Wien (OTS) – Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner hat heute
ihre Pläne
für die Zukunft der österreichischen Hochschullandschaft präsentiert,
die sich aus den Arbeitsgruppen der Hochschulstrategie 2040 bisher
ergeben haben. Die ÖH ist weiterhin in allen acht Arbeitsgruppen
vertreten. Begrüßenswert ist aus sich der ÖH, dass viele langjährige
Forderungen der Studierenden in die strategischen Weichenstellungen
eingeflossen sind.
Die Senate, in denen Studierende mit am Tisch sitzen, sollen
künftig mehr Gewicht bekommen. Gleichzeitig sollen
Studierendenvertreter_innen im Senat künftig gestärkt werden, die
steile Hierarchie zwischen Professor_innen und den weiteren
Senatsmitgliedern soll aufgehoben werden. “ Hochschuldemokratie zu
stärken ist immer ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden
darauf Acht geben, dass wir Studierende auch die Mitspracherechte
bekommen, die uns zustehen” , kommentiert es Viktoria Kudrna aus dem
ÖH-Vorsitz. Auch die Begrenzung des Einflusses der Universitätsräte
auf zentrale Kontroll- und Aufsichtsratsfunktionen begrüßt die ÖH.
Sie seien im Kern keine demokratisch legitimierten Steuerungsorgane
ohne Bezug zum Alltag an der Hochschule. Die zentralen Entscheidungen
sollen nach der Studierendenvertretung in der Hand der Senate liegen.
Zwtl.: Maßnahmenmix für flexibles Studium gefordert
Ein zentraler Ansatz für eine zukunftsfähige Hochschullandschaft
liegt in der stärkeren Flexibilisierung von Studienstrukturen, um
unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht zu werden. Gerade weil ein
Großteil der Studierenden neben dem Studium arbeitet oder
Betreuungspflichten trägt, sind Modelle gefragt, die individuelle
Studienverläufe ermöglichen und die Studierbarkeit nachhaltig
verbessern. „ Ein Studium ist schon ein Marathon. Für arbeitende
Studierende wird es aber zum Hürdenlauf mit Zusatzgewicht. Was es
braucht, sind Gestaltungsspielräume, die den unterschiedlichen
Lebensrealitäten gerecht werden und Studieren verlässlich planbar
machen “, betont Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz. Erste
Ansätze in dieser Richtung sind zu begrüßen, dürften jedoch nicht auf
starre Teilzeitmodelle beschränkt bleiben. Die ÖH fordert flexible,
individuell anpassbare Lösungen, die sich an den tatsächlichen
Bedürfnissen der Studierenden orientieren:
– Erweiterung des Kursangebots und mehr Lehrveranstaltungen zu
Randzeiten
– Ausbau der hybriden Lehre
– Reduktion von Anwesenheitspflichten
– Mehr Toleranzsemester für arbeitenden Studierende
– Ausbau der kostenlosen Kinderbetreuung am Campus
Ein weiterer zentraler Problembereich im österreichischen
Wissenschaftssystem sind die nach wie vor weit verbreiteten
befristeten Beschäftigungsverhältnisse, die insbesondere den
wissenschaftlichen Nachwuchs stark belasten. Viele junge
Wissenschaftler sehen sich dadurch mit unsicheren
Karriereperspektiven konfrontiert, die langfristige Planung
erschweren und die Attraktivität des Forschungsstandorts schwächen.
Ohne verlässliche und transparente Karrierewege droht zudem ein
Verlust hochqualifizierter Jungwissenschafter_innen an das Ausland. „
Die derzeitige Praxis der Kettenarbeitsverträge im
Wissenschaftssystem verhindert planbare wissenschaftliche Karrieren
und führt dazu, dass wir talentierte Forscher_innen verlieren, bevor
sie ihr Potenzial in Österreich entfalten können. Hier braucht es
endlich strukturelle Reformen und klare Perspektiven “, betont Umut
Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.
Zwtl.: ÖH pocht weiterhin auf verlässliche Finanzierung
Diese Maßnahmen sind zwar grundsätzlich begrüßenswert, sie
greifen jedoch zu kurz, wenn gleichzeitig das Budget gekürzt wird.
Erst kürzlich forderten ÖH, uniko und Personalvertreter_innen erneut
Klarheit in der Budgetfrage . Eine Petition der ÖH überschreitete
60.000 Unterschriften. Fotos der Aktion mit uniko und GÖD können hier
abgerufen werden.