Freizeit

ÖGB-Prischl: Österreich muss vorhandene Fachkräfte und deren Qualifikationen besser nutzen

Wien (OTS) – Die heute präsentierte Studie der AK Wien bestätigt:
Viele
geflüchtete Menschen können ihre mitgebrachten Qualifikationen und
ihre Berufserfahrung am österreichischen Arbeitsmarkt nicht
entsprechend einsetzen. „Hier lassen wir viel Potenzial ungenutzt“,
kritisiert ÖGB-Arbeitsmarktexperte Alexander Prischl und fordert
bessere Rahmenbedingungen: „Es braucht endlich bessere Möglichkeiten,
damit Menschen ihre Ausbildung auch tatsächlich im Beruf einsetzen
können.“

Der ÖGB fordert schnellere und einfachere Verfahren zur
Anerkennung ausländischer Abschlüsse, gezielte Sprachförderung sowie
bessere Zugänge zu und mehr Geld für Aus- und Weiterbildung.

Auch eine flächendeckende und leistbare Kinderbetreuung sei
entscheidend, damit insbesondere Frauen ihre Qualifikationen am
Arbeitsmarkt einbringen können. „Es reicht nicht, Menschen möglichst
schnell in irgendeinen Job zu bringen. Ziel muss sein, dass sie
entsprechend ihrer Qualifikation arbeiten können – und zwar unter
fairen Arbeitsbedingungen“, so der Gewerkschafter. „Wenn Österreich
über Fachkräftemangel spricht, muss es auch darüber sprechen, warum
vorhandene Qualifikationen nicht genutzt werden. Genau hier muss die
Politik ansetzen“, betont Prischl.

Auch die Forderung nach einem Spurwechsel unterstützt der ÖGB.
Wer bereits erfolgreich am Arbeitsmarkt integriert ist, soll bei
einem negativen Asylbescheid eine realistische Möglichkeit bekommen,
über einen anderen Aufenthaltstitel wie die Rot-Weiß-Rot-Karte im
Land zu bleiben. „Wenn Menschen hier arbeiten, ihre Qualifikationen
einbringen und gebraucht werden, braucht es einen rechtssicheren Weg,
wie sie auch bleiben können“, so Prischl abschließend.