Wien (OTS) – Armut ist weiblich – das zeigt sich besonders dann, wenn
unbezahlte
Sorgearbeit, prekäre Beschäftigung und geringe Pensionen
zusammentreffen. In Österreich betrifft das vor allem Frauen: Sie
verdienen im Schnitt deutlich weniger als Männer, arbeiten häufiger
in Teilzeit und übernehmen den Großteil der Care-Arbeit – oft auf
Kosten der eigenen Existenzsicherung. Am „Welttag der Armen“, der in
Österreich mit dem Elisabeth-Sonntag zusammenfällt, an dem die
Caritas eine Spendensammlung für Bedürftige in Österreich durchführt,
gibt Anna Katharina Wohlgenannts Film „Weibliche Armut – Warum Frauen
weniger haben“ in „kreuz & quer reportage“ am Sonntag, dem 16.
November 2025, um 12.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON Frauen eine
Stimme, die an der Armutsgrenze leben oder sie unterschritten haben.
Lisa Kröbmannsberger ist alleinerziehende Mutter dreier Kinder
und kämpft sich mit viel Kraft und Einfallsreichtum durch finanzielle
Durststrecken. Resi Moritz stockt ihre niedrige Pension mit
Kuchenbacken in einem Generationencafé auf. Die Arbeit in diesem ist
für sie mehr als eine finanzielle Stütze, sie erfährt dort auch
gelebte Solidarität. Anna Schiff, Mitglied der Plattform Sichtbar
Werden, setzt mit ihrem Engagement der Beschämung und dem Schweigen
rund um Armut etwas entgegen – und macht damit auch anderen Frauen
Mut. Begleitet werden die Porträts von den Analysen der
Sozialethikerin Michaela Moser, die sich in der Armutskonferenz,
einem Netzwerk sozialer Organisationen für strukturelle
Veränderungen, einsetzt. Sie macht deutlich: Armut ist kein
individuelles Versagen, sondern eine Folge politischer und
gesellschaftlicher Entscheidungen.
„Weibliche Armut – Warum Frauen weniger haben“ rückt Frauen in
den Mittelpunkt, die im Alltag oft übersehen werden – und zeigt, was
es braucht, damit Teilhabe und Selbstbestimmung auch unter
schwierigen Bedingungen möglich werden.