr gut an anderer Stelle einsetzen könnten.“

Michael Bartmann, Bundeskoordinator der ARGE Österreichischer
Abfallwirtschaftsverbände, betont: „Der Report belegt nun erstmals in
Zahlen, dass Littering ein ernstzunehmendes Problem ist. Klar ist:
Für ein sauberes und lebenswertes Umfeld unserer Bevölkerung müssen
bestehende Maßnahmen weitergeführt, aber auch neue Ansätze gesucht
werden, um Littering so weit wie möglich zu reduzieren.“

Zwtl.: Wie häufig bestimmte Produkte gelittert werden

Von den untersuchten Produkten landen Zigarettenstummel am
häufigsten in der Umwelt – laut Datenerhebung werden rund 183
Millionen Stück pro Jahr weggeräumt. Dahinter folgen Sackerl und
Folien (ca. 62 Mio.), Getränkebecher (13 Mio.) und
Lebensmittelverpackungen (11 Mio.). Es handelt sich um Hochrechnungen
aus den dokumentierten Littering-Mengen – die Dunkelziffern sind
weitaus höher. Eine Schätzung des Umweltbundesamts geht davon aus,
dass jährlich mindestens drei Milliarden Zigarettenstummel
unsachgemäß entsorgt werden.

Im Bereich der Kunststoffflaschen wurde mit 1. Jänner 2025 ein
Pfandsystem eingeführt, um Littering zu reduzieren, denn diese
Gebinde zählten bislang ebenfalls zu den am häufigsten gelitterten
Kunststoffverpackungen.

„Die Österreichischen Gemeinden, aber auch die Wirtschaft
engagieren sich schon seit Jahren, Littering zu reduzieren und die
Bevölkerung dahingehend zu sensibilisieren. Der neue Report zeigt
aber deutlich, dass es weiterhin großen Handlungsbedarf gibt, um
Vermüllung noch weiter zu reduzieren und unser aller Umfeld sauber
und lebenswert zu halten“, sagt Andreas Pertl, Geschäftsführer der
Verpackungskoordinierungsstelle und Sprecher der Initiative von
ÖSTERREICH SAMMELT.

Zwtl.: Wie die Bevölkerung Littering sieht

Eine repräsentative Befragung von 2.096 Personen durch das Market
Institut im Auftrag von ÖSTERREICH SAMMELT verdeutlicht zugleich,
dass Littering auch für die Bevölkerung keineswegs ein Randthema ist.
Mehr als acht von zehn Menschen in Österreich (84 Prozent) ärgern
sich „sehr“ oder „etwas“ über Müll auf Straßen oder in der Natur.
Knapp ein Drittel (31 Prozent) hat den Eindruck, dass die Vermüllung
in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Gleichzeitig geben 49
Prozent an, selbst schon einmal Abfälle achtlos entsorgt zu haben –
meist Kaugummis (46 Prozent), Zigarettenstummel (39 Prozent) oder
Essensreste (35 Prozent). Während für das eigene Littering-Verhalten
vorwiegend praktische Gründe und Unachtsamkeit genannt werden, wird
über andere vor allem gesagt, sie seien zu faul oder gleichgültig (je
72 Prozent) und entsorgen deshalb ihre Abfälle nicht ordnungsgemäß.
Zwei Drittel (66 Prozent) der Bevölkerung finden, dass nicht genügend
gegen Littering unternommen wird. Wirksame Maßnahmen sind aus ihrer
Sicht insbesondere mehr Aufklärung, höhere Geldstrafen und die
Verpflichtung, dass Verursacher:innen selbst bei der Reinigung
mithelfen müssen.

Zwtl.: Handlungsempfehlungen

Die Ergebnisse von Datenerhebung und Umfrage machen deutlich, an
welchen Stellen Maßnahmen ansetzen sollten. Auf dieser Basis
formuliert der Report vier konkrete Empfehlungen, wie Gemeinden,
Politik und Gesellschaft dem Littering-Problem begegnen können.

„Aufklärung bleibt der wichtigste Hebel – besonders bei jungen
Zielgruppen, die früh für richtige Entsorgung sensibilisiert werden
müssen. Ebenso braucht es attraktive Mehrwegalternativen, eine
konsequente Optimierung der Entsorgungsinfrastruktur und die
Ausschöpfung bestehender Strafmöglichkeiten. All diese Maßnahmen
zusammen können das Littering-Problem wirksam eindämmen “, so Andreas
Pertl.

Johannes Pressl , Präsident des Österreichischen Gemeindebundes:

„Für die Gemeinden ist der Littering-Report eine wertvolle
Grundlage. Er zeigt erstmals in Zahlen, welche Mengen an Abfällen wir
Jahr für Jahr beseitigen müssen und welche Kosten dadurch entstehen.
Diese Daten helfen uns, das Problem sichtbar zu machen und gemeinsam
mit Bund, Ländern und der Bevölkerung gezielt Lösungen zu entwickeln.
Klar ist: Saubere Orte sind ein zentrales Anliegen der Gemeinden –
und dafür braucht es verlässliche Fakten und die Unterstützung
aller.“

Thomas Weninger , Generalsekretär des Österreichischen
Städtebundes:

„Die Städte sind besonders betroffen: Wo viele Menschen leben und
öffentlicher Raum intensiv genutzt wird, entstehen auch mehr Abfälle.
Der Littering-Report liefert uns erstmals eine fundierte
Datengrundlage, um diese Belastung auch belegbar zu machen. Für die
Städte ist das ein wichtiger Schritt, um Maßnahmen gezielt zu planen
und die öffentliche Diskussion auf eine sachliche Basis zu stellen.“

Hinweis für Medien: Andreas Pertl, Michael Bartmann und Ferdinand
Koch stehen für Interviews zur Verfügung

Zwtl.: Zum Littering-Report:

Dieser Report ist Teil der Letztverbraucherinformation zu
Einwegkunststoffprodukten gemäß § 20 (1) Verpackungsverordnung und
wird aus den durch die österreichischen Wirtschaftsbetriebe
aufgebrachten Zuschlägen bzw. Kostenersätzen finanziert.

Zwtl.: Über ÖSTERREICH SAMMELT

Die Initiative ÖSTERREICH SAMMELT informiert über alle Themen
rund um das Vermeiden, Trennen, Sammeln und Recyceln von Verpackungen
und schafft Bewusstsein, um das achtlose Wegwerfen von Abfällen in
unserer Umwelt zu verhindern. Organisatorin von ÖSTERREICH SAMMELT
ist die Verpackungskoordinierungsstelle (kurz VKS), ein
Tochterunternehmen des Umweltbundesamtes (UBA) im Wirkungsbereich des
Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

Träger der Initiative sind die in Österreich genehmigten Sammel-
und Verwertungssysteme für Verpackungen:

ARA – Altstoff Recycling Austria AG

Austria Glas Recycling GmbH

Bonus Holsystem für Verpackungen GmbH & Co. KG

European Recycling Platform (ERP) Austria GmbH

Interzero Circular Solutions Europe GmbH

Reclay Systems GmbH