Wien (OTS) – In Tierschutzkreisen sind die 18 Färöer-Inseln im
Nordatlantik mit
einer Fläche 3x so groß wie Wien und 54.000 Einwohner:innen berühmt-
berüchtigt: sie führen nämlich immer noch Massaker an Grindwalen
durch, obwohl ihre eigene Gesundheitsbehörde bereits 2008 öffentlich
gemacht hat, dass das Walfleisch derart mit Quecksilber verseucht
ist, dass es nicht mehr gegessen werden darf. Der VGT war dort und
hat mit einem der Walfänger gesprochen.
Der Walfang auf den Färöern wird nicht kommerziell betrieben,
sondern ist eine Art Volkssport. Es gibt keine Walfangboote, mit
denen man aufs Meer fahren könnte, und es geht auch nicht um die
großen Bart- oder Zahnwale, sondern um den kleineren Grindwal, der
von der Internationalen Walfangkommission nicht berücksichtigt wird.
Der Grindwal lebt in Großfamilien und sozialen Verbänden von bis zu
1000 Tieren, die ab und zu an den Färöern vorbei schwimmen. Werden
sie zufällig gesichtet, dann wird der Walfang ausgerufen. Über
soziale Medien informiert, fahren rasch zahlreiche Kleinboote zu den
Walen hinaus und treiben sie in eine der 25 registrierten Buchten,
die in einer Sandbank enden. Dort warten schon die Jäger und
Jägerinnen, die zu den Walen ins Flachwasser laufen und sie so weit
ans Land ziehen, dass sie stranden. Dann werden die Wale mit einer
eigenen Lanze, deren Schneide einen halben Meter lang ist, eine
handbreit hinter dem Blasloch ins Rückenmark gestochen, sodass sie
gelähmt sind. Anschließend schneidet man ihnen mit einem speziellen,
sehr langen Messer die Schlagadern auf und die Tiere verbluten.
Getötet werden immer die gesamten Großfamilien, kein Tier darf
entkommen. Am 27. Mai 2026 waren das 700 Grindwale, die so ihr Leben
lassen mussten. Das Wasser der Bucht färbt sich dabei rot und ganze
Familien mit Kindern beteiligen sich in Volksfeststimmung.
Der Grindwal ist nach dem Orca der zweitgrößte Delfin. Er wird
bis 3 Tonnen schwer und 8 m lang. Er hat messerscharfe, etwa 4 cm
lange Zähne. Sein Gehirn ist 2x so groß wie das des Menschen und er
ist kulturfähig. Sowohl die Migrationsrouten, als auch die Gesänge
und das Jagdverhalten werden in den Großfamilien tradiert. Diese
Kultur stirbt mit dem Massaker auf den Färöern, bei dem ja die
gesamten Großfamilien getötet werden, für immer aus. Die Waljagd auf
den Färöern ist seit 1584 schriftlich dokumentiert und soll noch
weiter zurückreichen. Früher hat sie der Ernährung der Bevölkerung
gedient, die auf den kargen Inseln sonst nicht überleben könnte.
Heute ist sie nur noch Volkssport und nationalistische Tradition, die
hartnäckig gegen Tierschutzkritik von außen verteidigt wird.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch hat selbst vor Ort mit einem
Walfänger gesprochen: „Seit einigen Jahren, so hat mir mein
Gesprächspartner erklärt, habe man den Walfang humaner gemacht.
Früher wurde den Walen ein spitzer Haken in den Körper geschlagen,
mit dem ihn dann 7-8 Männer ins seichte Wasser gezogen haben. Heute
darf nur noch ein Rundhaken, der mir stolz gezeigt wurde, benutzt
werden, den man ins Blasloch steckt und an dem man die Tiere raus
zieht. Zweitens verwendet man eine standardisierte Lanze zur
Betäubung, die mir ebenfalls gezeigt wurde. Sie steckt in einer
Scheide und wird mit einem Griff raus geschoben. Die Schneide der
Lanze ist gut 50 cm lang, 5 cm dick und in beide Richtungen scharf.
Mit ihr soll das Rückenmark durchtrennt werden. Für die Anwendung
dieser Lanze gibt es eigene Kurse auf den Färöern für die Jugend, die
man besucht haben sollte, bevor man sie das erste Mal benutzt. Das
Messer, mit dem die Schlagadern durchtrennt werden, ist unverändert
das traditionelle geblieben. Alle diese Geräte und die vier Phasen
der Jagd haben eigene Bezeichnungen, was den Aspekt der Tradition
unterstreicht. Die Menschen auf den Färöern haben diese Geräte zu
Hause und wenn die Waljagd ausgerufen wird, fahren sie damit zum
angepeilten Strand und töten dort die Wale. Auf meine Frage, warum
diese so großen Tiere die Waljäger:innen nicht attackieren, war mein
Gesprächspartner selbst verblüfft. Er danke Gott dafür. Welches 8 m
lange und 3 Tonnen schwere Tiere mit einem Mund gespickt mit 4 cm
langen, messerscharfen Zähnen, lässt sich von einem kleinen
Menschlein an Land ziehen und stechen? Der Grindwal. Leider. Er hatte
nie in der Evolution Feinde und ist einfach zu friedlich, um sich zu
wehren. Erschütternd, dass der Mensch diese so tiefgehende
Friedfertigkeit ausnutzt, um derart grausam ganze Familienverbände zu
massakrieren. Und das nur aus Tradition!“