Wien (OTS) – „Dass der wertvolle Wiener Altbaubestand geschützt und
langfristig
erhalten wird, ist grundsätzlich richtig und wichtig. Mehraufwand,
Bürokratie und höhere Kosten sind mit Sicherheit der falsche Weg“, so
Wohnbausprecher Gemeinderat Lorenz Mayer auf die Nachricht, dass erst
2.000 von 31.000 Gebäude über ein Bauwerksbuch verfügen.
Die Verpflichtung betrifft einen enormen Gebäudebestand. Rund
31.000 vor 1919 errichtete Gebäude müssen bis Ende 2027 über ein
Bauwerksbuch verfügen, weitere 23.500 Gebäude aus den Jahren 1919 bis
1945 folgen bis Ende 2030. Betroffen sind grundsätzlich sämtliche
Eigentümer, vom Einfamilienhaus bis zum Zinshaus.
„Die Zahlen zeigen, dass es sich beim Verfahren rund um die
Erstellung des Bauwerksbuchs um ein komplexes Verfahren handelt. Der
damit verbundene Aufwand kann darüber hinaus zu hohen Kosten führen,
die das Wohnen in Wien weiter verteuern können. Statt zusätzlicher
bürokratischer Verpflichtungen wären mehr Information, Anreize und
Förderungen der richtige Weg“, so Mayer weiter.
Besonders genau werde die Wiener Volkspartei darauf achten, wie
die Stadt mit ihrem eigenen Gebäudebestand umgeht. „Wer privaten
Eigentümern zusätzliche Verpflichtungen auferlegt, muss bei den
eigenen Gemeindebauten mindestens denselben Maßstab anlegen. Wir
werden sehr genau hinschauen, ob die Stadt Wien das Bauwerksbuch bei
Wiener Wohnen genauso konsequent und streng handhabt wie bei privaten
Eigentümern. Bereits in der Vergangenheit haben wir gesehen, dass oft
mit zweierlei Maß gemessen wird. Wir werden daher auch eine
entsprechende schriftliche Anfrage an die SPÖ-Wohnbaustadträtin
einbringen“, betont Mayer.
„Der Schutz des Wiener Altbaus ist ein gemeinsames Anliegen.
Dafür braucht es aber praxistaugliche Lösungen, die Sicherheit
gewährleisten, ohne Eigentümer mit unnötiger Bürokratie und
zusätzlichen Kosten zu belasten. Altbauschutz darf nicht dazu führen,
dass Wohnen am Ende noch teurer wird“, so Mayer abschließend.