Wien (OTS) – Angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Umbrüche
fordert der
Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine aktive Industriepolitik
zur Sicherung des Standorts und hochwertiger Arbeitsplätze in
Österreich und Europa. „Öffentliche Förderungen dürfen nicht
bedingungslos vergeben werden. Sie müssen an Standortgarantien, die
Sicherung und den Ausbau von Arbeitsplätzen, Qualifizierungsmaßnahmen
sowie die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards geknüpft sein“,
betont ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.
Keine Förderungen ohne Gegenleistung
Die Initiative „Made in Europe“ müsse mit guten
Arbeitsbedingungen und verbindlichen Auflagen verbunden werden.
„Förderungen müssen nachhaltige Wertschöpfung schaffen und
Beschäftigung sichern. Unternehmen, die öffentliche Mittel erhalten,
müssen Verantwortung für ihre Beschäftigten und den Standort
übernehmen“, so Schuberth.
„Made in Europe“ muss „Made in Europe“ bleiben
„‚Made in Europe‘ muss auf den Europäischen Wirtschaftsraum
beschränkt sein und darf nicht zu einem verwässerten ‚Made with
Europe‘ werden. Wer ‚Made in Europe‘ sagt, muss die europäische
Wertschöpfung stärken“, stellt die ÖGB-Chefökonomin klar.
EU-Investitionsfonds und rasche Umsetzung
Der ÖGB fordert einen dauerhaften EU-Investitionsfonds, um
Zukunftsinvestitionen und eine krisenfeste europäische
Binnennachfrage zu ermöglichen. Österreichs Industrie steht durch
Digitalisierung, Dekarbonisierung, geopolitische Verwerfungen und die
Krise der deutschen Automobilindustrie unter großem Druck.
„Es braucht einen konkreten Fahrplan mit wirksamen Maßnahmen für
die Transformation. Die Bundesregierung muss jetzt handeln, um
Beschäftigung und Wohlstand abzusichern“, betont Schuberth. Die
Industriestrategie 2035 müsse daher rasch durch einen verbindlichen
Umsetzungsplan mit klaren Zuständigkeiten, ausreichender Finanzierung
und überprüfbaren Zielen ergänzt werden.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2
Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen
sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche
Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und
Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at