Wien (OTS) – Länderbericht der Internationalen Energieagentur (IEA)
empfiehlt
rascheren Ausbau heimischer Erneuerbarer wie der Windkraft zur
Stärkung von Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Schwerste Energiekrise seit Jahrzehnten mahne zu Resilienz durch den
Ausbau der Windkraft
11.05.2026 – Der heute von IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol und
Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner präsentierte Bericht
„Austria 2026 Energy Policy Review“ der Internationalen
Energieagentur (IEA) bewertet Österreichs energiepolitischen Kurs
insgesamt positiv, mahnt jedoch eine schnellere Umsetzung beim Ausbau
erneuerbarer Energien, insbesondere der Windkraft, ein. Gerade die
anhaltenden globalen Energiekrisen würden die Notwendigkeit größerer
europäischer Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit verschärfen.
„Wir befinden uns mitten in der größten globalen Energiekrise der
Geschichte “, erklärte IEA-Direktor Fatih Birol einmal mehr. „Die
Straße von Hormus wird auch weiter für volatile Öl- und Gastransporte
sorgen, kein Land ist dagegen immun. Die Menge an Öl und Gas, die wir
diesmal verloren haben, ist größter als jene aller bisherigen
schweren Öl-Krisen zusammen.“ Österreich sei auf schwierige Tage weit
besser vorbereitet als viele andere Länder Europas. Es gibt aber
Empfehlungen.
Zwtl.: IEA: Ausbau der Windenergie ist zu beschleunigen
Die IEA-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der rasche Ausbau der
Solar-PV in Österreich zur Diversifizierung der Stromversorgung
beigetragen hat, dass nun aber ein schnellerer Ausbau der Windenergie
unerlässlich ist, um die Netzsicherheit zu gewährleisten, den
saisonalen Bedarf zu decken und es Österreich zu ermöglichen, sein
Ziel für erneuerbaren Strom bis 2030 zu erreichen.
„Der Ausbau der Windenergie hat sich verlangsamt, dabei spielt
Windenergie eine wichtige Rolle für den saisonalen Ausgleich und die
Versorgung im Winter. Bleibt die Windenergie auf dem gleichen Niveau,
vergrößert sich die Lücke zu den Zielen für 2030, und das System ist
stärker auf Importe oder kostspieligere Ausgleichsmechanismen
angewiesen“, so Ali Al-Saffar von der Internationalen Energieagentur
.
Zwei Drittel der Windenergie wird im Winter erzeugt – dann, wenn
PV weniger liefert. Österreich sei aufgrund von
Genehmigungshindernissen hier nicht auf Kurs, sein Windkraft-Ziel zu
erreichen, so die IEA. Der Bericht empfiehlt eine Straffung der
Genehmigungsverfahren, eine bessere Koordinierung zwischen den
verschiedenen Regierungsebenen und eine verstärkte Planung für einen
netzverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der
Windkraft.
Zwtl.: Fossile Krisen werden nicht vorbeigehen
IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer kommentiert dazu:
„Die einzige Sicherheit bei fossiler Energie ist, dass sie Krisen
verursacht. Das geht nicht vorbei. Im Gegenteil: In einer zunehmend
instabilen, geopolitischen wie klimapolitischen Ordnung ist damit zu
rechnen, dass sie häufiger und intensiver auftreten. Der aktuelle
Prüfbericht der internationalen Expertinnen und Experten
unterstreicht daher einmal mehr die Dringlichkeit einer
wirkungsvollen Verfahrensbeschleunigung durch eines Erneuerbaren-
Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) sowie verlässlicher
Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau heimischer erneuerbarer
Energien – insbesondere der Windkraft. Trotz Krise sehen wir
keinerlei Beschleunigung für sofort umsetzbare Windenergieprojekte.
Die angekündigte Verfahrensbeschleunigung muss nun konsequent
umgesetzt werden.“
Zwtl.: Planungssicherheit entscheidend
Maringer drängt auch auf verstärkte Planungs- und
Investitionssicherheit für diese zentrale Herausforderung: „Wir
können bis 2030 knapp ein Drittel des Stromverbrauchs durch
Windenergie decken: Die Politik muss dafür stabile Rahmenbedingungen
sicherstellen und uns das ermöglichen. Es geht um die gemeinsame
Verantwortung, dieser energie- und sicherheitspolitischen Zeitenwende
mit preisstabiler und heimischer Energieversorgung zu begegnen.“ Die
Empfehlung der IEA sei eindeutig: Österreich müsse insbesondere den
Ausbau der Windkraft weiter beschleunigen, um Versorgungssicherheit,
wirtschaftliche Resilienz, Preisstabilität und Wettbewerbsfähigkeit
langfristig zu stärken.
Zwtl.: Über die IG Windkraft
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der
österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon
heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem,
unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen,
repräsentativen Umfrage befürworten 83 % der Österreicher: innen den
Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund 180 in
den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen entlang
der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der
Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und
Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000
Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2
Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-
Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.