Bozen (OTS) – Wie lassen sich Fische züchten, ohne dafür Fischmehl
als
Proteinquelle einzusetzen? Und wie können gleichzeitig Reststoffe aus
der Lebensmittelproduktion sinnvoll verwertet werden? Drei Start-ups
aus dem NOI Techpark in Bozen haben darauf gemeinsam eine Antwort
gefunden: mit der Schwarzen Soldatenfliege. Ihre Larven verwandeln
Lebensmittelnebenprodukte in hochwertiges Insektenprotein, das
anschließend als nachhaltiges Futtermittel in der Fischzucht
eingesetzt wird. Dank des nährstoffreichen Wassers aus der Fischzucht
gedeihen im Aquaponik-Anbau Kräuter und Salat.
Entstanden ist die Kooperation zwischen dem italienischen Start-
up Kinsect, dem österreichischen Scale-up Reploid und dem Südtiroler
Start-up Solos im Netzwerk des NOI Techpark. „Wir arbeiten sehr eng
mit unseren Start-ups zusammen, kennen ihre Geschäftsmodelle,
Technologien und Herausforderungen. Deshalb sehen wir früh, wo eine
Kooperation wirklich Mehrwert schaffen könnte“, erklärt Sonja Tetter
vom Team des Start-up Incubators.Sie hat die Zusammenarbeit initiiert
und von Beginn an begleitet.
Zwtl.: Drei Kompetenzen für einen Kreislauf
Jedes der drei Unternehmen bringt einen anderen Baustein ein.
Kinsect entwickelt Technologien für die industrielle Zucht der
Schwarzen Soldatenfliege und stellt Eier und Junglarven bereit.
Reploid setzt auf modulare „ReFarmUnits“, in denen Larven mit
regionalen Lebensmittelnebenprodukten wie Apfeltrester,
Kartoffelschalen oder Altbrot gefüttert werden. Daraus entstehen
Insektenprotein und -fett für Futtermittel sowie organischer Dünger.
Solos schließt den Kreislauf. Das Südtiroler Start-up betreibt in
Tramin Aquaponik und verbindet Fischzucht mit dem Anbau von Salat und
Kräutern. Das Wasser aus den Fischbecken liefert den Pflanzen
Nährstoffe, die Pflanzen reinigen wiederum das Wasser. Eine offene
Frage war das Fischfutter: Das Team von Solos war auf der Suche nach
einer nachhaltigen Alternative zu Fischölen und Fischmehl – und fand
diese in Form der proteinreichen Larven von Reploid und Kinsect.
So entstand ein System, das veranschaulicht, was
Kreislaufwirtschaft konkret bedeuten und leisten kann: Regionale
Reststoffe werden zur Ressource, daraus entsteht Protein für die
Fischzucht – und Nebenprodukte können wiederum als Dünger genutzt
werden.
Zwtl.: Ein Ökosystem, das Verbindungen schafft
Genau solche Kooperationen gehören zum Konzept des Start-up
Incubator im NOI Techpark. Als „All-in-one“-Anlaufstelle begleitet er
Gründungsteams von der Idee bis zum Scale-up und verbindet sie mit
Forschungsinstituten, Universität, Unternehmen und Stakeholdern.
Außerdem besteht die Möglichkeit, die Labore und Werkstätten des NOI
Techpark zu nutzen, in denen Technologien entwickelt und getestet
werden können.
„Im NOI Techpark konnten diese Synergien organisch entstehen.
Dank der Zusammenarbeit im selben Ökosystem konnten wir schnell
Vertrauen zueinander aufbauen“, sagt Giacomo Benassi, CEO von
Kinsect.
Auch für internationale Start-ups ist dieses Netzwerk
interessant: Reploid hat das Acceleration & Scale-up-Programm
unterstützend für seine Expansion nach Italien gewählt. Die Lage
zwischen Österreich und Mailand und der direkte Zugang zu
potenziellen Partnerunternehmen und Kundschaft waren dafür
ausschlaggebend. Der Start-up Incubator fungiert auch als Brücke
zwischen dem italienischen und deutschsprachigen Innovationsraum.
Im Rahmen des Herbst-Batch nimmt der Start-up Incubator im NOI
Techpark wieder neue Teams auf. Bewerbungen sind bis 5. Oktober 2026
möglich . Details zu den Programmen und zur Bewerbung gibt’s hier:
https://noi.bz.it/de/fuer-start-ups .
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